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Stadt bricht Lanze für Einkaufsgalerie

19.03.2008 | 21:15 Uhr

Die Hamburger ECE darf sich für ihre Einkaufsgalerie auf Thier der Rückendeckung von OB Langemeyer und Stadtdirektor Sierau sicher sein. Am 24. April soll der Rat den Weg ebnen für die 150 Geschäfte große Einkaufswelt. ...

29 000 qm zusätzliche Handelsfläche will die Hamburger ECE hier auf dem Gelände der früheren Thier-Brauerei bauen. Drei Verkaufsgeschosse plus vier Geschosse mit rund 800 gebührenpflichtigen Parkplätzen sollen entstehen. (Bild: Ralf Rottmann)

... Im Herbst 2011 will ECE seine Center-Türen öffnen. Ungeachtet der noch ausstehenden Entscheidung über die endgültige Größe des 270 Mio Euro schweren Einkaufszentrums legten die ECE-Gesandten ihre Pläne gestern offen. Und betonten, mit einem "völlig neuen Konzept" (Gerhard Dunstheimer, ECE-Projektmanagement) nach Dortmund kommen zu wollen.

Herzstück des Centers wird ein freistehendes Dreiecksgebäude, 15 Meter hoch und überspannt mit einem 70 Meter großen Kuppeldach. Eine "Panorama-Lounge" mit Gastro-Angeboten will ECE auf der obersten Ebene unterbringen. Und eine "Kulturterrasse", die Besucher mit Konzerten, Kabarett und Variete? anlocken soll. Laufstege verbinden das "Haus im Haus" mit den anderen Gebäudeteilen und der umliegenden "Ladenstraße".

Welche Geschäfte dort unterkommen - da lässt sich ECE nicht in die Karten gucken. Das Sortiment Bekleidung aber, so viel steht fest, soll die Hälfte aller Flächen einnehmen. Stadtdirektor Ullrich Sierau machte unmissverständlich deutlich, dass die Stadt auf den Geschäftsbesatz Einfluss nehmen und mit ECE deshalb einen "Städtebaulichen Vertrag" abschließen will - und die Emissäre aus Hamburg nickten eifrig. Einmal mehr mahnte Sierau an, das Center müsse "eine Bereicherung für die City sein" - zuvor hatte ECE-Projektleiter Jörg Wege bedeutungsschwer in den Raum gestellt, "dass 80 bis 85 aus den Top 150 Handelsanbietern in Dortmund noch nicht vertreten" seien.

Zur Erinnerung: 29 000 qm zusätzliche Handelsfläche wollen die Hamburger auf Thier bauen, wissen aber, dass diese Größenordnung zumindest den Grünen aufstößt, die genau darüber mit ihrem Bündnispartner SPD in Kürze verhandeln müssen. So blieb es gestern Sierau vorbehalten, eine Lanze für das ECE-Projekt zu brechen.

Sechs Eingänge, 800 Parkplätze

"Wir müssen aufpassen, ausreichend Qualität und Quantität zu bekommen, um die Kaufkraft aus Dortmund nicht abfließen zu lassen", sagte Sierau - und schaffte es, den Blick auf den jüngst eröffneten, im Endeffekt 70 000 qm großen Einkaufspalast in Essen zu lenken, ohne den Namen Essen auch nur einmal in den Mund zu nehmen. Und dann zog Sierau noch ein wichtiges Argument für die ECE-Galerie aus dem Köcher: Die Ausweitung der Handelsflächen werde sich dämpfend auf die Immobilienpreise am Westenhellweg auswirken. Er kenne Stimmen aus dem Dortmunder Einzelhandel, die sogar für ein noch größeres Center plädierten.

Sechs Eingänge sollen die Einkaufsgalerie unter anderem zum Wall und (über das frühere Berlet-Haus) zum Westenhellweg öffnen. Drei Verkaufsgeschosse wird ECE unterbringen und vier Geschosse mit rund 800 gebührenpflichtigen Parkplätzen. Mit Zu- und Abfahrten über Martin- und Hövelstraße, die Silberstraße wird überbaut. Das Thier-Verwaltungsgebäude bleibt bestehen und soll mit Gastronomie und Büros gefüllt werden. Wohnungen (für ECE eher ungewöhnlich) wollen die Hamburger in einem Neubau an der Ecke Silberstraße/Martinstraße bauen. Und: Über die äußere Gestalt der Einkaufsgalerie entscheidet ein mit acht Büros besetzter Fassadenwettbewerb von Ende Mai bis Juni. ECE blickt dem 24. April entgegen - dann soll der Rat das Bebauungsplanverfahren einleiten. Am 31. März stellen die Hamburger ihr Projekt SPD und Grünen in einer gemeinsamen Fraktionssitzung vor.

Von Gregor Beushausen

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Kommentare
20.03.2008
19:11
Stadt bricht Lanze für Einkaufsgalerie
von Frank Kampmann | #1

Seltsame Kalkulationsgebaren: ein vergleichbar großes Konzept sollte inklusive eines neuen Bahnhofes 700Mio kosten; so weit so gut, nur: ein Areal von doppelter Größe, in essen, kostet 300Mio.
Wessen Geld wird da eigentlich verbrannt?
Insbesondere, wenn man sich mal die Mühe macht, die Vergleichswerte zu Kölner oder Leipziger Projekten heran zu ziehen, kommt einem für Dortmund ein böser Verdacht...bas

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