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Streit um Leinenpflicht für Hunde geht auch nach Gerichtsurteil weiter

13.08.2012 | 11:43 Uhr
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Streit um Leinenpflicht für Hunde geht auch nach Gerichtsurteil weiter
Hund trifft Frau mit Kinderwagen: Berner Sennenhund Anubis allerdings ist total gelassen. Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster dürfen Städte in Wäldern keine Leinenpflicht für Hunde aussprechen. Eine Entscheidung, die nicht nur auf Freude trifft. Denn eine einheitliche Regelung fehlt weiterhin - das fördert den Streit zwischen Hundehaltern, Joggern, Spaziergängern und Jägern.

Eigentlich hat Stefanie Podgornik keine Angst vor Hunden, ist ihnen auch nie ausgewichen, wenn sie ihnen begegnet ist. Aber seit ihre Tochter auf der Welt ist, seit sie die acht Monate alte Lilli im Buggy vor sich herschiebt, hat sie ein mulmiges Gefühl, wenn sie in der Bittermark in Dortmund spazieren geht: vor allem dann, wenn die Hunde frei herumlaufen, nicht auf ihre Besitzer hören und auf den Kinderwagen zusteuern.

Erst neulich ist ihr das wieder passiert: Da raste in dem Wald ein Hund ohne Halsband und Leine zielgerichtet auf das Mädchen im Wagen zu. Gleich dreimal musste sie sich mit dem Buggy im Kreis drehen, einmal gar das Bein dazwischenhalten, damit der Hund dem Kind nicht zu nahe kam. Erst danach machte sich der Besitzer auf den Weg, um seinen Hund zu sich zu holen.

Städte und Gemeinden können keinen Leinenzwang für Hunde erlassen

„Sie hätten sich ruhig entschuldigen können“, sagte die 37-jährige Ärztin daraufhin zu dem Mann, worauf sie die Antwort erhalten habe: „Passen Sie auf, was Sie sagen. Sie haben schließlich meinen Hund getreten.“

Nicht alle Hunde sind so gut erzogen und teilnahmslos wie dieser Weimaraner von Jörg Latuske, wenn Stefanie Podgornik (37) mit ihrer Tochter Lilli im Wald unterwegs ist. Foto: Ralf Rottmann

Kein Einzelfall: Wenn Hundebesitzer und Nicht-Hundebesitzer aufeinander treffen, wenn Eltern Angst haben und Kinder in Hundehaufen treten, wenn Vierbeiner nicht hören und ihre Herrchen und Frauchen auch noch unfreundlich reagieren, oder wenn Mütter panisch ihre Kinder auf den Arm nehmen, wenn ihnen ein Hund entgegengetrottet kommt, liegen die Nerven auf beiden Seiten blank.

Auf umso mehr Aufmerksamkeit stieß daher jetzt ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster: Städte und Gemeinden können demnach auf Waldwegen in Nordrhein-Westfalen keinen Leinenzwang für Hunde erlassen. Dem Urteil zufolge dürfen die Hunde frei laufen, solange sie den Weg nicht verlassen. Ausnahmen gelten nur in Naturschutzgebieten und auf ausdrückliche Anordnung der Forstbehörden des Landes, etwa in ausgewiesenen Erholungsgebieten.

Hintergrund: Eine Hundebesitzerin hatte gegen die Stadt Hilden geklagt und schließlich gewonnen. Die Stadt sei für ein Verbot nicht zuständig, entschied das Gericht. Das Landesforstgesetz sieht nur abseits der Wege eine Leinenpflicht vor. Ein Urteil, das Konsequenzen hat, die Gemüter erhitzt und die Geister scheidet. Ein Überblick:

Kommentare
24.08.2012
23:52
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Name von Moderation entfernt | #71

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21.08.2012
12:02
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17.08.2012
22:43
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1 Antwort
Streit um Leinenpflicht für Hunde geht auch nach Gerichtsurteil weiter
von Rocky2012 | #69-1

