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Renaturierungsarbeiten an...

Besserer Schutz vor Jahrhunderthochwasser

18.02.2010 | 17:49 Uhr

Schüren. Die Renaturierungsarbeiten an der Emscher erreichen im Sommer Schüren.

Waldemar Galla, Projektleiter bei der Emschergenossenschaft (EG), und Axel Pohle vom Ingenieurbüro Fischer stellten rund 30 Anwohnerinnen und Anwohnern die Pläne vor, eingeladen hatte die Schürener Bürgergemeinschaft. „Wir wollen wissen: Was passiert da eigentlich an der Emscher, und was kommt auf uns zu?”, fasste Michael Taranczewski von der Bürgergemeinschaft zusammen.

Es wird zwei große Maßnahmen geben, die voraussichtlich „im Mai oder Juni starten und ein Jahr lang dauern werden”, erklärte Projektleiter Galla. Zum einen gestaltet die EG das Hochwasserrückhaltebecken Nagelpötchen um und erweitert es. Zum anderen müssen die Brücken an der Schürener Straße sowie am Friedhof abgerissen und anschließend wieder neu aufgebaut werden.

Beide Maßnahmen stünden im Zusammenhang mit der Bewältigung von Hochwassersituationen. Galla und Pohle brauchten den Zuhörern die Bilder aus dem Sommer 2008 aus Oespel und Marten gar nicht erst zu zeigen – die Gesichter verrieten: Alles ist noch präsent.

Keine gleichzeitige

Sperrung

„Jetzt fließt die Emscher am Rand des Rückhaltebeckens entlang”, erklärte Axel Pohle anhand eines Planes. In Zukunft soll das renaturierte Gewässer sich durch die Mitte des Beckens schlängeln. Deshalb falle auch ein Staudamm weg, die Gesamtfläche wird erhöht.

„Das Volumen vergrößert sich von 89 000 auf 102 000 Kubikmeter”, so Pohle. Somit könne auch „ein 100-jähriges Hochwasserereignis aufgefangen werden”. Allerdings hat das zwei Konsequenzen. Zum einen muss das bereits vorhandene Drosselbauwerk am Westende des Beckens umgebaut werden. Denn mittels eines Schiebers sollen dort in Zukunft bis zu 22,5 Kubikmeter Wasser in der Sekunde abfließen können, was die Technik derzeit nicht hergibt. Zum anderen müssen die beiden Brücken am Friedhof sowie an der Schürener Straße erneuert werden, um dem höheren Durchfluss bei Hochwasser Stand halten zu können. Allerdings würden nicht beide Brücken gleichzeitig gesperrt.

An der Schürener Straße geht es los, dort wird das Bauwerk „zehneinhalb bis elf Meter breit und zweispurig”, erklärte Axel Pohle. Die jetzt noch bestehende Verengung verschwindet. Und die Friedhofsbrücke ist nach dem Neubau drei Meter breit.

Ob sich durch die Renaturierung denn der Wasserspiegel hebe, wollte ein Anwohner anschließend wissen. Hier bestätigten die referierenden Experten die Einschätzung von Bezirksbürgermeister Sascha Mader: „Die Emscher sucht eher Wasser.”

Wolfgang Maas

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