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Studenten sollen in sanierte „Müll-Häuser“ in der Nordstadt ziehen

23.01.2013 | 14:15 Uhr
Kakerlaken, Ratten, Müll, Uringestank - diese Häuser sind in einem erbärmlichen Zustand.Foto: WR

Dortmund-Nordstadt.   Die DOGEWO hat sieben Problemhäuser in der Nordstadt gekauft. Die Gebäude sind teils in katastrophalem Zustand – vermüllt, voller Ungeziefer, ohne Heizung. Nach der Sanierung sollen vor allem Studenten einziehen.

Die DOGEWO hat sieben Problemhäuser in der Nordstadt gekauft. Die Gebäude sind teils in katastrophalem Zustand – vermüllt, voller Ungeziefer, ohne Heizung. Nach der Sanierung sollen vor allem Studenten einziehen.

Die DOGEWO hat mehrere Problem-Immobilien mit 65 Wohnungen und 6 Ladenlokalen in der nördlichen Innenstadt gekauft. Das städtische Wohnungsunternehmen will die sieben Häuser für rund 2 Mio. Euro sanieren und nachhaltig bewirtschaften. Auch soziale Angebote für die Nordstadt sollen dort untergebracht werden – wie etwa Büros für das Quartiersmanagement oder eine Kinderstube. Vor allem Studenten sollen von den neuen Wohnungen angesprochen werden.

Müllhaus in der Nordstadt

Die gekauften Objekte sind teils in einem katastrophalen Zustand. Sie sind vermüllt, von Ungeziefer befallen, haben weder Heizung noch funktionierende Bäder und teils abenteuerliche Verkabelungen. „Wir wollen die Gebäude von Grund auf sanieren“, erklärt DOGEWO-Chef Graniki. Aber das werde dauern. Allein die wirksame Bekämpfung von Schaben dauere mindestens ein Jahr. Kosten hierfür: 8000 Euro pro Gebäude.

Die Adressen der Häuser:

  • Bornstraße 125 (14 Wohnungen, 2 Läden)
  • Danewerkstraße 1 (6 Wohnungen, 1 Laden)
  • Evinger Straße 279 (9 Wohnungen)
  • Lindenhorster Straße 98 (7 Wohnungen)
  • Lindenhorster Straße 100 (7 Wohnungen, 1 Laden)
  • Mallinckrodtstraße 54 (11 Wohnungen, 1 Laden)
  • Mallinckrodtstraße 56 (11 Wohnungen, 1 Laden)

Die DOGEWO will mit dem Kauf zur Aufwertung der Nordstadt beitragen. Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) machte sich mit DOGEWO-Chef Klaus Graniki und Sozialdezernentin Birgit Zoerner ein Bild vom Zustand eines der Objekte. „Wir mussten lange zusehen, wie private Eigentümer ihre Häuser zu Lasten ganzer Straßenzüge haben verkommen lassen. Das ist jetzt an einigen Stellen vorbei.“

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Etliche weitere Problem-Häuser in der Nordstadt sind in so schlechten Zustand, dass von ihnen Verkehrs- oder Gesundheitsgefährdungen ausgehen. Sie strahlen negativ auf die ganze Nachbarschaft aus und beschädigen den ursprünglich guten Wohnstandort.

Meldung vom 15.01.2013
Dogewo kauft und saniert das Evinger „Ekelhaus“

Kakerlaken, Ratten, Müll, Uringestank: Laut Geschäftsführer Graniki musste die Dogewo wegen Gefahr im Verzug das „Ekelhaus“ in der Evinger Straße Gefahr kaufen. Weitere Aktionen für Eving und die Nordstadt sollen folgen.

Die Ursachen: Teils wollen die Eigentümer möglichst schnell möglichst viel Geld aus dem Objekt herauszuziehen – teils sind sie mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung schlicht überfordert. Oft sind auch die Eigentumsverhältnisse ungeklärt, etwa nach Insolvenzen oder Auswanderungen.

In einigen Gebäuden wurden bis vor Kurzem bis zu 80 Matratzen zu Wucherbeträgen an bulgarische oder rumänische Familien vermietet – andere Gebäude dienen lediglich als Meldeadresse oder Ort für Wohnungs-Prostitution. Wieder andere stehen leer. Die Stadt hat keine Handhabe, weil privates Eigentum unter besonderem Schutz steht. Seriöse Investoren kommen selten zum Zuge, weil astronomische Kaufpreise gefordert werden. Umso erfreulicher ist es, dass der DOGEWO jetzt der Einstieg gelungen ist.



