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Asylbewerber-Erstaufnahme

Stadt verzeichnet weniger Straftaten als die Polizei

11.02.2016 | 12:02 Uhr
Die Asylbewerber-Erstaufnahme an der Buschmühle nahe der B54 in Dortmund.
Die Asylbewerber-Erstaufnahme an der Buschmühle nahe der B54 in Dortmund.Foto: Oskar Neubauer (Archiv)

Dortmund.  Die Zahlen der Polizei in einem internen Dokument über die Sicherheit in den Dortmunder Erstaufnahme-Standorten für Asylbewerber stimmen nicht mit den Daten der Stadt überein. Das stellte Rechtsdezernentin Diane Jägers im Ordnungs-Ausschuss des Rates klar. Sie spricht von "völlig falschen Bezugsgrößen" der Polizei.

Die Stadt betreibt die Erstaufnahme im Auftrag des Landes. Unterschiede stellte die Dezernentin u. a. in diesen Bereichen fest:

  • Bewohner-Zahlen: Für die Berechnung einer Einsatzbelastungszahl ist die Polizei im Monat Dezember von durchschnittlich 139 Bewohnern (um 24 Uhr) pro Tag ausgegangen. Laut Stadt haben sich an der Buschmühle und in Hacheney im Laufe des Monats Dezember aber 7000 Asylbewerber für bis zu 36 Stunden aufgehalten, so dass die Durchschnittszahl der Polizei nicht präzise ist.
  • Strafanzeigen / Einsätze: Laut Diane Jägers weichen die von der Polizei vorgelegten Zahlen über Strafanzeigen von den Tagebuch-Einträgen des Sicherheitsdienstes ab. Den Sicherheitsdienst-Aufzeichnungen zufolge gibt es in den Erstaufnahmen weniger Straftaten.

Klar ist: Die NRW-Polizei arbeitet mit anderen Datensätzen als die Stadt als Betreiberin der Erstaufnahme. Mit Blick auf die Zahlen in dem Bericht sagte Diane Jägers im Ausschuss, dass den Angaben über Straftaten in der Erstaufnahme "völlig falsche Bezugsgrößen" zugrunde liegen würden.

In der vom Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) erstellten Dokumentation informiert die Polizei über Straftaten in nordrhein-westfälischen Asylbewerberunterkünften. Die beiden Dortmunder Standorte Buschmühle und Hacheney werden als auffällig erwähnt. Die Polizei empfiehlt deshalb der Bezirksregierung eine Überprüfung.

Auf offiziellem Wege hatte die Stadt keine Informationen über die Polizei-Dokumentationen erhalten. Nach einem Gespräch mit der Polizei soll sich das nun ändern.

Diane Jägers sagte auch, dass die beide Standorte nur Notunterkünfte seien. "Die meisten Menschen sind nur wenige Stunden dort, maximal 36 Stunden." Abschließbare Schränke als Schutz vor Diebstahl seien schwer zu organisieren. Die Zimmertüren am Standort Hacheney sind nicht abschließbar. In den Zelten an der Buschmühle gibt es erst gar keine Türen. Das erleichtert Dieben die Tat. Abhilfe zu schaffen, sei nicht einfach.

Hinter den von der Polizei beschriebenen Hausfriedensbruch-Fällen verbergen sich laut Diane Jägers mehrere Hausverbote: Mit Hausverboten belegte junge Männer, "die wir mit unterschiedlichen Namen kennen, wollten die Schranken überwinden." Das Fazit der Dezernentin: "Das alles macht viel Kummer."

Peter Bandermann

Kommentare
12.02.2016
08:47
Stadt verzeichnet weniger Straftaten als die Polizei
von gehtallewaehlen | #4

Dieses ewige, extrem peinliche und durchsichtige Schönreden
seitens der Stadt/Politik ist wirklich schon ein Grund
zum fremdschämen. Wer glaubt denn...
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/stadt-verzeichnet-weniger-straftaten-als-die-polizei-id11555920.html
2016-02-11 12:02
Dortmund