Brütende Flussregenpfeifer verhindern Baustart nicht

Vogelschützer fordern den Aufschub für den Baustart einer Unternehmenszentrale der Nordwest AG aus Hagen auf Phoenix West. Doch obwohl der gefährdete Flussregenpfeifer auf dem Baugrundstück brütet, dürfen die Baumaschinen anrollen. Der Naturschutzbund denkt über eine Klage nach.

Hörde.. "Der Flussregenpfeifer ist eine streng geschützt Art. Laut roter Liste ist dieser Vogel gefährdet. Wenn die Tiere durch Bauarbeiten beeinträchtigt werden, ist das ein klarer Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz und gegen die Bundesartenverordnung", stellte Dr. Erich Kretzschmar als Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) am Freitagabend (17.4.) klar. Der Nabu will das Umweltamt der Stadt Dortmund und die Baumaschinen stoppen - wenn es sein muss, auch mit einer Klage.

Droht ein drastisches Ende?

Dorothee Scharping vom Nabu und Günter Hennemann beobachten den auf Phoenix-West vermutlich erstmals 2010 entdeckten Flussregenpfeifer schon seit Wochen. Mit Spezialobjektiven konnten sie die gefährdeten Vögel und deren Nester fotografieren. Als der Termin für den Baustart einer Unternehmenszentrale der Hagener Nordwest AG immer näher rückte, befürchteten sie ein drastisches Ende: Schwere Baumaschinen könnten die Nester zerstören und die Flussregenpfeifer vertreiben.

Dorothee Scharping schaltete das Umweltamt ein. Ein Mitarbeiter inspizierte das Baufeld im Nordwesten des Technologiezentrums. Auf dessen Erkenntnisse beruht ein Beschluss der Stadt Dortmund: Die Nester der Bodenbrüter liegen zwar auf dem Baugrundstück, aber ein Start der Bauarbeiten werde die Gelege "nicht tangieren". Soweit die offizielle Prognose. Ein Gutachter solle die Bauarbeiten begleiten. Das Umweltamt, die Nordwest AG als Bauherr und "NRW Urban" als Phoenix-West-Entwickler würden sich eng abstimmen.

Thema kann eine juristische Dimension erreichen

Der Naturschutzbund bewertet das Vorgehen als "Unding". Dorothee Scharping: "Wenn da jetzt die Baustellenfahrzeuge hin- und herfahren, entspricht das nicht dem Natur- und Artenschutz." In der kommenden Woche wollen die Nabu-Aktivisten das Areal weiter beobachten. Sobald eine Gefahr für die Flussregenpfeifer-Nester besteht, kann das Thema eine juristische Dimension erreichen. Der Naturschutzbund will einen Aufschub des Baustarts um etwa acht Wochen bewirken. Sobald die Jungvögel flügge sind, verlegt der Flussregenpfeifer seinen Standort von ganz alleine.

Ein ähnlicher Fall: Der Rotmilan aus Husen-Kurl

Einen ähnlichen Vogel-Fall gab es im Frühjahr 2013 in Dortmund, damals im Nordosten der Stadt. Das hatte Folgen für einen Sportverein. Hier die Artikel aus dem Archiv: