Staatsanwalt bietet Tiefbauamts-Mitarbeitern Deal an

Neue Entwicklung im Fall der illegalen Schrottgeschäfte auf Betriebshöfen des städtischen Tiefbauamtes: Der Staatsanwalt bietet 29 der 39 Beschuldigten an, das Verfahren gegen Zahlung eines Geldbetrages einzustellen. Nun rufen Mitarbeiter dazu auf, den Sündern dabei finanziell zu helfen. Nicht alle sind von dem Plan begeistert.

Dortmund.. Den Tiefbauamts-Mitarbeitern wird vorgeworfen, städtischen Schrott privat verkauft und so unter anderem Betriebsfeste finanziert zu haben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft 29 Betroffenen angeboten, ihre Verfahren gegen Zahlung von Geldbeträgen zwischen 100 und 750 Euro an den Verein Kinderferienparty e.V. einzustellen.

Um letzte Zweifel und Unsicherheiten über den rechtlichen Rahmen zu klären, organisierten Personalrats-Mitglieder am Dienstag eine Versammlung für die Beschäftigten der Betriebshöfe in Deusen und Mengede.

Solidaritätsaktionfür die betroffenen Kollegen

Nach Informationen dieser Redaktion nahmen rund 80 Mitarbeiter daran teil. Dabei haben einige Arbeitnehmer eine Solidaritätsaktion in Form einer Geldsammlung für die betroffenen Kollegen vorgeschlagen. Immerhin geht es nach Angaben von Staatsanwalt Elmar Pleus um einen Gesamtbetrag von rund 10.000 Euro.

"Die Zustimmung unter den Kollegen war sehr hoch", berichtet Personalrat Jörg Markau. Ganz anders am Donnerstag. Da gab es eine zweite Personalversammlung, diesmal auf dem Betriebshof an der Nortkirchenstraße. Als Verdi-Sekretär Martin Steinmetz den rund 70 Beschäftigten von der Solidaritätsaktion ihrer Kollegen in Deusen berichtete, kam es zu empörten Kommentaren.

Fest im Sommer?

Offenbar hatten einige den Eindruck gewonnen, Verdi und der Personalrat seien schon im Begriff, den "Hut herumgehen zu lassen." "Das war gar nicht unsere Absicht", widerspricht Steinmetz. Er habe lediglich in Aussicht gestellt, mit Zustimmung des Verdi-Vorstandes ein "Solidaritätsfest" für die Betroffenen im Sommer zu planen und zur Finanzierung dieses Festes rund 1000 Euro zur Verfügung zu stellen.

DieSchrott-Affäre im Überblick: