Besucher streiften durch 21 offene Ateliers in Hombruch

Hombruch ist eine "Kunstschmuddelecke", sagt Künstlerin Tanja Melina Moszyk. Um aus dieser Ecke herauszurücken, zeigten am Sonntag viele Künstler ihre Arbeiten: 21 Ateliers im Stadtbezirk waren geöffnet. Mancher Künstler traute sich zum ersten Mal, auszustellen.

Hombruch.. Ungeahnte Kunstschätze von Drucken über Grafiken, Wandplastiken, Gemälden in Acryl, Pastellkreide oder Öl bis zu Collagen, Wachsobjekten, Fotografien und therapeutischer Kunst konnte heben, wer am Sonntag durch die 21 geöffneten Ateliers des Stadtbezirks Hombruch gestreift ist.

In Hombruch gibt's eine große künstlerische Vielfalt

"Mit den offenen Ateliers wollen wir den Stadtbezirk aus der Kunstschmuddelecke herausrücken. Die künstlerische Vielfalt macht deutlich, dass wir durchaus mithalten können mit dem künstlerischen Potenzial anderer Städte", bilanziert Künstlerin Tanja Melina Moszyk, die die Werkschau mit Unterstützung des Stadtbezirksmarketings organisiert hat und in ihrem Atelier Anschnitt eine Werkschau ihres Arbeitsaufenthaltes in China zeigt.

Ein Eindruck, den auch Besucher bestätigen. "Die offenen Ateliers sind eine gute Gelegenheit, den Kunstmarkt zu durchforschen. Sonst bekommt man ja kaum mit, welcher Künstler wo tätig ist", lobt Kunstlehrerin Gabriele Heising-Kaszik. Sie denkt bereits darüber nach, sich an den nächsten offenen Ateliers mit einer eigenen Ausstellung zu beteiligen.

Fotograf traut sich - und stellt erstmals aus

"Man muss sich einfach trauen", sagt Pit Clausmeyer in seiner Gartengalerie in Löttringhausen, wo Besucher durch 30 großformatige Fotos mit Motiven aus Menorca, Mallorca und Griechenland streifen und in seinen Fotobüchern über Reisen und Kunstprojekte schmökern.

Die offenen Ateliers sind die erste Ausstellung des leidenschaftlichen Hobbyfotografen. Bisher hat er seine Fotografien nur in Vorträgen in der Nachbarschaftsagentur gezeigt.

Auch die Mitarbeiter der Werkstätten Gottessegen genießen den Dialog über ihre Webarbeiten und Gemälde, die sie in jahrelanger kunsttherapeutischer Arbeit geschaffen haben. Der 60-Jährige Hermann Lüke etwa kam in jahrelanger Psychiatrieerfahrung zum Malen. "Das Malen regt meine Fantasie an und wir kommen ins Gespräch", sagt er.