Stadtverwaltung: Keine Ampelfrauen für Dortmund

Dortmunder Stadtteil-Politiker wollen die Ampelfrau.
Dortmunder Stadtteil-Politiker wollen die Ampelfrau.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv
Die Stadtverwaltung stoppte das Anliegen von Stadtteil-Politikern, in Dortmund Ampelfrauen einzuführen. Die Stadt sagt, die Bezirksvertretung sei nicht zuständig.

Dortmund.. Keine Ampelfrauen für Dortmund: Der Vorstoß einiger Stadtteil-Politiker, der im vergangenen Jahr bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte, ist von der Stadtverwaltung gestoppt worden.

Eigentlich war es nur eine Anfrage, die SPD und Grüne in der Bezirksvertretung Innenstadt-West gestellt hatten. Ob man nicht als Zeichen der Gleichberechtigung, auch Ampelfrau-Leuchtsymbole installieren könne?, wollten die Bezirksvertreter Ende Oktober von der Verwaltung wissen.

Auch wenn es in mehreren Städten - von Zwickau bis Köln - schon seit längerer Zeit Ampelfrauen gibt, fand der Dortmunder Vorstoß und sich die daran anschließende politische Debatte ein weltweites Medienecho. Zahlreiche Fernsehsender und sogar die angesehene US-Tageszeitung "Washington Post" berichteten.

Jetzt, drei Monate später, liegt die Antwort der Verwaltung auf die Politiker-Anfrage vor. "Die Verwaltung sieht kein Erfordernis, von der bisherigen, in Deutschland am weitest verbreiteten und weitgehend geschlechtsneutralen Fußgängerdarstellung abzugehen und wird diesbezüglich - auch aus (verwaltungs-)ökonomischen Gründen - keine entsprechenden Maßnahmen einleiten", teilt Baudezernent Martin Lürwer der Bezirksvertretung mit.

Im Grundsatz möglich

Grundsätzlich sei es durchaus möglich, andere Bildsymbole auf Fußgänger-Ampeln zu verwenden, klärt die Verwaltung auf. Die Straßenverkehrsordnung fordere nur "bei Grün einen schreitenden und bei Rot eine stehenden Fußgänger". Und vom Landesverkehrsministerium werde der Einsatz der "Ampelfrau" durchaus toleriert.

Auch die von Rot-Grün in der Weststadt gewünschte kostenneutrale Einführung sei grundsätzlich möglich, wenn man die Symbole nur bei neuen Ampeln verwende oder bei Reparaturen und Erneuerungen austausche, teilt Verwaltung mit. Doch das benötigt Zeit: Bei einer gesamtstädtischen Ampelumrüstung "würde es mindestens zehn Jahren brauchen, bis die letzte Quotenampel zu leuchten begänne", erklärt Lürwer.

Rat wäre zuständig

Ein weiteres Problem: Die Bezirksvertretung, aus der die Anfrage kommt, wäre für eine Entscheidung über die Ampelgestaltung gar nicht zuständig. Allein der Rat hätte die Möglichkeit, über die Ampelfrauen-Frage zu entscheiden, betont die Verwaltung. Wobei die Verkehrsexperten zugleich darauf Wert legen, dass die Bebilderung im gesamten Stadtgebiet einheitlich sein soll.

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