Streit um entwendete Goldnuggets in Westfalenhalle kocht hoch
11.08.2012 | 10:57 Uhr 2012-08-11T10:57:00+0200
Dortmund. 111.000 Euro sind die fünf Goldnuggets wert, die bei den Mineralientagen der Westfalenhalle gestohlen wurden. Oder nicht? Dem Eigentümer der Stücke wird nun unterstellt, wertlose Repliken an die Aussteller übergeben zu haben. Der Sammler ist sprachlos.
Der Streit um fünf Goldnuggets im Wert von über 111.000 Euro, die aus einer Schauvitrine der Westfalenhalle bei den letzten Mineralientagen entwendet wurden , geht in die nächste Runde. Statt endlich entschädigt zu werden, wird dem Eigentümer der wertvollen Unikate jetzt unterstellt, er habe möglicherweise „wertlose Repliken oder Imitationen“ ausgestellt.
Klaus Hagemann, der Sammler aus Ennepetal, ist in diesen Tagen geradezu sprachlos. Den Inhalt der Klageerwiderung der Westfalenhalle empfindet er als „ungeheuerlich und skandalös“. Um nicht zahlen zu müssen, werde der Spieß umgedreht und gegen ihn gerichtet. Inzwischen fürchtet der Sammler und Aussteller sogar um seinen tadellosen Ruf.
Freundliche Leihgabe
Zur Vorgeschichte. Es war die Westfalenhalle als Veranstalter, die über den DMF auf den Edelmetall-Liebhaber zutrat und ihn bat, besonders schöne Nuggets auf der Sonderschau zu zeigen. Hagemann kam dem Wunsch nach. „Vorteile hatte ich dadurch in keiner Weise“, betont Hagemann den ideellen Wert seiner Leihgabe. Gemeinsam wurde ein Vertrag aufgesetzt, der von beiden Seiten unterschrieben wurde. Darin war explizit der Wert jedes einzelnen Nuggets aufgeführt.
Die letzten Mineralientage der Westfalenhalle zogen offenbar Langfinger in besonderem Maße an. Schon bei der Bestückung der Vitrine mit den Nuggets wurde Hagemann ein Jutebeutel gestohlen, in dem unter anderem sein Handy war.
Hagemann verschloss die Vitrine und vertraute die Schmuckstücke im Gesamtwert von 200.000 Euro den Security-Leuten der Messe an. Ein Security-Mitarbeiter hatte ihn sogar extra bei der Anreise aus Ennepetal begleitet. Zur Sicherheit machte Hagemann noch Aufnahmen von den Goldnuggets - es sollten die letzten Bilder für fünf edle Stücke werden, denn nur wenig später fehlten sie.
„Ich wurde zu Hause angerufen und über den Diebstahl informiert“, erinnert sich Hagemann. Da die fünf Nuggets besonders schöne und unwiederbringliche Einzelstücke sind, war er entsprechend geknickt. Drei Stücke stammen aus einer Mine in Kalifornien, zwei dicke Brocken aus Australien. Schon am nächsten Tag setzte er eine Schadensmeldung auf und hoffte auf zügige Regulierung durch die Westfalenhalle .
"Die Unterstellungen sind an den Haaren herbeigezogen"
Die Hallen-Geschäftsführung sagte zunächst zu, die Sache an die Versicherung weiterzugeben, um die peinliche Angelegenheit aus der Welt zu schaffen. Später hieß es, Hagemann solle doch erst einmal den Wert der Goldstücke nachweisen.
Jetzt, in der Klageerwiderung, fühlt sich das Opfer von den Anwälten der Westfalenhalle beinahe zum Täter abgestempelt. „Die Unterstellungen sind an den Haaren herbeigezogen“, wehrt sich der Sammler, der in seinem Leben noch nie einen Gerichtssaal von innen gesehen hat. Das ändert sich demnächst, wenn die Sache vor dem Landgericht behandelt wird.
14:16
@ Kohlensteiger
Die Frage müsste eher lauten, wer ist so verrückt und leiht der Stadt Dortmund in Zukunft noch Exponate?
12:41
Ja mal entschuldigung! Aber wer bitte ist so bescheuert Originale dort zu zeigen???????
Wenn ich die Versicherung wäre, würde ich das ganze auch stark bezweifeln!
Frau/Herr Kohlensteiger,
Was macht es denn für einen Sinn Imitationen in eine Ausstellung zugeben? Den Besuchern werden von der Messe echte Attraktionen versprochen. Wenn es Zweifel an der Echtheit gab, hätte der Leihnehmer (Messe Dortmund) das bei der Anlieferung kundtun müssen.
19:02
So ist das heutzutage, auf Klage erstmal mit einer Gegenklage antworten, so hergezogen sie auch sein mag. Liegt an den tollen Anwälten die so etwas für völlig legeitim halten, um den Gegner zu ärgern/zermürben/seinen Ruf zu zerstören.
18:21
Mega schäbig und peinlich von der Stadt Dortmund und der städtischen Westfalenhallen GmbH. Ist die Stadt Dortmund schon so pleite, dass sie solche Summen gar nicht mehr zahlen kann und auf Zeit spielt?
Und - rechtlich sehe ich den Sammler auf der sicheren Seite. Er hat mit einem Vertrag die Goldstücke in die Obhut der Westfalenhalle gegeben und kann nun auf Rückgabe klagen. Es ist nicht sein Problem, wenn die Leihstücke aus der bewachten Ausstellung entwendet werden. Zudem dürfte durch zB Kaufverträge und Zeugen die Herkunft und die "Originalität" der Goldstücke zu belegen sein. Hätte die Westfalenhalle Zweifel an der Echtheit gehabt, hätte sie vor der Überbnahme eines Test veranlassen oder entsprechende Zertifikate verlangen müssen.
14:05
Was für ein Bild gibt hier die Westfallenhallen AG und damit auch die Stadt Dortmund ab?
Es ist für das Ansehen schon schlimm und peinlich genug, dass solche Leihgaben überhaupt verschwinden konnten.
Die Westfallenhallen haben zusammen mit Herrn Hagemann einen Vertrag unterschrieben, in dem der Wert der Exponate festgeschrieben wurde. Damit dürfte der Erfolg dieses nicht nachvollziehbaren Manövers der Westfalenhallen AG gegen Null tendieren. Anstatt ein gewisses Maß an Demut an den Tag zu legen, sich in aller Form zu entschuldigen und den Schaden zu ersetzen, wird zu solch hanebüchenen und schäbigen juristischen Winkelzügen gegriffen.
Die Westfallenhallen AG und damit auch Stadt Dortmund geben hier ein erbärmliches Bild ab, für das man sich nur schämen kann!
09:12
Auf der einen Seite wird gesellschaftliches Engagement und Einsatz für das Ehrenamt gefordert.
Auf der anderen Seite gibt das oft viel Ärger und wenn etwas schief läuft, kann man sehen, wo man bleibt.
22:21
Es gibt einen Vertrag, der Wert ist festgehalten und von beiden Seiten bestädigt!
Typisch Versicherung!
11:55
sehr seltsam, was dem herrn hagemann aus ennepetal so alles abhanden gekommen ist. gab es auch schon früher verluste bei ihm, die von versicherungen entschädigt werden mussten?
Ihre Frage kann ich Ihnen gerne Beantworten. Es gab noch keine anderen Verluste, die von Versicherungen entschädigt werden mussten, mal abgesehen von einem Reisekoffer, den die Fluggesellschaft stark beschädigt hatte.
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