Stühlerücken der Dezernenten
12.05.2010 | 20:03 Uhr 2010-05-12T20:03:00+0200
Dortmund. Wenige Tage, nachdem Ullrich Sierau in der Wiederholungswahl das Amt als Oberbürgermeisters zurückerobern konnte, hat das Stühlerücken auf der Kommandobrücke der Stadtverwaltung begonnen.
Stadtdirektor Siegfried Pogadl bestätigte jetzt gegenüber der WAZ, was schon am Wahlabend im Rathaus kolportiert wurde: Zum 30. September will der dienstälteste Beigeordnete der Stadt, der während der OB-losen Zeit Interimschef der Stadtverwaltung und damit zwischenzeitlich Vorgesetzter des alten und neuen Oberbürgermeisters Sierau war, aus dem Dienst ausscheiden und in den Ruhestand gehen. „Und zwar ausschließlich aus persönlichen Gründen”, wie der 60 Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung beteuerte: „Ab Herbst werde ich meinen Garten pflegen.”
Mit Pogadl geht ein über die Grenzen seiner eigenen Parteizugehörigkeit hinaus geschätztes Mitglied des Verwaltungsvorstandes von Bord des Stadtschiffs. Das SPD-Mitglied hat mehr als 46 Jahre öffentlicher Dienst auf dem Buckel. Während des Mauerfalls leitete Pogadl das republikweit bekannte Auffanglager für Zuwanderer Unna-Massen, das im letzten Jahr geschlossen wurde. Allein 30 Jahre steht Pogadl in Dortmunder Diensten, seit 12 Jahren als Sozialdezernent. Der „Stadtdirektor” fiel ihm im Zuge der Wahlwiederholungsdebatte als dienstältestem Dezernenten zu.
Die Ankündigung Pogadls gibt der Dynamik der Chefpostensuche neuen Schwung. Neben dem bislang von Sierau verantworteten Planungs- und Baubereich muss die Stadt nun auch den Sozialbereich neu besetzen. Auch für den Posten des Stadtdirektors, hinter dem OB immerhin zweiter Mann in der Verwaltung, wird jetzt eine geeignete Persönlichkeit gesucht. Hinzu kommt, dass SPD-Mann Jörg Stüdemann mit den Stimmen der CDU zwar gerade erst für acht Jahre zum Kämmerer gewählt, sein Vertrag als Kulturdezernent aber auf Betreiben der CDU vom Rat jedoch bewusst nicht verlängert wurde. Stüdemanns Kulturjob läuft demnach Ende des Jahres aus. Eher unwahrscheinlich, dass sich eine Ratsmehrheit dafür findet, dem Kämmerer länger als nötig die komplexe Kulturmaterie aufzubürden. In Rede steht weiterhin, ob sich die Stadt wieder einen Personaldezernenten leisten will.
Wild spekuliert wird seit längerem über die Zukunft der grünen Dezernenten Waltraud Bonekamp (Schule und Jugend) und Wilhelm Steitz (Recht, Ordnung, Umwelt). Seit dem rot-grünen Zerwürfnis nach der Kommunalwahl im Herbst möchten einige SPD-Granden die beiden am liebsten wegmobben. Ob das gelingt, ist indes fraglich. Steitz und Bonekamp sind noch für drei bzw. vier Jahre gewählt. Eine Abwahl durch den Rat, die nur mit der CDU zu bewerkstelligen wäre, käme die Stadt wegen der Weiterbezahlung der Bezüge teuer zu stehen. „Völlig unvorstellbar, dass die CDU da mitmacht”, so ein hochrangiger Christdemokrat zur WAZ.
Zur Strategie der Union gehört es andererseits, endlich wieder im Verwaltungsvorstand vertreten zu sein. In CDU-Kreisen gilt es als „gravierender struktureller Nachteil”, dass die zweitgrößte Ratsfraktion keinen Dezernenten hat. Dabei gibt man sich nicht unbescheiden: „Am besten wären sogar zwei.”
06:45
wenn pogadl geht sollte er drabig und prüsse,
sofort mitnehemen.
den verlust würde die stadt-dortmund kaum bemerken.
und der öberbürgermeister könnte seine arbeit ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
im sinne der stadt tun und nicht im sinne der Partei.