Bunker macht den Weg für das neue Hörde frei

Der Bunker in Dortmund-Hörde weicht einem Elektronik-Fachmarkt.
Der Bunker in Dortmund-Hörde weicht einem Elektronik-Fachmarkt.
Foto: Volker Hartmann
Was wir bereits wissen
Der Hochbunker in Hörde muss verschwinden. Er macht Platz für einen Elektronik-Fachmarkt, der die Hörder Innenstadt wiederbeleben soll.

Dortmund.. Grau und hässlich steht er da. Seine Haut ist vernarbt. Niemand braucht ihn, niemand mag ihn. Er ist im Weg. Der alte Hochbunker in Dortmund-Hörde ist übersät mit Wurzelwerk, das der Efeu im Laufe der Jahrzehnte in den Putz getrieben hat. Die Blätter wurden kürzlich entfernt – ein erstes Zeichen, dass es bald losgeht.

Oder zu Ende geht. Denn der Bunker, der im Krieg Hunderten Schutz bot und seit 2010 ungenutzt ist, wird voraussichtlich im Mai abgerissen. Wie, das weiß Martin Steinfort, Projektleiter der Firma Phoenix Invest, noch nicht. Vermutlich wird eine Sprengung die 1,10 Meter dicken Wände lockern. „Danach wird der Bunker abgeknabbert“, so Steinfort.

Vor Weihnachten 2016 eröffnen

Ist der Klotz weg, soll es recht schnell gehen mit der Umgestaltung des Areals gegenüber des Phoenix Sees. Der Parkplatz neben dem Bauwerk wird ebenfalls verschwinden. Im Herbst 2016, „zum Weihnachtsgeschäft“, erklärt Steinfort, soll ein großer Elektronik-Fachmarkt seine Tore öffnen.

Steinfort verspricht „attraktive Architektur“ mit Verglasung im Erdgeschoss und wellenförmigem Metall. Auch an die prekäre Parkplatzsituation rund um den See sei gedacht worden: Auf dem Markt soll ein dreigeschossiges Parkdeck entstehen.

Dortmund von unten Wenn der Bunker weg ist, bietet sich die Möglichkeit, den immer noch wie ein Fremdkörper in Hörde wirkenden See näher an den Ortskern zu rücken. Das wäre nötig, denn die Fußgängerzone des alten Arbeiterviertels könnte eine Frischzellenkur gebrauchen. Steinfort hofft, mit den Gewerbeflächen im neuen Hörder Bahnhof und demnächst auf dem Bunkergelände den Ortskern in die Zange nehmen und beleben zu können.

Bands nutzten Bunker als Tonstudio

Bedenken, dass mit dem Bunker ein Stück Hörder Stadtgeschichte verschwindet, sind unangebracht. Im Innern erinnert nichts mehr an die Nutzung als Schutzraum. Es ist einfach nur dunkel und bitterkalt. Es wurden Wände eingezogen, Toiletten eingebaut. Viele Räume wurden als Proberäume an Bands vermietet. In manchen kleben noch Eierkartons an den Decken und Wänden, auf den Böden liegen Teppiche. Eine Metal-Band hatte sich sogar ein kleines Tonstudio mit Mischraum eingerichtet. An der Decke sorgt ein großes Tarnnetz für eine besondere Atmosphäre.

Ein Raum im zweiten Stock diente ganz anderen Zwecken. Auf dem Teppich klebt Kerzenwachs, Reste von Kabelbindern liegen herum. In einem Nebenraum hängt ein großes, schwarzes Kreuz mit vielen Haken und Ösen an der Wand. Doch auch dieses S/M-Studio ist bald Geschichte. Vielleicht braucht der ehemalige Mieter ja Elektroartikel...