Angeklagter muss in den Gerichtssaal getragen werden

Was wir bereits wissen
Zu seinem Prozess wegen Mordes an seiner Frau musste ein 61-Jähriger den Saal getragen werden - weil er nicht an der Verhandlung teilnehmen wollte.

Dortmund.. An den Händen gefesselt und laut rufend musste der unter Mordverdacht stehende Rentner aus Hörde am Montag in den Gerichtssaal getragen werden. Der 61-Jährige wollte partout nicht an der Verhandlung teilnehmen.

Der 61-Jährige, der gestanden hat, Ende Januar seine Ehefrau mit zwei Messerstichen in den Hals getötet zu haben, wehrte sich mit Händen und Füßen. "Ich will hier nicht rein! Ich will hier nicht rein!", rief er, als zwei Wachtmeister ihn auf seinen Stuhl wuchteten. Hinweise, dass der Angeklagte psychisch schwer krank ist, gibt es schon lange. Und auch seine Ehefrau wurde vor ihrem Tod schon seit Jahren wegen Wahnvorstellungen behandelt.

Wut, Hass und Rache

"Wenn sie ihre Psychose hat, dann isst sie Waschmittel und macht noch ganz andere Sachen", soll der 61-Jährige in einer seiner ersten Vernehmungen erzählt haben. Tatsache ist: Dass er seine Frau aus Wut, Hass und Rache umgebracht haben will, weil diese ihm einen Seitensprung mit seinem eigenen Bruder gestanden hatte, hat der Rentner erstmals zu Prozessbeginn erwähnt.

In allen bisherigen Befragungen hatte sich eher heraus kristallisiert, dass der Mann offenbar fürchtete, dass seine Ehefrau in einer Pflegeeinrichtung untergebracht würde und er dann ohne Lebensaufgabe dastehen würde.

"Ohne meine Frau kann ich nicht leben. Wenn sie weg ist, ist auch mein Leben zu Ende. Wenn mir einer das Pflegen wegnehmen will, kann es zu Kurzschlussreaktionen kommen", sagte er beispielsweise bei einer Polizistin aus.