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Katastrophenfall

Stadt entwirft Notfallplan für Pandemie in Dortmund

25.10.2012 | 19:54 Uhr
Stadt entwirft Notfallplan für Pandemie in Dortmund
Chaos bei der letzten Pandemie: Bei der Schweinegrippe wurde um den Impfstoff Pandemrix gekämpft.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Die Stadt Dortmund hat einen Pandemie-Notfallplan entwickelt. Dabei geht es darum, wie die Stadtverwaltung bei hohem Personalausfall am Leben gehalten werden kann und wie sich die Mitarbeiter schützen können.

Im Juni 2009 war die höchste Alarmstufe erreicht. Die Weltgesundheitsorganisation warnte vor einer sich schnell weltweit verbreitenden, zum Teil tödlich verlaufenden Krankheit. Am Ende erwies sich die „Schweinegrippe“ als doch nicht so gefährlich wie zwischenzeitlich befürchtet. Trotzdem ist die Bedrohung durch solche Pandemien jederzeit gegeben. Die Stadt will vorbereitet sein und hat nun einen Pandemie-Notfallplan entwickelt.

Dabei geht es darum, wie die Stadtverwaltung bei hohem Personalausfall am Leben gehalten werden kann und wie sich die Mitarbeiter schützen können. Federführend bei Erstellung des Planes war die Feuerwehr. „Je nach Entscheidung steht in dem Plan drin, was zu tun ist“, erklärt Rainer Koch, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Dortmund und Professor an der Uni Paderborn, die ebenfalls an dem Plan mitgewirkt hat.

Krisenstab ist Schritt Nummer Eins

Im Fall einer drohenden Pandemie wird als erstes der Krisenstab zusammengerufen. Chef ist der Oberbürgermeister . Ansonsten sind Fachämter, Polizei sowie die Feuerwehr vertreten. Der Krisenstab muss nun einschätzen, wie bedrohlich die Lage ist und was zu tun ist. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Lage eskaliert?

Dann werden nötige Schutzartikel bestellt: Impfmittel, Kittel, Desinfektionsmittel, Einmalhandtücher... „Das werden wir mit den Krankenhäusern abstimmen“, erklärt Prof. Koch. Während die Schweinegrippe grassierte, habe die Stadt zum Beispiel Desinfektionsmittel bestellt, die die Krankenhäuser gar nicht nutzen konnten. „Es war aber auch gar nichts anderes mehr da“, erinnert sich Koch. Der Plan soll nun dafür sorgen, dass die Stadt rechtzeitig und gezielt handelt.

Welche Aufgaben müssen weitergeführt werden?

Als nächstes muss überlegt werden, welche städtischen Aufgaben unbedingt weitergeführt werden müssen und in welchen Bereichen Personal abgezogen kann. „Ganz klar Priorität haben die Feuerwehr und das Gesundheitsamt“, erklärt Prof. Koch. Aber auch Ämter wie das Jugend- oder Standesamt würden auf jeden Fall benötigt.

Bei kulturellen Einrichtungen könnte stattdessen Personal gespart werden. „Dafür haben wir uns genau die einzelnen Aufgaben der Ämter angeschaut und Stellenbeschreibungen angefertigt.“ Und Probleme aufgedeckt: Zum Beispiel laufe ohne elektronische Siegelkarte im Standesamt gar nichts. Und diese haben nur die Beamten selbst – das mache eine Vertretung schwierig.

Auch die Abläufe wurden genau unter die Lupe genommen: In welchen Bereichen ist zwingend Publikumsverkehr? Hier müssten die Mitarbeiter mit entsprechenden Schutzartikeln, wie Mundschutz ausgestattet werden. Andere Arbeitsplätze könnten abgeschirmt werden, so, dass die Übertragung von Viren vermieden werden kann. „Der Plan in Dortmund ist eine Musterlösung und kann auch anderen Kommunen nutzen“, erklärt Prof. Koch.

Christina Römer


Kommentare
26.10.2012
08:56
Stadt entwirft Notfallplan für Pandemie in Dortmund
von DrThor2 | #1

Toller Plan - wenn die Pandemie festgestellt wird, tagt erst der Krisenstab und dann bestellt man Schutzmaterial und Impfstoffe. Na Prima! Was macht die Stadt Dortmund eigentlich, wenn zeitgleich alle anderen Städte auch Bestellungen aufgeben und global andere Länder, die bereits schon massiv betroffen sind, die Vorräte bei den Herstellern leer gekauft haben? Haben die Städte und Kreise, das Land NRW, der BUND und die EU auch mal an eigene Notvorräte gedacht? Vermutlich nicht - das wäre zu teuer und so werden in der Katastropohe alle den Bestellblock zücken und sich danach reichlich wundern.

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