Kommentare
24.01.2013
17:12
Studenten sollen in sanierte „Müll-Häuser“ in der Nordstadt ziehen
von xxyz | #13

@12: In der Nordstadt würde es helfen, wenn die grundlegende gesellschaftliche Ordnung hergestellt wird.

Ich kann mich sehr gut an eine 10 Jahre alte Radioreportage des lokalen Radios erinnern, wo Reporter innerhalb von ein paar Stunden einen Käufer für offensichtlich geklaute Radios fanden und sich fragten, was die Polizei eigentlich macht.

Das fragt sich der Bürger heute auch noch, weiß aber, dass die Beamten sich um die großen Fische kümmern und Mega-Razzien und Raser-Marathons vorbereiten.

Wenn man sich die Urteile bei den unten beschriebenen Messerstechereien anschaut, ist auch klar, dass der Staat nicht konsequent gegen diese Täter vorgeht.

Das ist schade. Ich halte den Bereich westlich der B54 mit Fredenbaum, Hafen, U und ein paar Szenekneipen für ein Gebiet mit einem großen Potenzial. Aber selbst eine Strand-Kneipe hatte ja im Industriegebiet Probleme bzgl. der Auflagen.

So wird der Status Quo erhalten bleiben. Ein paar aufgekaufte Häuser helfen nicht

4 Antworten
@ xyz
von HerrderFliegen | #13-1

"In der Nordstadt würde es helfen, wenn die grundlegende gesellschaftliche Ordnung hergestellt wird" - dem kann man nur zustimmen. Aber - wovon träumen Sie eigentlich nachts?

@HerrderTiefflieger
von mellow | #13-2

Wenn gerade Leute Ihrer Colour von "gesellschaftlicher Ordnung" faseln ... ist das ein müder Witz.

@ merdow
von HerrderFliegen | #13-3

Eine "grundlegende gesellschaftliche Ordnung" ist aber immer noch zehntausendmal besser als das von Leuten wie Ihnen verursachte reale Chaos und die gesellschaftliche Degeneration ..... Glauben Sie eigentlich, dass Sie sich nicht irgendwann einmal dafür verantworten müssen?

Strrronzo:
von mellow | #13-4

Sie poltern aus einem Hemdkragen heraus, der Ihnen zwölf Nummern zu groß ist. "Gesellschaftliche Degeneration" erklärt höchstens den pathologischen Zwang, permanent hier unter circa 347 Nicks Ihren gedanklichen Sud über alles zu tröpfeln, das nicht Ihrem braunen Weltbild entspricht. Und der Begriff "Verantwortung" aus Ihrer Tastatur - geschenkt. No comment.

24.01.2013
15:17
Studenten sollen in sanierte „Müll-Häuser“ in der Nordstadt ziehen
von runningvalentino | #12

Grundsätzlich ist der Gedanke einer Sanierung mit anschließender Vermietung an Studenten begrüßenswert. Das zum Teil miese Umfeld der Objekte wird aber durch die Existenz der Studenten nur bedingt verbessert.

Die Problempopulation wird bleiben und den Charakter der Nordstadt leider nachhaltiger prägen als unsere Nachwuchsakademiker.

Allein, was sollte sonst mit den "Ekelhäusern" geschehen? Aussitzen des Problems ist auch keine Lösung und die "Hetmeier" will der gute vaikl2 dort auch nicht als Investor sehen.

Also warten wir doch mal ab, was die Studenten ggf. bewirken können. einen Versuch ist es allemal wert:-)

24.01.2013
11:24
@boehmann | #9
von vaikl2 | #11

Sie dürfen sich freuen, in der Nordstadt gibt es grade für Studenten jede Menge bezahlbaren und sanierten Wohnraum, und das schon seit zig Jahren.

Wer allerdings seine Umgebungserfahrungen ausschließlich aus reißerischen Titelzeilen gewisser Dortmunder Blätter oder Absonderungen gewisser Nazis gewinnt, dem fehlt es natürlich auch an notwendigem Selbstvertrauen.

24.01.2013
10:13
Studenten sollen in sanierte „Müll-Häuser“ in der Nordstadt ziehen
von HerrderFliegen | #10

Tolle Idee! Da werden sich die Studenten aber freuen - bei dem Umfeld. Die Studenten können einem leid tun als Versuchskaninchen zur sozialen Stabilisation eines Problembezirkes missbraucht zu werden. Bei der Problemlage in der Dortmunder Nordstadt kann man auch bezweifeln, dass diese Aktion etwas bringen wird.

