Streit um Hengstenbergs Wechsel zur EDG
02.02.2010 | 18:25 Uhr 2010-02-02T18:25:00+0100
Der Fraktionschef der Dortmunder CDU, Frank Hengstenberg, ist auf dem Sprung zur Stadttochter EDG. Er soll dort als Kaufmännischer Geschäftsführer Nachfolger von Peter Niermann werden, dessen Vertrag nicht verlängert wird.
Eine Entscheidung, die für politischen Zoff sorgt. Hengstenberg (41) erläuterte gestern, dass er Ende letzten Jahres von mehreren Vertretern der Gesellschafter (Stadt/DSW) angesprochen worden sei. Er sei dieses Thema nun auch gegenüber der Partei offensiv angegangen, weil er nichts zu verheimlichen habe. Es sei ganz natürlich, dass eine Partei und deren Spitzen auch Führungsanspruch anmeldeten. Er, Hengstenberg, werde sich bewerben, und er gehe davon aus, dass der Aufsichtsrat schon bald entscheiden werden. Grüne und FDP/Bürgerliste kritisierten gestern in seltener Eintracht die Personalie. Beide stellten die fachliche Qualifikation von Hengstenberg in Frage.
„Ich habe kein Geld geklaut. Ich habe mich nicht rüpelhaft benommen.” CDU-Fraktionschef Frank Hengstenberg war gestern betont um Normalität bemüht. Am Wochenende hatte er auf der Klausur der Dortmunder CDU in Kaiserau die Parteifreunde über seinen angestrebten Wechsel auf den Posten des Kaufmännischen Geschäftsführers bei der städtischen Entsorgungstochter EDG informiert. Gestern nun die Erklärung an die breite Öffentlichkeit.
Er habe es nie für falsch gehalten, dass Parteien Personal für kommunale Spitzenpositionen zur Verfügung stellen, kontert er Filz- und Kungelei-Vorwürfe. Parteizugehörigkeit dürfe allerdings nicht alleiniges Entscheidungskriterium sein. Die fachliche Qualifikation müsse im Vordergrund stehen – und da brauche er sich nicht zu verstecken.
Wohin führt
Ulrich Monegels Weg?
Hengstenberg führt seine langjährige politische Arbeit an der Spitze der CDU an, aber auch seine Tätigkeit im Aufsichtsrat der AGR. „Gehen sie mal davon aus, dass mir Fragen der Abfallwirtschaft sehr gut bekannt sind.” Als Politiker und auch als OB-Kandidat der CDU habe er sich intensiv mit Fragen der Entwicklung kommunaler Firmen auseinandergesetzt. Die EDG sei regional verwurzelt und brauche ein entsprechendes Pendant im Management.
Mit Blick auf die Formalien hält Hengstenberg den Ball noch flach. Doch seine Besetzung in der Nachfolge von Peter Niermann, der in den Gründerjahren auf CDU-Ticket zur EDG kam, ist ausgemachte Sache. Was Grüne und FDP auf die Palme bringt.
Grünen-Fraktionssprecher Mario Krüger sieht eine „Sauerei” und „diesen schwarz-roten Deal seit Monaten eingestielt”. Hengstenberg, sekundiert Fraktionssprecherin Ingrid Reuter, habe sich an der angeblichen Pöstchenhuberei der Grünen ergötzt und „lässt sich nun schamlos auf eine gut dotierte Position hieven”. Ähnlich äußert sich die FDP, die wie die Grünen eine Ausschreibung des Postens fordert. „Das darf nicht über persönliche Verbindungen gehen”, so FDP-Fraktionschefin Annette Littmann.
Wer wird Nachfolger?
Beide Parteien sehen zudem eine Verbindung zum Ja der CDU für die Besetzung des Kämmerer-Postens mit Jörg Stüdemann (SPD). Ein Kungelvorwurf, den Hengstenberg natürlich zurückweist. Dass der CDU aber ein Posten im Verwaltungsvorstand zustehe, sei natürlich. Offen ist die Stelle des Personaldezernenten – und gehandelt wird im Rathaus CDU-Fraktionsvize Ulrich Monegel. Hengstenberg müsste sich dann allerdings einen anderen Nachfolger als Chef der Fraktion suchen.
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