Stadt Dortmund muss noch mehr sparen
23.12.2009 | 16:37 Uhr 2009-12-23T16:37:00+0100
Dortmund. Eine wenig frohe Botschaft aus dem Arnsberger Wald hat die Stadt Dortmund im weihnachtlichen Betriebsurlaub kalt erwischt: Die Kommunalaufsicht bei der Bezirksregierung versagt dem Nachtragshaushalt für 2009 ihren Segen und verlangt für 2010 ein Haushaltssicherungskonzept.
Kurz vor Weihnachten klafft im Dortmunder Stadtsäckel ein zweites Haushaltsloch. Die Kommunalaufsicht der Arnsberger Bezirksregierung hat ihren Segen für den Nachtragshaushalt 2009 verweigert. Für das kommende Jahr müsse ein Haushaltssicherungskonzeot her.
Das heißt im Endeffekt: Sollte die Stadt an ihrem Anspruch festhalten, die Lufthoheit über ihre Finanzen behalten wollen, muss sie schneller und konsequenter Ausgaben (also: Leistungen für den Bürger) kürzen als bislang geplant.
Warum? Das ist in einem Schreiben der Bezirksregierung nachzulesen, das der Stadt gestern zuging. Danach hat sich die Stadt bei der Einnahmeplanung fürs nächste Jahr massiv verrechnet.
Unzulässig Einnahmen eingeplant
Für 2010 hatte Kämmerer Jörg Stüdemann (SPD) einen Jahresfehlbetrag von etwa 90 Mio Euro erwartet - dabei aber Einnahmen aus Schlüsselzuweisungen des Landes von 397 Mio Euro eingeplant. Was er nicht durfte.
Schon am 11. September berichtete die WAZ auf Grundlage der ersten Modellrechnung der Landesregierung, Dortmund könne nur mit 387 Mio rechnen. Am 16. November aktualisierte das Land seine Zahlen erheblich nach unten und am 2. Dezember noch einmal sacht. Zuletzt landeten die Schlüsselzuweisungen für Dortmund in 2010 bei knapp 383 Millionen Euro.
Lücke vergrößert sich
Um 14 Mio verkalkuliert - das hat Folgen. Damit erhöht sich die originäre Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen in 2010 auf 104 Mio Euro. Heißt: Dortmund müsste - zum fiktiven Haushaltsausgleich - die Allgemeine Rücklage (in Höhe seines Eigenkapitals von zurzeit knapp zwei Milliarden Euro) um mehr als fünf Prozent in Anspruch nehmen. Gleiches ist aber schon für 2011 geplant.
Damit greift ein gesetzlicher Automatismus: Eine Kommune, die in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mehr als fünf Prozent ihres Eigenkapitals verfrühstückt, muss der Kommunalaufsicht ein Haushaltssicherungskonzept zur Genehmigung vorlegen.
Detaillierten Sparplan vorlegen
Für Dortmund bedeutet das: In die Prüfung des Haushalts 2010 - er soll am 25. März in die politische Beratung eingebracht werden - steigt Arnsberg nur ein, wenn Kämmerer Stüdemann einen detaillierten und fundierten Sparplan beilegt. Der muss darlegen, wie die Stadt bis 2014 zum Etatausgleich kommen und jegliche Aufnahme neuer Schulden verhindern will.
Sollte beim zu erwartenden Defizit für 2014 keine Null oder eine schwarze Zahl stehen - und von diesem Punkt ist Dortmund zurzeit noch gut 80 Mio Euro pro Jahr entfernt, darf die Bezirksregierung das Haushaltssicherungskonzept nicht genehmigen. Das wiederum heiße: Dortmund wird Nothaushaltskommune.
Also: Abschiednehmen von der eigenen Finanzhoheit. Der Rat müsste in Arnsberg eine Prioritätenliste mit neuen Vorhaben investiver und konsumptiver Art einreichen, die Bezirksregierung könnte die Gewichte neu verteilen.
Zu allem Überfluss hätte das Ganze auch noch Grenzen: Der Rahmen etwa für Neu-, Umbau- und Sanierungsvorhaben liegt bei 66,6 % jener Summe, die die Stadt zur Tilgung von Schulden einsetzt. Das Kreditlimit könnte also auf etwa 60 bis 65 Mio sinken. Dann könnten Fördermittel verloren gehen, weil Dortmund seinen Eigenanteil nicht aufbringen kann.
