"Brücken bauen" bleibt in Hombruch ein Projekt mit Zukunft
19.02.2010 | 17:21 Uhr 2010-02-19T17:21:00+0100Hombruch. Für Sozialarbeiterin Beate Klima, Krankenpflegerin Petra Herrmann und 23 Ehrenamtliche gab's kürzlich gute Nachrichten: Das Projekt „Brücken bauen”, ein Netzwerk zur Begleitung von Demenzkranken und Angehörigen, wird für drei weitere Jahre gefördert.
Nach der Finanzierungszusage von Gesundheitsministerium und Pflegekassen NRW für 2010 bis 2012 geht das Hombrucher Projekt in Runde zwei. Zudem will man in weiteren Stadtbezirken „Brücken bauen”: In Zusammenarbeit mit Seniorenbüros sollen auch in Aplerbeck, Huckarde und Innenstadt-Ost wohnortnahe Netzwerke entstehen. Das Hombrucher Modell macht Schule: Hier war es – von 2006 bis 2009 gefördert von der Landesstiftung Wohlfahrtspflege – gelungen, in enger Kooperation mit dem Fachdienst und der Sozialstation der Caritas, knapp zwei Dutzend freiwillige Helfer und Helferinnen für die Betreuung zu gewinnen. Die Ehrenamtlichen sind das Herzstück des Projekts. Die Begleitung von Demenzkranken war für fast alle Neuland. Heute ist das für sie eine wertvolle Erfahrung.
Den Frauen und Männern geht es darum, die Lebensqualität von Mitmenschen zu verbessern und darum, „das Thema Demenz stärker in die Öffentlichkeit zu tragen”, betont Sozialarbeiterin Beate Klima. Die Helfer sind zwischen 40 und gut 80 Jahre alt, die zu betreuenden Personen zwischen 59 und 91. Zwar werden die bedürftigen Menschen auch von Pflegediensten und Angehörigen betreut. Doch weil die Pflege oft an die Grenzen der Belastbarkeit stößt, ist die Entlastung durch die Ehrenamtlichen wichtig: In der Regel einmal pro Woche besuchen sie die Demenzkranken für rund zwei Stunden zu Hause. Sie unterhalten sich, gehen Spazieren, singen Lieder zusammen. Man schaut sich alte Fotos an, um der Erinnerung wenigstens phasenweise auf die Sprünge zu helfen.
Die Helfer tragen auch dazu bei, mitunter noch vorhandene Fähigkeiten wie das Lösen von Kreuzworträtseln oder das Spielen einer Schachpartie aufrecht zu erhalten. So lange wie möglich. Wobei unvermeidlich ist, dass dem Erkrankten zunehmend Fehler unterlaufen. Und wenn der sich diese nicht eingestehen will, gehe es darum, „das Gesagte einfach mal so stehen zu lassen”, betont Helfer Dieter Brauckhoff. Dies hat er in der Schulung und in der Praxis gelernt. Heute sagt er: „Man geht nach Hause und empfindet das Erlebte nicht als Belastung.” Es sei „ein großes Vertrauensverhältnis” entstanden. Auch sei „große Dankbarkeit” zu spüren, so die Erfahrung von Elke Fischer. „Es geht uns um die Menschen”, bringt Stefan Schwaiger das Anliegen auf den Punkt.
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