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"Studenten sind unbezahlbar für uns"

29.01.2008 | 03:29 Uhr

Dortmund gewinnt als internationale Universitätsstadt weiter an Profil: Endlich ist die Finanzierung des lange geplanten Internationalen Begegnungszentrums (IBZ) für ausländische Studenten gesichert. Das verkündete Dr. ...

... Bodo Weidlich, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der Universität, auf dem Jahresempfang der TU. "Wir haben die erforderlichen 500 000 Euro an Sponsorengeldern eingeworben", sagte Weidlich am Montagabend vor rund 350 geladenen Gästen im Audimax. Damit wäre knapp die Hälfte des Investitionsvolumens für den Neubau, der neben dem Zentrum für Studierendenservice und dem Sprachenzentrum an der Emil-Figge-Straße entstehen wird, gesichert. Nach WAZ-Informationen rechnet man fürs IBZ mit einem Kostenrahmen von rund 1,2 Mio Euro. Der erste Spatenstich für das Gebäude, das Anlaufstelle, Kontaktbörse und Tagungsraum für die rund 3000 ausländischen Studierenden auf dem Campus werden soll, ist für den 5. Juni geplant. Eröffnet wird das Haus, das auch ein Cafe beherbergen wird, in 2009.

Neben den Sponsoren - darunter zahlreiche Dortmunder Unternehmen - sind die Studenten selbst die Hauptinvestoren des IBZ - und zwar über ihre Studiengebühren. Dass dieser Zwangsobolus weiter umstritten ist, blieb den Gästen des Jahresempfangs nicht verborgen: Ein ASTA-Sprecher kündigte brav weitere Boykottmaßnahmen für das kommende Semester an. Andere Studenten entrollten am oberen Ende des steil aufsteigenden Auditoriums flugs ein selbst gemachtes Transparent, mit dem sie die kostenlose Bildung vom Kindergarten bis zur Hochschule einforderten. Ein wirksamer Studenten-Protest sieht freilich anders aus.

Aufs liebe Geld spielte auch Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer an, im Sinne einer Kosten-Nutzen-Rechnung für die Stadt: "Studenten sind unbezahlbar für Dortmund", sagte der OB mit Blick auf eine spezielle Bedeutung der Universität: als Verjüngungsfaktor der Dortmunder Demographie.

"Sind wir eine junge Uni?", sprach Rektor Prof. Eberhard Becker eine andere Altersfrage an. Oder warte die Hochschule, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert, noch auf ihre eigentliche Bestimmung? Andere Sorgen griff Prof. Peter Strohschneider, Vorsitzender des Deutschen Wissenschaftsrates, in seinem Gastvortrag auf. Geistes- und Sozialwissenschaften seien mit ihrem komplexen Deutungsanspruch an einer TU mehr als nur die Dekoration der Technischen Fakultäten, sagte der Historiker, der selbst zehn Jahre lang als Geisteswissenschaftler an einer TU (in Dresden) wirkte. Sicherheitshalber schob Strohschneider seiner blendenden Analyse einen Uralt-Kalauer hinterher: Nicht zu unterschätzen sei natürlich auch die positive Wirkung der Geisteswisenschaftler auf den Partner- und Heiratsmarkt der Ingenieure.

Von Michael Kohlstadt

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