Noch ehrgeiziger müssten die Sparanstrengungen ausfallen, sollte sich herausstellen, dass die Stadt schon im laufenden Jahr die Fünf-Prozent-Hürde reißt. Vor diesem Hintergrund fordert die Kommunalaufsicht den Kämmerer auf, ihr bis zum 15. April 2010 den vorläufigen Jahresabschluss für 2009 vorzulegen.
20:32
Diegel macht als Kommunalaufsicht einen ganz hervorragenden Job. Dortmund hat ich in den letzten Jahren mit Taschenspielertricks durchzumogeln versucht. Damit ist jetzt endgültig Schluß - und im Sinne Dortmunds ist das auch gut so.
15:49
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16:04
Eben - Schäuble ist halt ein ganz anderes Kaliber als unser Dr. Langemeyer....
Nach den von der CDU/FDP und WAZ (Maug als Pohlmannredenschreiber) angelegten Maßstäben müsste doch jede Wahl -ob vergangen oder zukünftig- wiederholt werden.
Und wer klopft eigentlich mal diesem Diegel auf die Finger?
Kommunalaufsicht bedeutet nicht, unablässig Wahlkampf auf Kosten der Dortmunder zu machen!
11:38
Langsam sollte man sich auch mal fragen, ob die bis zur NRW-Wahl geschlossen gehaltene Pandora-Box schäublescher Art nicht vergleichbar ist mit dem späten Bekanntwerden der Finanzmisere in DO.
Die Tinte, mit denen die künftigen Einschnitte niedergeschrieben wurden, ist längst getrocknet. Habe nur ich nicht mitbekommen, mit welchem Argument die Nicht-Veröffentlichung begründet wird? Sollte es keines geben, dann ist das der dreisteste Versuch der Volksverarsche! Nämlich eine mit Ansage...
10:34
Das ganze ist doch so offensichtlich dumm und plump inszeniert, dass es selbst der dümmste merken sollte, was hier gespielt wird, Diegel informiert über die Medien, aber das diese Dummheit von Herr Diegel bestraft wird, wird NRW im Mai merken.
#9
Ich bin niemand der Links gewählt hat und wählen wird, aber erklären sie mir bitte mal, was z. B. die Linke damit zu tun hat, dass z. B. der Bund 3.1 Milliarden den Kommunen entzogen wurden, und diese seitdem am Stock gehen, wer von den Linken ist dafür verantwortlich, nennen Sie doch mal Namen
Oder einfach nur eine Denkblockade?
Und was der Turbokapitalismus angerichtet hat, ist ihnen das auch entgangen?
Oder alles nur Polemik wie man von den Unchristlichen und der FDP gewohnt ist ?
Zu.
Dr Nazi anstatt hier rumzutönen,kümmern sie sich mal um ihre Anhängerschaft,der brutale Überfall 2 Nazis auf einen 17 Jährigen in Dortmund Brechten, zeigt mal wieder auf wessen Geistes Kind sie und ihren Anhängerschaft sind.
05:18
Man kann eben cDU/gelbe Mafia und sPD nicht eine Stadt anvertrauen..
02:57
Wenn die nächste Blase platzt (Frühjahr2010) dann ist das alles Kindergartenquatsch, egal ob Dortmund,Bochum oder Finsdorf....
Legt euch Lebensmittelvorräte an und wer darüber jetzt schmunzelt dem wird bald das Lachen vergehen..
23:33
Oha - der von allen Seiten (auch CDU und FDP) hochgelobte Interimskämmerer Stüdemann hat sich einfach verrechnet????
Obwohl die WAZ schon vor Wochen die wahren Zahlen kannte????
Ja wo sind wir denn?
Und der soll wirklich der neue starke Finanzmann in Dortmund werden?
Au backe - wenn da nicht mal ein schon als OB-Kandidat gescheiterter SPD-Mann ganz schnell vom Tiger zum Bettvorleger mutiert....
23:14
Oh, oh, gestern Dortmund, heute Bochum, morgen ???
Die Rechtmäßigkeit der NRW- Wahl 2010 könnten wir nun vorsorglich auch schon mal anzweifeln und vorab wiederholen lassen - das Dortmunder Haushaltsloch hat darauf ja auch schon einen unzulässigen Einfluss.
Die Herren Rüttgers, Diegel & Co. (natürlich auch Damen, nicht wahr, Frau MPK): als ehemaliger SPD- Anhänger und aus Trotz gegen schwarz/ gelb, SPD- Wähler: am 09.05.2010 wird der Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hoffentlich nur ein Irrtum der Geschichte gewesen sein.