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Baum ab, Straße her - jetzt reicht’s

12.10.2010 | 18:35 Uhr
Baum ab, Straße her - jetzt reicht’s
Im Sommer 2009 bereiteten radikale Rodungsarbeiten dem verlängerten Vogelpothsweg den Weg. Neue Straße statt Bäume und kein Ende – den Anwohnern reicht es jetzt. Foto: Anja Cord

Barop.Die Bürger der Hugo-Heimsath-Straße und der Korte Geitke haben die Nase voll: Erst wurden für eine neue Uni-Straße neben ihren Gärten große Bäume niedergemäht, dafür haben sie jetzt ein breites Asphalt-Band und ungehinderten H-Bahn-Lärm direkt an der Siedlung, und nun soll alles noch schlimmer werden.

Ein Anschluss der neuen Straßenachse an die alte Uni-Tangente und die Ausweitung des H-Bahn-Betriebs auf das Wochenende will die Interessengemeinschaft der Anwohner so nicht mehr hinnehmen. In einem offenen Brief wenden sie sich jetzt an die Politik.

„Wir als Anwohner der Korte Geitke und der Hugo-Heimsath-Straße sind bereits durch den Neubau der Straße von der Universität zur Stockumer Straße wesentlich erhöhten Lärmbelästigungen ausgesetzt und lehnen diese Maßnahmen ab“, heißt es in dem Schreiben, das viele Familien durch ihre Unterschrift bekräftigen.

Aus ihrer Sicht fehle es im Universitätsbereich keinesfalls an einer weiteren Straßenverbindung, das nötige Geld könne sinnvoller z. B. in Schulen investiert werden. Zusätzliche Kosten würde auch die Ausweitung des ohnehin defizitären H-Bahn-Betriebes auf das Wochenende bringen. Und das, obwohl es am „Wochenende keinen nennenswerten Universitätsbetrieb“ gebe und „Nutznießer allenfalls der private Betreiber des Trödelmarktes wäre“.

Das jedoch sieht Ratsvertreter Olaf Radtke, Verfechter des Verkehrskonzeptes, anders. Der SPD-Mann geht davon aus, dass ein Anschluss an die alte Südtangente vor allem den Gardenkamp von Verkehr entlasten könne. Neue Verkehrsanalysen sollen dazu belastbare Zahlen liefern. Erst damit wie auch mit einer Kostenschätzung und Umwelt-Erwägungen könne die notwendige Bebauungsplan-Änderung umgesetzt werden.

Die Kosten für diesen Anschluss dürften überschaubar bleiben, glaubt Radtke: So könnten die vorhandenen nördlichen Fahrspuren der Tangente genutzt, die südlichen zurückgebaut werden. Dann fehle nur ein kurzes Anschluss-Stück zwischen alter und neuer Straße.

Ein zusätzlicher Samstags-Betrieb der H-Bahn schaffe aus Sicht von Radtke vor allem Verbindungen zur Uni-Bibliothek, die durch verändertes Studentenverhalten häufig auch samstags genutzt werden. Außerdem sei so der S-Bahn-Haltepunkt Universität schnell erreichbar, das erhöhe die Attraktivität des ÖPNV. Die Kostenseite werde auch hier geprüft, habe OB Sierau bei einem Schnadegang in Eichlinghofen zugesagt.

Mit all dem will sich der Politiker auch einem Streitgespräch stellen. Und für die Anwohner ist mit dem Brief auch noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

Katrin Kroemer

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Kommentare
15.11.2010
16:15
Baum ab, Straße her - jetzt reicht’s
von bluppdidupp | #8

So etwas verspätet habe ich nun die Schallpegelmessfunktion an meinem Billig-Multimeter mal getestet.
Bei geöffnetem Fenster misst es hier 60db (beim Schienenverbindungs-Holpern) - Gemessen direkt am Fenster mit Messgerät Richtung h-bahn gehalten.
Bei geschlossenem Fenster ist gegenüber Normalgeräuschpegel (34db) nur im hinterm Komma was zu sehen.
Jedes Auto das hier rausfährt/einparkt erzeugt (bei geöffnetem Fenster) übrigens mehr als 60db.

