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Stadt Dortmund will Nordstadt-Kneipe „Subrosa“ Konzerte verbieten

21.09.2012 | 19:37 Uhr
Stadt Dortmund will Nordstadt-Kneipe „Subrosa“ Konzerte verbieten
Der Eingang zur Hafenschänke Subrosa.Foto: Jochen Linz/PiLi

Dortmund. Eigentlich wollte Subrosa-Chef Cornel Alex ein ruhiges BVB-Wochenende in Hamburg verleben – aber daraus wird nichts. Seit er ein Schreiben des Ordnungsamtes bei Facebook gepostet hat, schlagen Wellen der Empörung über der Hafenschänke zusammen.

Was? Die Stadt will dem Subrosa die Konzerte verbieten? Wird die Nordstadt um einen Ort alternativer Musikkultur ärmer? Von Bußgeld und vorverlegter Sperrstunde ist in dem Brief die Rede, von „Ruhestörungen durch Gäste und überlaute Musikwiedergabe“. Vor allem aber steht da: „Ich fordere Sie auf, sämtliche Aktivitäten zu unterlassen, die den durch die vorliegende Betriebsart gekennzeichneten Gestaltungsspielraum überschreiten.“ Sprich: nicht mehr als ein Konzert pro Monat. Aber so düster sieht Cornel Alex die Situation gar nicht. „Bislang ließ sich alles immer unter der Hand regeln, im Gespräch von Mensch zu Mensch“, meint der Kneipen-Chef. Gerade am Anfang vor 20 Jahren habe es Beschwerden gegeben. Aber man habe sich zusammengesetzt, geredet, Vereinbarungen getroffen – und die Probleme so aus der Welt geschafft.

"Es ist das erste Mal, dass das Amt so einen Brief schreibt."

Laute Musik nur bis 22 Uhr, unter der Woche möglichst akustische Konzerte. „Wir erinnern unsere Gäste auch immer, vor der Tür ruhig zu sein.“ Gut, da müsse man vielleicht nachjustieren.

Den Brief vom Ordnungsamt will der Subrosa-Chef nicht dramatisieren. Wird irgendwie gehen, wie sonst auch. Nur die Art und Weise stößt ihm auf. „Es ist das erste Mal, dass das Amt so einen Brief schreibt. Als wäre alles schon beschlossene Sache.“

Spielt die Stadt also den Partyverhinderer? Stadtsprecher Michael Meinders wehrt ab: „Wir laufen sicher nicht mit erhobenem Zeigefinger durch die Straßen und durchforsten sämtliche Betriebe nach Konzessionsverstößen. Das ist personell gar nicht zu leisten.“ Zudem sei die Stadt froh um jedes Kultur-Angebot in der Nordstadt.

Konzession lässt nur ein Konzert pro Monat zu

Wenn aber eine Beschwerde an einen herangetragen werde, müsse man reagieren. Die Konzession lässt nur ein Konzert pro Monat zu. Im schlimmsten Fall müsse Cornel Alex eine Konzessionsänderung beantragen – und die sei mit Investitionen für den Lärmschutz verbunden. All das sieht Alex noch nicht kommen. Stadt, Subrosa und Beschwerdeführer würden sich schon einigen - für nächste Woche hat Alex zum Gespräch gebeten. „Wenn man drüber redet“, ist er überzeugt, „merkt man schnell: Die Wahrheit liegt in der Mitte.“

Katrin Figge



Kommentare
23.09.2012
15:40
Stadt Dortmund will Nordstadt-Kneipe „Subrosa“ Konzerte verbieten
von clausalleinzuhaus | #14

Steitz Ramatruppe hat wieder zugeschlagen.

23.09.2012
10:53
Stadt Dortmund will Nordstadt-Kneipe „Subrosa“ Konzerte verbieten
von locklin | #13

Da braucht es nur eine einzige Beschwerde, auch nach 20 Jahren Betrieb, auch von vielleicht jemandem der gerade zugezogen ist und von seinem Umfeld keine Ahnung hatte, oder, auch das ist möglich, einen "Denunzianten", das Ordnungsamt muss reagieren. Und wie das Ordungsamt reagiert, ist wieder eine Sache für sich. Alex hat Recht, solche Probleme muss man im Gespräch regeln. Das gilt nicht nur für Subrosa und die Nordstadt, das gilt für alle Bereiche des Lebens.

23.09.2012
10:17
Ach Vaikelchen .....
von Drunsonst | #12

Wenn Ihnen was nicht in den Kram passt, ist es gleich "falsche Statistik"? Lesen bildet:

http://www.dortmund.de/media/downloads/pdf/vielfalttolernaz/Studie_Analysen_und_Handlungsvorschlaege_zum_Rechtsextremismus_in_Dortmund.pdf

und:

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/deutsche-zustaende-2011-rechtsextremismus-rassismus-1817

Da finden Sie auch die 50 %. Und die Quelle steht ja wohl nicht im Verdacht "rechts" zu sein - oder?

