Stadtwerke machen 20 Millionen Euro Verlust

Hohe Pensionslasten, Null-Dividende von RWE und künftig sinkende Erträge aus dem Energiegeschäft: Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) sind in stürmischen Gewässern. Sie machen 20 Millionen Euro Verlust. Das ohnehin bestehende Sparprogramm könnte nun noch verschärft werden.

Dortmund.. Auf rote Zahlen hatten sich die Stadtwerke bereits in den vergangenen zwei Jahren eingestellt. Bislang ist es gelungen, die düsteren Prognosen, die teils bis zu 30 Millionen Euro Verluste vorsahen, durch besondere Effekte wie Einmal-Zahlungen von RWE oder durch das Auflösen von Rückstellungen ins Gegenteil zu verkehren. Für 2015 ist das nun nicht mehr zu erwarten: Nach Angaben von DSW21-Finanzprokurist Jörg Jacoby richten sich die Stadtwerke auf ein Defizit "von gut 20 Millionen Euro" ein. 2014 schrieb DSW21 noch 5,8 Millionen Bilanzgewinn.

Ein wesentlicher Ergebnistreiber sind die rapide steigenden Pensionsrückstellungen für ehemalige und künftig ausscheidende Mitarbeiter. Sie mussten um 40 Millionen Euro auf über 400 Millionen Euro erhöht werden. Und das allein bei DSW21. Konzernweit, also inklusive aller Stadtwerke-Töchter, erhöhen sie sich sogar um 80 Millionen Euro auf knapp 850 Millionen Euro.

Einnahmen aus der Energiesparte brechen weg

Während auf der einen Seite der Aufwand steigt, brechen auf der anderen Seite Einnahmen weg. Die Energiesparte, seit Jahren eine sichere Bank, wird vorläufig deutlich weniger Erträge abwerfen. Durch die Null-Dividende von RWE gehen den Stadtwerken 2016 rund 20 Millionen Euro durch die Lappen - und niemand weiß, ob und wann der angeschlagene Energiekonzern wieder überweisen kann.

Weiteres Manko: Die Null-Dividende zwingt DSW21 zu Wertberichtigungen und Abschreibungen in Höhe von rund 30 Millionen Euro. Sie sind jenen 2,4 Millionen RWE-Aktien geschuldet, die 2009 gekauft worden sind.

Finanzprokurist: "Bei den Sparvorgaben müssen wir möglicherweise draufsatteln"

Wie das alles aufgefangen werden soll? Zwar halten die Stadtwerke mit ihrem "Projekt Zukunft" genannten Sparpaket dagegen und wollen bis 2018 rund 30 Millionen Euro Verbesserungen herauskitzeln. Aber schon jetzt zeichnet sich für Finanzprokurist Jacoby ab, "dass wir bei den Sparvorgaben möglicherweise draufsatteln oder das Projekt über 2018 hinaus verlängern müssen."

Trotz der Millionen-Verluste durch das Pannenkraftwerk Gekko soll die Energietochter DEW21 weiterhin liefern. Und das tut sie auch: Rund 53 Millionen Euro schüttet Dortmunder Energie und Wasser an die beiden Eigentümer DSW21 (60,1 Prozent) und RWE (39,9 Prozent) aus. Woher die Millionen kommen? DEW21 muss Fonds auflösen.