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Namen mit Nazi-Vergangenheit

Stadtarchiv will sechs Dortmunder Straßen umbenennen

11.09.2014 | 02:46 Uhr
Nach dem Vorschlag des Stadtarchivs sollen sechs Straßennamen, deren Paten als politisch belastet gelten, aus dem Stadtbild verschwinden. Entscheiden müssen darüber die zuständigen Bezirksvertretungen - auch über die Nettelbeckstraße in der Nordstadt.
Nach dem Vorschlag des Stadtarchivs sollen sechs Straßennamen, deren Paten als politisch belastet gelten, aus dem Stadtbild verschwinden. Entscheiden müssen darüber die zuständigen Bezirksvertretungen - auch über die Nettelbeckstraße in der Nordstadt.Foto: Oliver Schaper
Nach dem Vorschlag des Stadtarchivs sollen sechs Straßennamen, deren Paten als politisch belastet gelten, aus dem Stadtbild verschwinden. Entscheiden müssen darüber die zuständigen Bezirksvertretungen - auch über die Nettelbeckstraße in der Nordstadt.
Nach dem Vorschlag des Stadtarchivs sollen sechs Straßennamen, deren Paten als politisch belastet gelten, aus dem Stadtbild verschwinden. Entscheiden müssen darüber die zuständigen Bezirksvertretungen - auch über die Speestraße.

Dortmund.  Sechs Straßen in Dortmund haben Namenspaten, die durch die Nazi-Zeit in Verruf geraten sind. Deshalb müssen sich knapp 500 Dortmunder in der östlichen Innenstadt, in der Nordstadt, der Gartenstadt und in Scharnhorst möglicherweise bald an neue Adressen gewöhnen. Das Stadtarchiv schlägt ihre Umbenennung vor. Wir zeigen die betroffenen Straßen auf einer Karte.

Das Stadtarchiv hattenach einem Beschluss des Ratsausschusses für Anregungen und Beschwerden das Straßenverzeichnis der Stadt nach belasteten Namensgebern durchforstet. Sechsmal wurden sie fündig und empfehlen nun die Umbenennung der Straßen.Entscheiden über die Umbenennungen müssen die jeweils zuständigen Bezirksvertretungen. Ihr Problem ist, dass Anwohner gezwungen sind, Ausweise oder andere Dokumente ändern zu lassen - was die Stadtverwaltung in solchen Fällen gebührenfrei erledigt.

"Als weltoffene Stadt kann man sich solche Straßennamen nicht leisten", erklärt der stellvertretende Stadtarchiv-Leiter, Dr. Stefan Mühlhofer. "Denn Straßenbenennungen sind natürlich immer eine ganz wichtige Ehrung durch die Stadt."

Diskussion tobte bereits in anderen Städten

Die Debatte um vorbelastete Straßennamen beschäftigte in den vergangenen Jahren bereits mehrere Städte in Westfalen - oft ging es sogar um die gleichen Namenspaten. 2012 wurden etwa im münsterländischen Steinfurt die Straßennamen"Castellestraße", "Karl-Wagenfeld-Straße" und "Stehrstraße" ersetzt, in Schwerte will die Stadt eine nach der Schriftstellerin und Hitler-Verehrerin Agnes Miegel benannten Straße umbenennen.

In Münster eskalierte 2013 ein Streit um den größten Platz der Stadt, den Hindenburgplatz, dermaßen, dass ein Bürgerentscheid über die Zukunft des Straßennamens abgehalten wurde. Die Befürworter der Umbenennung in Schlossplatz setzten sich schließlich durch.

Oliver Volmerich, Thomas Thiel

Kommentare
11.09.2014
08:35
Sind solche Petitessen wirklich Dortmunds drängendste Probleme ?
von DerHeerener | #2

Wenn das so ist, kann man wohl nur gratulieren !
Alles in allem finde ich die zur Diskussion stehende Sammlung von Namen eher peinlich und ziemlich...
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Stadtarchiv will sechs Dortmunder Straßen umbenennen
Stadtarchiv will sechs Dortmunder Straßen umbenennen
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/stadtarchiv-will-sechs-dortmunder-strassen-umbenennen-id9809086.html
2014-09-11 02:46
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