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Star-Choreograf Edwaard Liang über sein Stück "Immortal Beloved"

20.02.2013 | 11:35 Uhr
Star-Choreograf Edwaard Liang im Probenraum des Ballettzentrums.
Star-Choreograf Edwaard Liang im Probenraum des Ballettzentrums.Foto: Tilman Abegg

Dortmund.  Star-Choreograf Edwaard Liang entwickelt seine Choreografien am New York City Ballett und für viele andere große Häuser der Welt. Jetzt arbeitet er zum ersten Mal in Deutschland: Für den Doppel-Abend "Feine Jade" mit Ballett-Chef Xin Peng Wang weist Liang die Dortmunder Compagnie in sein Stück "Immortal Beloved" ein.

Das Stück (auf Deutsch etwa: Unsterbliche Liebe) sei "eine Schöpfung an der Schnittstelle von Poesie und Geschwindigkeit", kündigt das Ballett an. In Deutschland war die Choreografie zur Musik von Philip Glass noch nie zu sehen. Mit Tilman Abegg sprach Edwaard Liang über die Premiere in Dortmund.

"Immortal Beloved" - was bedeutet der Titel?
Edwaard Liang: Als ich die Musik für dieses Stück hörte und mit der Choreografie anfing, habe ich das für Igor Zelenski gemacht, einen Ballett-Star in Russland. Er hat mit so vielen Compagnien getanzt - er hat so etwas wie eine Vergangenheit. Die Idee dieses Balletts "Immortal Beloved" ist eine unsterbliche Person, die sieht, wie Menschen in sein Leben treten und wieder gehen. Ich frage mich, ob es für diese Person eine Liebe ihres Lebens geben kann.
Haben Sie für Dortmund etwas geändert?
Edwaard Liang:Mit Igor wollte ich einen endlosen Kreislauf zeigen. In Dortmund wählte ich Howard (Ensemble-Mitglied Howard Lopez Quintero, Anm.d.Red.), weil er auch schon viel erlebt hat und seine persönliche Tiefe in die Rolle bringt. In den Pas-de-Deux von Monica (Monica Fotescu, Anm.d.Red.) und Howard sehe ich Howards Gefühl etwas anders, also habe ich es geändert, jetzt hat es mehr Hoffnung und mehr Möglichkeiten des Lebens.
Es ist schön, dass ich das Stück für die Dortmunder Tänzer neu choreografieren kann, das habe ich noch nie gemacht, und die Tänzer hier sind einfach toll. Als Choreograf will ich den Hunger sehen und Tänzer, die offen und erwartungsvoll ins Studio kommen. So ist das hier.
Wie setzen Sie diese Gedanken um?
Edwaard Liang:Es geht um Extreme. Die Musik ist virtuos, sehr intensiv. Für die Streicher unglaublich schwierig, weil sie erst sehr schnell spielen müssen, dann ohne Übergang melodisch und schließlich beides gleichzeitig. Das prägt diesen Tanz. Ich fühle mich zu flüssigen, nahtlosen Bewegungen hingezogen.

Ich mag die Idee von Bewegungen, bei denen man nicht erkennt, wo sie beginnen oder enden. Es geht flüssig von einer in die andere Geschwindigkeit, manche schnell, manche langsam. In schnellen Bewegungen kann man Fehler verstecken, aber Bewegungen in einem langsamen Pas-de-Deux sind wirklich schwer.
Das heißt, Sie feiern ganz bewusst die Virtuosität?
Edwaard Liang:Ja, und das drückt auch die Musik aus. Die ist einfach wunderschön. Ich habe lange gewartet auf eine Gelegenheit, für diese Musik etwas zu machen. Und in Russland fühlte es sich dann endlich einfach richtig an. Viele Compagnies haben seitdem das Stück angefragt, aber ich sagte immer nein.
Zu Dortmund sagten Sie ja.
Edwaard Liang:Ich kannte die Compagnie hier nicht, aber ich habe viel recherchiert. Einer meiner besten Freunde, Jason Faller, arbeitete hier einmal mit Xin Peng Wang und den Tänzern und sagte mir, diese Compagnie sei bereit dafür. Ich vertraute ihm. Er behielt Recht.


"Feine Jade": Alle Termine & Kartenverkauf

"Feine Jade"besteht aus der Inszenierung "Immortal Beloved" von Edwaard Liang und "No Constancy" von Ballett-Chef Xin Peng Wang.



Von Tilman Abegg

  • Öffentliche Probebeider Choreografien ist Donnerstag (7. 3.) um 18.30 Uhr in der Oper. Eintritt frei.
  • Matineeam Sonntag (10. 3.) um 11.15 Uhr im Ballettzentrum am Westfalenpark, Eingang am Florianturm, Karten 7,35 Euro.
  • Premiereist Samstag (16. 3.) um 19.30 Uhr, Karten 10,50 bis 59 Euro. Weitere Termine: 22.3., 5., 11., 20., 26.4., 19.5.
  • Kartengibt esunter Tel. (0231) 5 02 72 22 und über dieWebsite des Theaters (s. Linkbox oben).

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