800 Besucher beim Friedensfest in Aplerbeck

Unruhe und Angst stand in vielen Gesichtern, als das Orgelspiel von Norbert Staschik jäh von Bomben- und Fliegergeräuschen unterbrochen wurde. Punkt 16.15 Uhr beim Friedensfest auf dem Marktplatz. Vor 70 Jahren hatte zu diesem Zeitpunkt das Bombardement der Amerikaner aufgehört. Am Sonntag erinnerten unter anderem diese Tonaufnahmen der schrecklichen Angriffe an die Befreiung des Stadtteils.

Aplerbeck.. "Wir wollen die Erinnerung wach halten", sagt Mitorganisator Klaus Krüger wenige Minuten später im Gespräch. "Es ist schon etwas Besonderes, dass Aplerbeck eher den Frieden hatte als die anderen Stadtteile." Parallel zu den elektronischen Kriegsgeräuschen wurden am Amtshaus zwei weiße Flaggen gehisst - genau wie vor 70 Jahren.

"Einige mutige Aplerbecker", hieß es dazu in einer Ansprache, erklärten sich und den Stadtteil damals gegen den Willen der SS für ergeben. Mit weißen Flaggen am Rathaus und einem Bettlaken am Turm der Großen Kirche.

An die Schrecken, die manche Aplerbecker zur gleichen Zeit an der Front erlebten, erinnerten Schüler der Emscherschule mit einer szenischen Lesung originaler Briefe. "Etwa 800 Besucher", schätzt Krüger, fanden den Weg zu dem ersten Open-Air- und bisher größten Friedensfest in Aplerbeck zu diesem Anlass.