Studenten sollen in sanierte „Müll-Häuser“ in der Nordstadt ziehen

Kakerlaken, Ratten, Müll, Uringestank - diese Häuser sind in einem erbärmlichen Zustand.
Kakerlaken, Ratten, Müll, Uringestank - diese Häuser sind in einem erbärmlichen Zustand.
Foto: WR
Was wir bereits wissen
Die DOGEWO hat sieben Problemhäuser in der Nordstadt gekauft. Die Gebäude sind teils in katastrophalem Zustand – vermüllt, voller Ungeziefer, ohne Heizung. Nach der Sanierung sollen vor allem Studenten einziehen.

Dortmund-Nordstadt.. Die DOGEWO hat sieben Problemhäuser in der Nordstadt gekauft. Die Gebäude sind teils in katastrophalem Zustand – vermüllt, voller Ungeziefer, ohne Heizung. Nach der Sanierung sollen vor allem Studenten einziehen.

Die DOGEWO hat mehrere Problem-Immobilien mit 65 Wohnungen und 6 Ladenlokalen in der nördlichen Innenstadt gekauft. Das städtische Wohnungsunternehmen will die sieben Häuser für rund 2 Mio. Euro sanieren und nachhaltig bewirtschaften. Auch soziale Angebote für die Nordstadt sollen dort untergebracht werden – wie etwa Büros für das Quartiersmanagement oder eine Kinderstube. Vor allem Studenten sollen von den neuen Wohnungen angesprochen werden.

Die gekauften Objekte sind teils in einem katastrophalen Zustand. Sie sind vermüllt, von Ungeziefer befallen, haben weder Heizung noch funktionierende Bäder und teils abenteuerliche Verkabelungen. „Wir wollen die Gebäude von Grund auf sanieren“, erklärt DOGEWO-Chef Graniki. Aber das werde dauern. Allein die wirksame Bekämpfung von Schaben dauere mindestens ein Jahr. Kosten hierfür: 8000 Euro pro Gebäude.

Die Adressen der Häuser:

  • Bornstraße 125 (14 Wohnungen, 2 Läden)
  • Danewerkstraße 1 (6 Wohnungen, 1 Laden)
  • Evinger Straße 279 (9 Wohnungen)
  • Lindenhorster Straße 98 (7 Wohnungen)
  • Lindenhorster Straße 100 (7 Wohnungen, 1 Laden)
  • Mallinckrodtstraße 54 (11 Wohnungen, 1 Laden)
  • Mallinckrodtstraße 56 (11 Wohnungen, 1 Laden)

Die DOGEWO will mit dem Kauf zur Aufwertung der Nordstadt beitragen. Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) machte sich mit DOGEWO-Chef Klaus Graniki und Sozialdezernentin Birgit Zoerner ein Bild vom Zustand eines der Objekte. „Wir mussten lange zusehen, wie private Eigentümer ihre Häuser zu Lasten ganzer Straßenzüge haben verkommen lassen. Das ist jetzt an einigen Stellen vorbei.“

Nordstadt-Spezial Etliche weitere Problem-Häuser in der Nordstadt sind in so schlechten Zustand, dass von ihnen Verkehrs- oder Gesundheitsgefährdungen ausgehen. Sie strahlen negativ auf die ganze Nachbarschaft aus und beschädigen den ursprünglich guten Wohnstandort.

Verwahrlosung Die Ursachen: Teils wollen die Eigentümer möglichst schnell möglichst viel Geld aus dem Objekt herauszuziehen – teils sind sie mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung schlicht überfordert. Oft sind auch die Eigentumsverhältnisse ungeklärt, etwa nach Insolvenzen oder Auswanderungen.

In einigen Gebäuden wurden bis vor Kurzem bis zu 80 Matratzen zu Wucherbeträgen an bulgarische oder rumänische Familien vermietet – andere Gebäude dienen lediglich als Meldeadresse oder Ort für Wohnungs-Prostitution. Wieder andere stehen leer. Die Stadt hat keine Handhabe, weil privates Eigentum unter besonderem Schutz steht. Seriöse Investoren kommen selten zum Zuge, weil astronomische Kaufpreise gefordert werden. Umso erfreulicher ist es, dass der DOGEWO jetzt der Einstieg gelungen ist.