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Formula Student

Studieren auf der Überholspur mit FH-Rennwagen

29.11.2010 | 17:22 Uhr
Das „race-ing“-Team der Fachhochschule Dortmund gibt Gas im Studium. Foto: Helmuth Voßgraff

Dortmund. „Am Anfang haben die uns nicht richtig ernst genommen“, erklärt Stefan Rathmann. Mit „die“ meint der 29-jährige Fahrzeugbaustudent die meisten Leute an der Fachhochschule (FH) Dortmund. „Aber wir haben uns immer mehr gemausert und sind jetzt an der FH bekannt“, so Rathmann weiter.

Stefan Rathmann hat gemeinsam mit anderen rennsportbegeisterten Studenten - darunter auch zwei Frauen - vor vier Jahren das Rennteam „race-ing“ gründet. Es steht Studenten aller Fachrichtungen offen und nimmt jedes Jahr mit einem selbst konstruierten Rennwagen an der „Formula Student“ teil.

Video
Studenten der FH-Dortmund haben einen Rennwagen gebaut. Auf der Motorshow ist er zu sehen.

Für diesen Konstruktionswettbewerb bauen die rund 25 Studenten in Teamarbeit einen einsitzigen Formel-Rennwagen, um damit am Hockenheimring gegen Teams aus der ganzen Welt anzutreten. Bei dem Wettbewerb gewinnt aber nicht einfach das schnellste Auto, sondern das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion und Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. Alles muss stimmen.

Die Studenten sind stolz, dass ihr Rennwagen RI-10 letztes Jahr den 22 Kilometer langen Rundkurs bewältigte - das schafften viele Konkurrenten erst gar nicht. Jetzt soll das Gewicht des Wagens reduziert, die Elektronik und der Motor verbessert werden. Derzeit beschleunigt der einsitzige Bolide von Null auf Hundert in 4,27 Sekunden. Ziel des Teams ist es, sich bei der „Formula Student“ dauerhaft unter den Top 20 zu etablieren.

Studenten-Rennwagen

„Hier bekommt man viel mit, kann Sachen ausprobieren und auch Fehler machen“, findet Stefan Rathmann. „Man lernt hier mehr als im Studium“ betont Hilario Dos Santos Dias. Der Maschinenbaustudent ist im Team fürs Sponsoring zuständig. Denn so ein Rennwagen kostet Geld: 84.000 Euro sind für die nächste Saison veranschlagt. Zwar unterstützt die FH die angehenden Ingenieure mit Arbeitsräumen, Labor- und Werkstattkapazitäten, aber „finanziell bekommen wir im Vergleich zu anderen Teams weniger Geld“, erklärt Rathmann. Deshalb haben sich die Studenten ein ausgefeiltes Sponsoringkonzept überlegt, mit dem sie Unternehmen überzeugen wollen.

Auch mal Nachtschicht

Im Tiefparterre der FH in der Sonnenstraße haben die rennsportbegeisterten Studenten einen eigenen Raum, mit Besprechungstisch, PC und orangenem Sofa. „Die meisten von uns sind mehr hier als zu Hause“, lächelt Stefan Rathmann. „Familiär“ so Hilario Dos Santos Dias geht es auch bei den Treffen der „Formula Student“ zu: Man kennt sich und die Team helfen einander.

Für viele ist das Konstruieren und Schrauben Hobby. Nachtschichten vor Wettbewerben sind keine Seltenheit. Auch Nicole Kardas hat schon bis nachts um zwei Uhr Visitenkarten geschnitten. Sie ist ein der Frauen im Team und studiert im ersten Semester Fahrzeugtechnik. „Ich habe mich schon immer für Rennsport interessiert“, berichtet sie. Jetzt bringt sie sich in den Bereichen Sponsoring, Design und beim Motorbau ein.

Sabine Denninghoff

Kommentare
30.11.2010
14:22
Studieren auf der Überholspur mit FH-Rennwagen
von RennBrot | #2

Auf den Internetseiten der verschiedenen Wettbewerbe und denen der Dortmunder Teams sieht es danach aus, dass die FH sich im Mittelfeld befindet und...
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Studieren auf der Überholspur mit FH-Rennwagen
Studieren auf der Überholspur mit FH-Rennwagen
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/studieren-auf-der-ueberholspur-mit-fh-rennwagen-id4000986.html
2010-11-29 17:22
Dortmund