Das Gehirn kriegt es glücklicherweisen nach ner Weile auch hin die Umgebungsgeräusche auszublenden ;D

17.10.2010
21:12
Baum ab, Straße her - jetzt reicht’s
von bluppdidupp | #7

Bei geschlossenem Fenster höre ich eher den Gefrierschrank einen Raum weiter rödeln als die h-bahn.
Wenn ich dran denke könnte ich aber nächsten Sonntag auch mal nen Schalldruckpegelmessgerät an diesem Standort hier bemühen, gut möglich das ich mich einfach dran gewöhnt habe und es automatisch ausgeblendet wird...
Aber mich dürfen Sie sowieso nicht als Maßstab nehmen - Ich gehe vor 24:00 Uhr selten ins Bett und habe hier eher mit knallenden Autotüren und anderen Störgeräuschen zu tun ;D

17.10.2010
20:47
Baum ab, Straße her - jetzt reicht’s
von anwohner | #6

Empfehle bluppdidupp dringend einen Hörtest. In 80 Metern Entfernung werden 52 dB (A) gemessen, an der Bahn 73 dB(A). Mal kundig machen. Grenzwert nachts nach Bundesimmisionsschutzgesetz sind 49 dB (A) nachts. Wer da zum Hören eine Anstrengung braucht, hört nicht mehr richtig gut.

15.10.2010
20:13
Baum ab, Straße her - jetzt reicht’s
von bluppdidupp | #5

Schnellste Verbindung von Eichlinghofen aus zur Bib wäre Samstag mitm Bus nach Oespel und von da aus quasi wieder zurück mit der S1 zur Uni.
Läuft man direkt unter der h-bahn her ist Laufen schneller, je nach Wetter hat man allerdings anschließend dreckige Schuhe.
Zwecks Lernerei muss man doch hin- und wieder mal am Wochenende zur Bib laufen:
- Die typische Studentenbude ist zu klein um in der Gruppe zu lernen
- Was anderes hat nicht offen

Kostenmäßig bezweifle ich allerdings auch, dass sich der H-Bahn-Betrieb da rentieren würde - Könnte man aber ja einfach mal für ne kleine Weile austesten.

bzgl. H-Bahn-Lautstärke (Ich wohne keine 20m von der Strecke entfernt):
- Fährt sowieso nach 24:00 Uhr nicht mehr
- Bei offenem Fenster schon gut hörbar, aber von unerträglicher Lautstärke weit entfernt
- Bei geschlossenem Fenster muss man sich schon anstrengen um noch was zu hören

13.10.2010
11:38
Baum ab, Straße her - jetzt reicht’s
von vaikl | #4

@ #3
Die 19 anderen Fachbibliotheken sind über den Campus verteilt.

Und die haben wie die Studenten-Wohnheime natürlich alle eine eigene H-Bahn-Haltestelle.

Sehen Sie, ich nutze *jedes* Wochenende das Uni-Nord-Gelände für Spaziergänge mit meinem Hund. Was glauben Sie, wieviele Menschen - mal abgesehen von den schon erwähnten Trödelmarkt-Besuchern - ich dort treffe?

13.10.2010
08:17
Baum ab, Straße her - jetzt reicht’s
von Schon mal da gewesen | #3

@1:

Die ZENTRALbibliothek liegt an der S-Bahn-Haltestelle. Die 19 anderen Fachbibliotheken sind über den Campus verteilt.

EIN Studentendorf liegt an der S-Bahn-Haltestelle. Viele anderem sind im Großbereich Uni-Nord und Uni-Süd verstreut.

12.10.2010
21:05
Baum ab, Straße her - jetzt reicht’s
von irgendeinem Ingenieur | #2

Eine samstägliche H-Bahn-Verbindung zum S-Bahn-Haltepunkt würden wahrscheinlich viele Eichlinghofer begrüßen. Ob darunter ein nennenswerter Anteil von Studierende sein würde, kann ich mir allerdings nicht so wirklich vorstellen.

12.10.2010
19:59
Baum ab, Straße her - jetzt reicht’s
von vaikl | #1

Manchmal hat man den Eindruck, auf solchen Schnadegängen von Sierau und Radtke wird mehr gesoffen als beobachtet.

Die Uni-Bibliothek liegt direkt neben der S-Bahn-Halte und dem Studentendorf, lieber Herr Radtke. Eine H-Bahn am Wo.ende braucht dafür also Niemand. Und von *wo* bitte soll der S-Bahn-Haltepunkt Universität schnell erreichbar sein??? Von der Emil-Figge-Str., an der am Wo.ende auch kaum Jemand ist??

Nachdem der Gardenkamp also zur Entlastung des Nord-Süd-Verkehrsaufkommens ausgebaut wurde, soll er nun sofort wieder entlastet werden??? Hallo?

Sierau und Radtke lassen sich seit Anfang 2008 für eine Baumaßnahme feiern, die genau so gebaut wird, wie sie *von Beiden* geplant wurde - also *ohne* Südtangenten-Anschluss. Wollen die Beiden jetzt der CDU in den Ar... kriechen?

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