Sprengstoff im Zug? - 17-Jähriger stellt sich der Polizei

In einem Zug der RB 59 zwischen Dortmund und Soest soll die Sprengstoff-Äußerung gefallen sein.
In einem Zug der RB 59 zwischen Dortmund und Soest soll die Sprengstoff-Äußerung gefallen sein.
Foto: Thomas Nitsche (Archiv)
Was wir bereits wissen
In einer Regionalbahn von Dortmund nach Soest hat ein Mann von Sprengstoff gesprochen. Nach einer Fahndung mit Foto hat sich ein 17-Jähriger gestellt.

Dortmund.. Die Polizei Dortmund hat nach einem Mann gefahndet, der in einem Zug nach Soest eine Sporttasche dabeigehabt und von Sprengstoff gesprochen haben soll. Noch am Dienstag hat sich daraufhin ein 17-Jähriger mit seinen Eltern gestellt. Er war auf einem Fahndungsfoto zu sehen. Er habe mit seinen Freunden, die noch vernommen werden müssen, wohl lediglich Witze gemacht, so die Staatsanwaltschaft.

Der Dortmunder Staatsanwalt Henner Kruse sagte unserer Redaktion am Mittwochmorgen: "Seine Wohnung und Sporttasche sind durchsucht und kein Sprengstoff gefunden worden." Der Verdächtige bestreite außerdem, von Sprengstoff gesprochen zu haben. Möglicherweise sei die unterstellte Äußerung nur "ein dummer Spruch" gewesen.

Eine Zeugin will eine Unterhaltung auf Türkisch mitbekommen haben und hatte diese gemeldet. "Für uns war das glaubhaft", so Kruse. "Und es handelt sich dabei um ein schweres Delikt." Polizei und Staatsanwaltschaft hatten daraufhin ein Fahndungsfoto des Verdächtigen veröffentlicht, der Staatsschutz ermittelte. Unklar ist auch noch, ob eine Zeugin von Sprengstoff in seiner Tasche gehört hatte oder davon, dass er welchen besorgen wolle.

Die drei Mitreisenden werden noch vernommen

Laut Zeugenaussagen war eine Gruppe von vier jungen Männern am 24. Januar mit der Eurobahn vom Dortmunder Hauptbahnhof aus losgefahren. Gegen 23.10 Uhr saßen sie gemeinsam auf zwei Sitzreihen in der RB 59. Der Tatverdächtige hatte demnach eine blaue Sporttasche bei sich.

Alle Beteiligten verließen den Schilderungen zufolge den Zug am Bahnhof Unna. Der Tatverdächtige wurde in der Bahn gefilmt. Polizei und Staatsanwaltschaft suchten am Dienstag, drei Tage später, mit Hilfe der Aufzeichnungen Hinweisgeber. Beim Thema Sprengstoff reagieren "derzeit definitiv alle sensibel", so Staatsanwalt Kruse. "Wenn man da richtig ermittelt und Aufnahmen hat, dann gehört deren Veröffentlichung auch dazu." Eine solche Öffentlichkeitsfahndung werde in der Regel durch einen Richter angeordnet.

Nun sollen auch noch die anderen drei Mitfahrer vernommen werden. Zeugen können sich bei der Dortmunder Polizei melden: 0231-132-7441. (WE)