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #12-1

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23.09.2012
05:41
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Name von Moderation entfernt | #11

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1 Antwort
Soviel zum Thema falsche Statistik .....
von Drunsonst | #11-1

Zitat:

Die in der Wochenzeitung „freitag“ (13. Mai 2011) veröffentlichte Forsa-Umfrage zur Zustimmung bzw. Ablehnung zentraler aktueller Aussagen des Rechtspopulismus zeigt erneut, dass solche Debatten Effekte haben und Stimmungen prägen und bestätigen: 38 Prozent der Befragten stimmten der Aussage „Der Islam ist mit unserem westlichen Lebensstil unvereinbar und eine Bedrohung unserer Werte“ voll oder eher zu und 49 Prozent teilten voll oder eher die Ansicht, „die Zuwanderung nach Deutschland sollte drastisch reduziert werden.“ Beim EU-Thema, dem aktuellen und zweiten Erfolgsthema des Rechtspopulismus neben dem Antiislamismus, stimmten sogar 70 Prozent der Ansicht voll oder eher zu „Deutschland gibt insgesamt zu viel Geld nach Europa“ und noch 30 Prozent teilen voll oder eher die Ansicht „Wir brauchen ein unabhängiges Deutschland ohne den Euro, in das keine Europäische Union hineinregiert“.

Quelle: ZeitschriftEventsNewsProjekteNetzwerkLinks

Wohlgemerkt: Mai 2011 ..........

22.09.2012
19:58
Stadt Dortmund will Nordstadt-Kneipe „Subrosa“ Konzerte verbieten
von narit | #10

Die Grünen spinnen! Erst verhängen sie ein Rauchverbot, dann wenn es vor der Tür zu laut ist, verhängen sie ein Konzertverbot! Mal ganz ehrlich, die Grünen nerven!!!

22.09.2012
12:53
Viva Subrosa
von DEWFan | #9

Ich habe gerade in der Nordstadt schon das große Kneipensterben erlebt (Gypsi, Bird, Alba, Roots, Komma). Auch die Jahre, als das Solendo bereits dicht und die neuen Läden am Hafen noch nicht erföffnet waren, sind mir noch in Erinnerung. Da flüchteten die jungen Leute gerade bei schönem und warmen Wetter aus der Nordstadt, mangels Angebote.

Das Subrosa hingegen hat immer die Fahne hochgehalten und besitzt in puncto Angebot und auch aufgrund der Lage eine wichtige Brückenfunktion für die Nordstadtgastronomie. Natürlich ist das auch ein Wohngebiet, aber wer beklagt sich denn dort über Lärm?

Die Migranten? Die sind doch selber abends wach bis in die Puppen. Auch wenn sie solche Gastroangebote weniger nutzen, kann ich mir das nicht vorstellen.

Die Studenten? Noch unwahrscheinlicher, die sind doch unter dem Stammpublikum zu finden und freuen sich besonders über die räumliche Nähe.

Bleiben also nur noch ältere "Ureinwohner". Diese Probleme lösen sich rein biologisch, keine Bange.

22.09.2012
12:43
Man kommt shon klar ......
von Drunsonst | #8

Und wie kommt er mit den nur noch 35 % Wahlbeteiligung klar? Die Demokraten verteilen ihre "Mehrheiten" aus den Restwähleranteilen von 35 % in Dortmund. Ist das noch "Demokratie"? Und wie geht er mit der - sozialwissenschaftlich gemessenen aber wohlweislich nicht veröffentlichten - Zahl von teilweise über 50 % Zustimmung zu "rechten" Thesen in der Bevölkerung um? Denkt der Dortmunder Verbote würden es richten? Wie "denken" wohl bald viele Dortmunder über ihre verschwundenen Renten - nach jahrzehnten harter Arbeit und hoher Sozialabgaben.? Könnte das nicht eher für "verwirrung" sorgen? Oder dednkt der Dortmunder etwa noch, dass der Euro eine weiter stabile Währung bleibt und das dieses Europa der Bürokraten eine Zukunft hätte? Da lohnt nachdenken - oder?

22.09.2012
09:39
@Dr Umsonst
von mellow | #7

Mit 0,2 bis 2 % Verwirrten wird der denkende Dortmunder schon klarkommen.

22.09.2012
09:26
Ordnungsamt als Partyschreck
von grummelglatz | #6

vielleicht sollte sich der cornel ein paar ideen von den kollegen mit der rechten gesinnung holen. komischerweise finden diese problembelasteten mitbürger in dortmund und auch im rest der republik immer wieder reichlich möglichkeiten verbote und allem anderen aus dem weg zu gehen und lachend "ihr ding durch zu ziehen".
erst irgendwann bei den ersten bargeldkoffern knicken diese leute dann halt auch ein.

21.09.2012
21:37
Ordnungsamt als Partyschreck
von Captain_Kirk | #5

Es wird Zeit, dass sich in der Gesetzgebung in Deutschland mal was ändert und die Angebote wie das Subrosa mal in einem gewissen Rahmen Bestandsschutz erhalten. Es kann nicht sein, dass auf Grundlage der Lärmgesetzgebung Sportplätze und Kultur- bzw. Gastroangebote beschnitten werden, nur weil Neuzugezogene sich darüber beschweren. Da sollte der Staat dem Bürger mal eine gewisse Informationspflicht auferlegen. Es ist für mich ein Unding, dass es immer wieder vorkommt, dass Leute auf einmal merken, dass gewisse Betriebe in ihrem neuen Wohnumfeld sie stören. Wenn das Subrosa aber gewisse Grenzen überschritten hat, bin ich auch bereit die andere Meinung zu akzeptieren. Bei meinen bisherigen Besuchen dort, war das aber bisher nicht der Fall. Da hörte man bei geschlossener Tür draussen keinen Mucks.

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