Stadtverwaltung: Nur zwei gute Ideen bei 8000 Mitarbeitern

Bisher war das betriebliche Vorschlagswesen bei der Stadt nicht von Erfolg gekrönt: Bei 8000 Mitarbeitern gingen in den letzten vier Jahren nur 18 Verbesserungsvorschläge ein, ganze zwei wurden umgesetzt. Seit Jahresbeginn gibt es deshalb ein neues Ideenmanagement. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Dortmund.. Worum geht es?

DieSPD hat eine Anfrage im Personalausschuss des Rates zu den betrieblichen Verbesserungsvorschlägen in der Dortmunder Stadtverwaltung gestellt.

Wie viele Vorschläge sind eingegangen?

Stadtdirektor Jörg Stüdemann hat schriftlich geantwortet:8000 Mitarbeiterhaben in den letzten vier Jahren nur 18 Verbesserungsvorschläge gemacht. Gerade mal zwei wurden umgesetzt.

Was hat die Stadt mit den Ideen gemacht?

Die zwei Vorschläge, die es bei der Stadtverwaltung in die Umsetzung geschafft haben, wurden mit insgesamt 280 Euro (190 und 90 Euro) honoriert. Um was für Ideen es sich dabei handelte und welche Einsparungen damit erzielt wurden, wollte das Personalamt am Donnerstag nicht mitteilen. Auch nicht, welche Ideen abgelehnt wurden.

Personalratsvorsitzende Pitt Meyer sagt dazu: "Da war nichts Wesentliches dabei." Er glaubt zu wissen, warum das kreative Potenzial der Stadtmitarbeiter nur auf Sparflamme kocht: "Die haben resigniert." Immer wieder hätten Mitarbeiter erleben müssen, dass auf dem Dienstweg am Ende die Idee oder der Urheber verloren ging.

Wie läuft die Ideenfindung in der freien Wirtschaft?

Bei Thyssen-Krupp hat jeder Dritte der knapp 60 000 deutschen Mitarbeiter im letzten Geschäftsjahr einen Vorschlag gemacht, mehr als die Hälfte (12 294) wurde umgesetzt. Einsparung allein im ersten Jahr: 15 Millionen Euro.

Beim weitweit führenden Pumpen-Hersteller Wilo in Dortmund ist man bereits einen Schritt weiter. Dort steuert man die Ideenfindung durch Mitarbeiter unter anderem in kontinuierlichen Workshops.

Wie geht es weiter?

Jörg Stüdemann sagt: "Da keine aussagekräftigen Erkenntnisse und signifikanten Verbesserungen vorliegen, wurde ein neues System aufgestellt."Das ist seit dem 1. Januar dieses Jahres in Kraft und heißt jetzt "Ideenmanagement".Pitt Meyer hofft, dass sich die Zahl der Vorschläge verzehnfacht.

Was ist am "Ideenmanagement" anders?

Zwei Mitarbeiter der Personalverwaltung wollen auf ihre Kollegen zugehen und ihre Ideen abholen. Anders als früher muss der Dienstweg nicht mehr eingehalten werden.

Was bekommen die Mitarbeiter dafür?

Als Prämie locken bis zu 20 Prozent der Summe, die mit der umgesetzten Idee eingespart wurde.