Na ja, warum sollte der Kommentar gelöscht werden? Es stimmt doch was Sie sagen. Besonders nach dem Wochenende liegen bei uns im Park Unmengen an Müll rum, meist noch direkt um die Mülleimer verteilt.
Sehr war auch die Begegnung mit einer Mutter, die uns anpöbelte, wir sollten aufpassen das unsere Chihuahuas nicht den Park vollschei***, während sie ihr Kinder gerade in den Busch schei*** ließ. Aber Menschen dürfen es ja, ohne Strafe zu zahlen, einfach liegen lassen.

17.08.2012
13:43
Wenn die Argumente ausgehen...
von ruettensu | #68

... wird irgendein Vergleich gezogen und am besten noch mit der allseits bekannten Keule geschwungen.
Prima!

Vielleicht mal ein paar Anmerkungen dazu:

1) Hundehalter sind in unserem Land mit Sicherheit keine Randgruppe; früher vielleicht mal....

2) Man sollte nicht alles auf "Hass" reduzieren, es gibt genügend Mitbürger die das Thema zwar (sehr) kritisch sehen, aber hier ist kein Hass dahinter.

3) Hundehalter, die ihren Hund (und leider auch sich selbst) nicht im Griff haben, sind zwar zu bemitleiden, aber mit Sicherheit keine "Opfer". Sie sollten hierbei Aktion und Reaktion unterscheiden.

Grüsse;-)

1 Antwort
Streit um Leinenpflicht für Hunde geht auch nach Gerichtsurteil weiter
von Rocky2012 | #68-1

Hundehalter sind vielleicht nicht die Opfer, dafür aber die Hunde umso mehr. Gerade Opfer der Politik. Man nehme nur mal das sogenannte "Hunde-KZ" in Hamburg, das es gottseidank nicht mehr gibt. Dort wurden nach inkrafttreten des neuen Hundegesetztes alles Hunde der Rassen, Pitt Bull, Staff und Bullterrier, Hunde die nie auffällig geworden waren, aus ihren Familien gerissen, in eine riesige Lagerhalle in 8x8 m² große Zwinger übereinander gestapelt. Ohne Auslauf, ohne Kontakt zu Menschen oder anderen Hunden wurden dort hundere, wenn nicht tausende von Hunden getötet, wenn sie sich nicht schon vorher in ihren Zwinger selber tötliche Verletztungen zugezogen haben. Alles nur aufgrund von Medienberichten und unwissenden Politikern, die noch nie einen Hund dieser Rasse überhaupt gesehen haben, sie aber von vornherein verteufeln.

17.08.2012
10:38
Streit um Leinenpflicht für Hunde geht auch nach Gerichtsurteil weiter
von Rocky2012 | #67

Es kommt mir so vor, als wären wir wieder in den 40ern. Wieder wird der Hass auf eine bestimmte Randgruppe gelenkt, die Hundebesitzer und deren Hunde. Es gibt abgesteckte Areale wo sie freilaufend gedultet werden, aber wehe sie sind mal woanders ohne Leine, dann ist das Geschrei immer große. Die Hunde würden je belästigen. Wie wäre es denn, wenn wir sagen würden, Kinder dürften nur noch auf Spielplätzen rumlaufen. Außerhalt der Spielplätze müssten sie in Kinderwagen geschnallt werden, damit sie andere Personen nicht belästigen können. Das wäre genauso hirnverbrannt.
Es ist auch immerwieder schön zu sehen wie die Medien völlig die Tatsachen verdrehen und so den Hass der Menschen weiter schüren. BILD und Co. sind zum Diktator geworden die zum Krieg gegen eine Randgruppe auffordern. Und das Volk steigt voll drauf ein. Anscheinend haben die Deutschen aus ihrer Vergangenheit nichts gelernt.

