Bahn fährt ab Montag hinter Lärmschutz durch Sölde
16.08.2012 | 17:24 Uhr 2012-08-16T17:24:00+0200
Aplerbeck/Sölde. Wenigstens nachts war Ruhe. Tagsüber gaben sich Teufel und Beelzebub die Klinke in die Hand: Für die Lärmschutzmaßnahmen an der Bahnstrecke zwischen Sölde und Aplerbeck durften keine Züge mehr fahren, dafür wurde kräftig gehämmert.
Wenigstens nachts war Ruhe. Tagsüber gaben sich Teufel und Beelzebub die Klinke in die Hand: Für die Lärmschutzmaßnahmen an der Bahnstrecke zwischen Sölde und Aplerbeck durften keine Züge mehr fahren, dafür wurde kräftig gehämmert, „aber nicht so schlimm, wie befürchtet“, meint Ute Mais, CDU-Ratskandidatin. Gemeinsam mit den Grünen hatte die CDU in der damaligen Bezirksvertretung (BV) Aplerbeck für solche Maßnahmen gekämpft. „Noch nie haben sich so viele Menschen hier für etwas eingesetzt, wie für diesen Lärmschutz“, ist Volker Mais (CDU) vom Engagement der Bürger beeindruckt. Der Erfolg dieses Einsatzes wird sich ab Montag, 20. August, zeigen.
Nachts rumpeln die Güterzüge
Schon lange hatten die Anwohner entlang der Bahnstrecke ihren Ärger über den Lärm der rumpelnden Güterzüge geäußert (wie berichtet). Auch an Jasmin-, Abtei- oder Hüttenstraße kochten die Gemüter hoch. Man richtete Messstationen ein, um durch die gemessenen Werte unter anderem die Notwendigkeit einer Lärmschutzmaßnahme zu belegen.
Bereits Mitte Januar fiel für diese Aktion der Startschuss. Mit dabei war auch Henning Müller-Späth von der Bürgerliste. Einen Monat lang sollten die Daten gesammelt werden, „es ging sogar noch etwas länger“, sagt Müller-Späth. Doch die Werte an sich seien „nicht so interessant“. Vielmehr wollte man verlässliche Daten über die Lärmbelästigung vor der Baumaßnahme habe – um diese mit der Situation danach vergleichen zu können.
Danach ging es fast schon Schlag auf Schlag. Im Sommer war es dann endlich soweit. Seit dem 6. Juli mussten die Nutzer der RB 59 zwischen Holzwickede und Dortmund Schienenersatzbusse nutzen, während die Deutsche Bundesbahn Lärmschutzwände errichtete. Das hat nun bald eine Ende, die (Schienenverkehr-)Ruhe allerdings auch.
Ab Montag, 20. August, um 4 Uhr morgens werden die Schienen freigegeben – bei normalem Fahrplan. Durch die Lärmschutzmaßnahmen, so DB-Projektleiter Ulrich Kalka, reduziere sich der Lärm für die Anwohner um bis zu 9 dB(A). 10 dB(A) entsprächen etwa einer Halbierung des Lärms, schiebt er zur Erklärung nach. Ob und wie das zu spüren ist, werden die Anwohner erleben – und festhalten.
Messungen werden wiederholt
Denn Henning Müller-Späth ist sich sicher: Die Lärmmessung wird wiederholt. „Ich werde mit allen damals Beteiligten Kontakt aufnehmen.“ Mit dabei war unter andrem das Politiker-Ehepaar Mais sowie Friedhelm Goersmeyer von den Bündnisgrünen. Doch jetzt wolle er erst die Urlaubszeit und den Wahlkampf abwarten. Noch ist also nichts beschlossen. Doch der Politiker der Bürgerliste kann sich gut vorstellen, dass im Oktober oder November der erneute Startschuss fallen wird – an den gleichen Stellen wie im Januar. Der direkte Vergleich der Ergebnisse soll dann schwarz auf weiß zeigen, ob die neue Lärmschutzwand die Anwohner entlasten könne.
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