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Straßennamen-Quiz: Wie gut kennen Sie sich in Dortmund aus?

21.05.2010 | 15:03 Uhr
Straßennamen-Quiz: Wie gut kennen Sie sich in Dortmund aus?

Dortmund. Schwarze-Brüder-Straße, Neuer Graben, Drei Schepps. Elf Kreuze, Helgoland, Auf der Kiste. Die Liste der rätselhaften Dortmunder Straßennamen ist lang. DerWesten hat die 30 schönsten Namen zusammengesammelt und daraus ein Quiz gebastelt. Versuchen Sie Ihr Glück und testen Sie Ihr Dortmund-Wissen!

3800 Dortmunder Straßennamen

Rund 3800 Straßen gibt es in Dortmund. Und 3800 Straßennamen. An jeder Straße ein Schild am Anfang, eins am Ende, bei langen Straßen noch eins an jeder zweiten Kreuzung. Macht summa summarum… – man weiß es nicht genau.

Selbst Ulrich Finger, Leiter der Abteilung Straßenunterhaltung beim Dortmunder Tiefbauamt, hat keine genaue Übersicht darüber, wie viele Straßennamensschilder in der Stadt stehen. Er weiß nur: Der Schilderwald will akribisch gewartet werden. Und wehe, bei einem Verkehrunfall knickt mal ein Schild ab. „Dann bekommen wir sofort eine Unfallmeldung von der Polizei“, sagt Finger. „Binnen zwei, drei Tagen steht's dann wieder.“

Keine Straße ohne Schild

Eine Straße ohne Namensschild könne fatale Folgen haben. Was, wenn der Notarzt nicht genau sieht, wo er hin muss? Navigationsgerät hin oder her – ein Straßenschild liefert immer noch die beste Orientierung. Deshalb muss Finger jeden neuen Straßennamen und jede Umbenennung sofort an Feuerwehr, Post und Co. weiterleiten.

Neben Straßennamenschildern hat das Tiefbauamt auch zig andere Schilder auf Lager. Foto: WR/Knut Vahlensieck

Beschriftet werden die Schilder direkt im Tiefbauamt. Spezialfolie ausdrucken, aufkleben, fertig. Die Schrift sei genormt, so Finger. Nur, wenn die besondere historische Bedeutung des Namens unterstrichen werden soll, weiche man von der Norm ab und benutze eine geschwungene, alt wirkende Schrift – wie etwa im Brückstraßenviertel.

„Für Hauptstraßen haben wir immer ein paar Ersatzschilder auf Lager“, weiß Finger. Rund 2000 davon stehen in der Halle an der Hörder Nortkirchenstraße – neben etlichen Rohlingen in verschiedenen Längen und all den anderen Verkehrschildern, die man auf deutschen Straßen braucht. Zusammen mit Ulrich Finger sind zwölf Mitarbeiter tagtäglich mit Wartung, Aufstellung und Beschriftung beschäftigt.

Namensfindung als großer Verwaltungsakt

Bei der Schildproduktion geht also alles ganz fix. Bei der Namensgebung sei das anders, weiß Schilder-Chef Finger: „Das ist ein großer Verwaltungsakt.“ Wird eine neue Straße erschlossen, gibt das Tiefbauamt seine Namensvorschläge an die entsprechende Bezirksvertretung weiter, die dann den Namen beschließt. Oder nicht.

Laut den Dortmunder Vorgaben von 1987 solle der Name „im Interesse der Allgemeinheit kurz und einprägsam“ sein und zudem die Erinnerung an die Ortsgeschichte wach halten – nicht aber mit Namen von Personen, die erst weniger als fünf Jahre tot sind.

Historiker wird um Rat gefragt

Hier kommt das Stadtarchiv ins Spiel, und niemand kennt sich dort besser mit Dortmunder Straßennamen aus als Hermann Bausch. „Alle Wege in einem Viertel nach Komponisten oder Blumen zu benennen ist einfach“, sagt der Historiker. „Aber wo können wir Stadtgeschichte näher an den Bürger herantragen als bei der Benennung von Straßen?“ Alte Bauerngeschlechter, historische Flurnamen, topografische Begebenheiten, Industriegeschichte – das alles kann Grundlage für einen neuen Namen sein. „Das geht natürlich nicht in jedem Fall“, weiß Bausch. Erschließt die Stadt ein Neubaugebiet auf der grünen Wiese, gibt’s meist auch keine überlieferten Namen aus dem Mittelalter.

Ständig kommen neue Straßennamen dazu - wie die Leonie-Reygers-Terrasse am U-Turm. Foto: WR/Knut Vahlensieck

Bausch wird selbst dann von den Bezirksgremien um seine Einschätzung gebeten, wenn die Straße den Namen einer Person tragen soll. „Auch das ist nicht immer einfach“, erklärt der Historiker. Gerade, wenn es um Personen aus der nahen Vergangenheit geht. Denn so mancher brave Dorfschullehrer hat bei näherem Hinsehen eine unrühmliche Rolle in der Nazizeit gespielt. „Da müssen wir vorsichtig sein und genau prüfen“, sagt Bausch. Wer es namentlich auf ein Straßenschild schaffe, sei schließlich gewissermaßen ein Vorbild.

Namen über Jahrhunderte mündlich tradiert

Deutlich komplizierter als die Neubenennung von Straßen ist die Deutung der teils Jahrhunderte alten Namen. „Im Mittelalter war die Bezeichnung der Straßen kein formeller Prozess, von dem es noch Dokumente gäbe“, erläutert Bausch. Oft seien die Namen über zig Generationen mündlich tradiert – da komme es oft zu Bedeutungsverschiebungen. Schon ein falsch verstandener Namensteil kann dazu führen, dass die Straße den „falschen“ Namen auf ewig behält.

Schon seit langem will sich Hermann Bausch an die Deutung der Dortmunder Straßennamen machen. Aber dazu fehle einfach die Zeit. Und das ist fatal: Im Regal des Stadtarchivs stehe zwar ein Band mit Namenserklärungen aus den 50ern – aber der strotze nur so vor Fehlern. Der Lehrer Carl Wigge sei der erste gewesen, der sich an der Deutung der Dortmunder Straßennamen versucht habe. Aber wissenschaftlich fundiert seien die Ergebnisse nicht. Zudem sei bei einigen alten Bezeichnungen, die bis ins Alt- und Mittelniederdeutsche zurückgehen, gar keine eindeutige Erklärung mehr möglich.

Doch Hermann Bausch gibt sein Vorhaben nicht auf. Irgendwann wollen er und seine Archiv-Kollegen das Geheimnis der historischen Straßennamen von Dortmund entschlüsseln.

Katrin Figge



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