17.08.2012
07:01
Streit um Leinenpflicht für Hunde geht auch nach Gerichtsurteil weiter
von laederlappen | #66

@redrotti, #62:
Sie haben die beiden zitierten Sätze falsch interpretiert. Ich versuche mal, es zu erklären:

Aus dem Artikel: "Dem Urteil zufolge dürfen die Hunde frei laufen, solange sie den Weg nicht verlassen. Ausnahmen gelten nur in Naturschutzgebieten und auf ausdrückliche Anordnung der Forstbehörden des Landes, etwa in ausgewiesenen Erholungsgebieten."

Satz 1 sagt "Frei laufen OK, aber nur auf dem Weg,"
Satz 2 sagt "Frei laufen _ausnahmsweise_ nicht OK, wenn Forstbehörde das ausdrücklich anordnet. Diese Anordnungen können z. B. für Naturschutzgebiete und ausgewiesene Erholungsgebiete erlassen werden."

Also: Grundsätzlich Freilauf OK (aber immer nur auf den Wegen, gesetzliche Ausnahmen: Jagdhunde während einer Jagd und Polizeihunde jederzeit), es sei denn die Forstbehörde ordnet Leinenpflicht an, was insbesondere in Naturschutzgebieten und ausgewiesenen Erholungsgebieten der Fall ist.

In Ihrem Erholungsgebiet darf der Hund also noch nicht mal auf dem Weg von der Leine.

16.08.2012
22:57
Rechtschreibfehler..
von ruettensu | #65

... am späten Abend sind zu entschuldigen;-)

16.08.2012
22:56
Schmunzeln..
von ruettensu | #64


... muss man doch ein wenig bei den Beiträgen des Herren aus dem Pott.

… jemals Probleme …

Hat leider etwas von einer Märchenstunde, obwohl ich hier (unbekannterweise) eine kompotente Hundehaltung nicht unbedingt in Frage stellen möchte.

Und sowas erregt sich mit seiner 30-jährigen Erfahrung über die unkundigen aggressiven Hundehasser??!!?

1 Antwort
Streit um Leinenpflicht für Hunde geht auch nach Gerichtsurteil weiter
von HalloAusDemPott | #64-1

Empfehle Ihnen mal ausgedehnte Spaziergänge mit Hunden, mal sehen wie lange sie nach der zigten Anmache noch schmunzeln.

16.08.2012
22:30
Streit um Leinenpflicht für Hunde geht auch nach Gerichtsurteil weiter
von HalloAusDemPott | #63

Laederlappen 56

Schön das ich sie amüsiere, aber wie ich sehe, ist ihr Name wohl Programm.......

Wenn sie keine Ahnung von Hunden haben, sollten sie einfach mal schweigen, als ihren Blödsinn von sich zugeben.

Warscheinlich können sie noch nicht einmal Knurren von Bellen unterscheiden.

Auch unterstelle ich ihnen, dass ihre Erfahrungen schlicht und einfach erfunden, bzw. erlogen sind.

Aber für sind spielende und bellende Hunde mit Sicherheit schon gefährlich.

Als Hundehalter und das schon seit über 30 Jahren, habe ich schon viele Auseiandersetzungen mitbekommen, seltsamerweise ging die Aggressivität, oberlehrerhaftes Getue, Bevormundungen, Beleidigungen immer wieder von Spaziergängern, Joggern oder Radfahrern aus, ohne dass es seitens der Hunde jemals Probleme gegeben hätte.

Diese Herrschaften sind leider der Meinung, dass Hundehalter keinerlei Rechte haben und sofort Platz machen müssen wenn sie auftauchen.

Übrigens, es gibt kein Leinengebot, höchstens Leinenzwang.


1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #63-1

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16.08.2012
17:59
Streit um Leinenpflicht für Hunde geht auch nach Gerichtsurteil weiter
von redrotti | #62

Generell hätten Sie da recht, wenn es nicht ein Gebiet wäre, welches explizit als Naherholungsgebiet mit der von Ihnen zitierten Ausnahme wäre. Siehe # 59

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