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Running Dinner

Beim Brezel-Essen kennen lernen

12.11.2012 | 17:21 Uhr
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Beim Brezel-Essen kennen lernen
Gemeinsame Mahlzeiten verbinden: Blick ins „Running Dinner“Foto: Klaus Pollkläsener

Im Süden.   Ein Pastoralverbund auf Kennenlerntour. Er folgt der alten Erkenntnis: Gemeinsame Mahlzeiten verbinden.

Mitglieder aus vier Gemeinden stehen in Schüren hinter der katholischen Kirche. Es ist kalt. Aber das scheint niemanden zu stören. Alle unterhalten sich bei Kaffee und Brezeln. Vor der Kirche wartet ein Reisebus. Mit ihm werden sie in ein paar Minuten zur nächsten Station und zur nächsten Mahlzeit fahren. Running Dinner nennt sich das ganze – Gemeindentreffen auf modern.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, am Ende jedem einen Ort oder einen Menschen gezeigt zu haben, den er noch nicht kannte“, erklärt Ludger Hojenski. Er ist Pfarrer für alle vier Gemeinden: Schüren, Sölde, Aplerbeck und ­Sölderholz/Lichtendorf. Sie alle sollen 2014 zu einer Gesamtpfarrei werden – und das Running Dinner soll dazu beitragen, dass das nicht nur ein bürokratischer Akt bleibt. Die Gemeindemitglieder sollen die Zusammengehörigkeit auch fühlen, sagt er.

Noch steht Waltraud Piechaczyk, eine Schürenerin, ein bisschen am Rand. Sie schaut sich erst einmal um, macht ein paar neue Gesichter aus. Als sie erzählt, dass sie in der Kita nebenan als Erzieherin arbeitet, schaltet sich eine Frau neben Piechaczyk ins Gespräch ein. Auch sie war Erzieherin, im Kindergarten nebenan. Und schon ist eines der fremden Gesichter nicht mehr ganz so fremd.

Brötchenteilen mit Menschen,die man noch nicht kennt

Kurz vor der Abfahrt schließt Günter Sasse, Geschäftsführer des Kirchenvorstands, die Tür zum Kirchenschiff auf. „Groß, nicht wahr?“, fragt er stolz und spricht von der Glaskunst in den Fenstern und davon, dass Schüren die einzige Gemeinde im Pastoralverbund sei, die Zuwächse verzeichnet.

Dann ab in den Bus. Kurzer Stopp am zugewucherten Grundstück, wo früher die Schürener Kirche stand. Weiter zum Kaiserberg. Und weil von Running Dinner ja eigentlich nicht die Rede sein kann, wenn alle sich von Zwischenmahlzeit zu Zwischenmahlzeit kutschieren lassen, gibt es jetzt eine kleine Bergtour. Jede Gemeinde soll eine Besonderheit ihres Gebiets präsentieren. In Schüren ist das der Blick auf den Phoenix-See. Über dem gefluteten Gelände des ehemaligen Stahlwerks liest Pfarrer Hojenski ein Gebet zur Wandlung. Dann sollen sich zwei Freiwillige pro Gemeinde melden.

Ursula Wester kennt vieleGemeindemitglieder, aber nicht alle

Jeder bekommt ein Brötchen und teilt es mit drei Leuten, die er noch nicht kennt. Die Erzieherin Piechaczyk hat mittlerweile Vertrauen gefasst. Sie hakt eine Bekannte unter und meldet sich freiwillig zu Brotbrechen und Gespräch.

Ursula Wester kennt alle Gemeindemitglieder aus Schüren – und noch einige mehr. Seit 55 Jahren ist sie bei der Caritas, macht mit bei Pfingstwanderungen und Fronleichnamsprozessionen. Da kommt man rum im Pastoralverbund. Aber als eine Bekannte sie fragt, wer der junge Mann dort drüben sei, kann auch Wester ihr nicht weiterhelfen. In der Idealvorstellung von Pfarrer Hojenski würden die beiden hingehen und sich mit ihm bekanntmachen.

Aber so viel Wirkung hatte das Running Dinner dann doch nicht. Noch nicht. Vielleicht ändern das ja die nächsten drei Gänge.

Von Daniela Moschberger

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