7 Antworten
?
von mellow | #10-1

Umfeld? Ich kenne eine Menge Studenten, die gerne -sogar am liebsten- im Norden wohnen. Günstige Mieten, gute Infrastruktur, unmittelbare Nähe zum Fredenbaumpark und Kanal, Depothek, Sissikingkong, Subrosa, kreative Möglichkeiten zuhauf und perfekte Anbindung zur U-Bahn, Hbf und Autobahn. Wer sich auch immer hinter dem HerrderFliegen-Nick versteckt: Außer den üblichen Vorurteilen hat er wenig bis keine Ahnung.

@ mellow
von HerrderFliegen | #10-2

Wo steht denn, dass die Nordstadt abgrundtief mies sei? Natürlich wird es auch Studenten geben, die kein Problem mit der Nordstadt haben werden.

Aber - Drogenangebote an fast jeder Ecke, Trinker, Drogenabhängige, Stadtstreicher, Asoziale und Kriminelle in den vermüllten und mit Spritzen versauten Grünflächen, illegale Prostitution, Schwarzarbeiterstrich, organisierte Kriminalität, regelmässig Raub, Einbrüche, Diebstähle, Messerstechereien und Schiessereien, Müll- und Problemhäuser .... Na, wer es mag - Jedem das Seine!

HerrderFliegenklatsche
von mellow | #10-3

Gähn. By the way, mit Ihem letzten Satz kennen Sie sich ja aus.

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24.01.2013
00:17
Studenten sollen in sanierte „Müll-Häuser“ in der Nordstadt ziehen
von boehmann | #9

Die Nationalität der Studenten ist hier nicht festgelegt, und so mancher Gaststudent würde sich über eine sanierte Bleibe zu bezahlbarer Miete freuen. Nur Pessimisten und Nörgler verschmutzen das Viertel noch mehr , als es verdient hat. Jeder Strohhalm den wir hier greifen können ist uns wichtig und stärkt die Hoffnung zur Normalität zurück zu finden.

23.01.2013
22:40
Studenten sollen in sanierte „Müll-Häuser“ in der Nordstadt ziehen
von xxyz | #8

Auch gute Studenten können sich die Unis aussuchen.
Dortmund zeigt dann direkt, welchen Stellenwert Studenten haben.

Insgesamt ist die Nordstadt sicherlich ein interessanter Raum. Insbesondere westlich der B54, aus dem man sehr viel machen könnte. Bei den Häusern an der Lindenhorster Str. werden wir ja sehen, was passiert.

23.01.2013
22:21
Studenten sollen in sanierte „Müll-Häuser“ in der Nordstadt ziehen
von nussknacker | #7

Aha, habe ich es richtig gelesen, wo es kein Rumäne aushält, da sollen nun Studenten (zukünftige Ärzte, Rechtsanwälte und Richter) einziehen?

Ihr tickt doch nicht richtig!

23.01.2013
19:13
Erstaunlich,
von vaikl2 | #6

...dass die WAZ/Ex-WR hier nochmal Bilder vom - anscheinend jetzt nicht von der Dogewo gekauften - Problemhaus Mallinckrodtstraße 317 zeigt. Das Musterbeispiel für Spekulationen und Schwarzmieten unter der ehemaligen Verwaltung auch bekannter Dortmunder Namen, darunter z.B. Ex-CDU-Fraktionschef und Ex-OB-Kandidat Hovermann, sollte doch nach den Beteuerungen der letzten sog. "Verwalter" von der Firma "Promas" längst saniert und neu vermietet sein.

Anscheinend ist dieser Abschnitt der Mallinckrodtstraße weder für Dogewo noch für Andere in irgendeiner Form wirtschaftlich interessant, so dass man nun in der Nordstadt von der Selektion von Objekten erster, zweiter, dritter und evt. sogar vierter Klasse reden muss.

23.01.2013
18:50
Liebe Redaktion...
von mellow | #5

"Müllhäuser", "Ekelhäuser" ... ist ja gut. Wir haben es verstanden. Heruntergewirtschaftete und abgewohnte Häuser, die saniert werden müssen. Also "sanierte Häuser". Ist Ihnen das nicht griffig und markant genug? Eine BILD reicht, und die würde ich nicht mal kaufen, um einen Fisch damit einzuwickeln (das hätte der Fisch nicht verdient). Ein wenig mehr Niveau und weniger Rustikalität bei der Wortfindung der Headline-Formulierung - das wünschte ich mir von der WAZ. Und zwar ganz dringend.

23.01.2013
16:28
Studenten sollen in sanierte „Müll-Häuser“ in der Nordstadt ziehen
von chris84 | #4

P.S. "Sanierung" reicht ganz bestimmt bei den Whg. nicht mehr aus. Rechnet man eine Kernsarnierung gegen wird sehr schnell klar, dass es sich nicht rechnen wird.
Aber wers hat ;-)

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