Studenten sollen als Strohmänner Tickets für BVB gegen Real Madrid kaufen

Zahlreiche BVB-Fans campieren vor der Geschäftsstelle - Eindrücke vom Rheinlanddamm.
Zahlreiche BVB-Fans campieren vor der Geschäftsstelle - Eindrücke vom Rheinlanddamm.
Foto: Oliver Schaper
Was wir bereits wissen
Ein Kartenhändler versucht offenbar, Studenten anzuwerben, die für ihn Tickets für das Champions-League-Spiel zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid kaufen. Der Händler bietet den Studenten eine Prämie von 150 Euro für zwei Tickets.

Dortmund.. Karten für das Halbfinal-Spiel zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid sind heißbegehrt. Schon seit Sonntagnachmittag campieren BVB-Fans vor der Geschäftsstelle am Rheinlanddamm und warten auf den Beginn des freien Vorverkaufs, Dienstag, 8.30 Uhr.

Kartennot macht erfinderisch. Auch einen Tickethändler, der verschiedene Fachschaften der Technischen Universität Dortmund angemailt hat. Die Mail liegt der Redaktion vor. Darin heißt es unter anderem: "Als Betreiber einer Ticketagentur liegt mir eine größere Anfrage eines Reiseveranstalters vor, Karten für das Hinspiel am 24. April gegen Real Madrid zu besorgen." Das bestätigt der Ticket-Händler auch gegenüber dieser Redaktion: "Ich wurde vom Reisebüro beauftragt. Dann habe ich mir überlegt, wie ich das am besten anstelle." So sei er auf die Idee mit der Mail an die Studenten gekommen. Als Prämie stellt er 150 Euro für je zwei gekaufte Eintrittskarten.

Geld für die Karten gibt es vorab

Weiter instruiert er in seiner Mail etwaige Strohmänner: "Um an zwei Karten zu kommen, sollte man sich am Vorabend des Vorverkaufs (22 Uhr sollte meines Erachtens reichen) anstellen, um am kommenden Dienstag ab 8.30 Uhr zwei Karten kaufen zu können. Falls 22.00 Uhr jedoch schon zu spät gewesen sein sollte, wovon ich jedoch nicht ausgehe, bekommt Ihr 50 Euro." Auch wer knapp bei Kasse ist, kann sich für den Händler in die Schlange stellen, denn: "Das Geld für den Kauf der Karten könnt Ihr von mir vorab bekommen."

Champions League Im Gespräch mit dieser Redaktion zeigt sich der Händler überzeugt von der Legalität seines Aufrufs. Der BVB sähe es zwar nicht gerne, wenn Tickets weit über Normalpreis verkauft werden, aber "das ist keine strafbare Handlung".

Käufer kann vom BVB gesperrt werden

Die Allgemeinen Ticket-Geschäftsbedingungen (ATGB) von Borussia Dortmund untersagen "das Ticket ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Veranstalters gewerblich und/oder kommerziell zu veräußern." Ebenso ist es laut ATGB verboten, "das Ticket im Falle der privaten Weitergabe mit der Absicht, es zu einem wesentlich höheren Preis als den, der auf dem Ticket angegeben ist, anzubieten oder zu veräußern. " Einen Aufpreis von 15 Prozent zur Deckung etwaiger Auslagen (Porto, gezahlte Vorverkaufsgebühren etc.) sieht der BVB in den ATGB noch als gerechtfertigt an. Die Konsequenz für Schwarzhändler: Sie können vom BVB für den Ticketkauf gesperrt werden. Agiert ein Händler jedoch über Strohmänner, die sich für ihn in die Schlange stellen, greift diese Maßnahme ins Leere.

Bei den Fans, die stunden- oder tagelang in der Schlange stehen, um Karten für sich selbst zu kaufen, stößt diese Art der Ticket-Beschaffung auf wenig Gegenliebe. Vor etwa einem Jahr kam es zu Tumulten, als Schwarzhändler beim Vorverkauf für das Revierderby enttarnt worden waren. Der Händler kann das verstehen: "Die Fans, die sich da die Nacht um die Ohren schlagen, finden das bestimmt nicht gut." Dennoch ist er sich sicher: "Ich bin nicht der einzige Händler, der so vorgeht."