Sprach-Preis für Buhrow und Rüge für Pleitgen
27.08.2010 | 15:58 Uhr 2010-08-27T15:58:00+0200
Dortmund.Dortmund als neues linguistisches Zentrum? Während der hier ansässige Verein Deutsche Sprache nun Fritz Pleitgen zum „Sprachpanscher des Jahres“ kürte, erhält Tom Buhrow von der Gesellschaft für Sprachheilpädagogik den Preis „Gute Sprache“.
Schon der Name und die Zielrichtung: Die Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs e.V.) versteht sich als Fachverband, der sich für die Interessen der von Sprachbehinderung bedrohten oder betroffenen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen durch Frühförderung, durch ambulante, schulische und/oder stationäre Rehabilitation und durch Nachsorge einsetzt. Kurz: Also irgendwas Gutes zur Rettung der deutschen Sprache.
Anlässlich des Bundeskongresses vom 23. bis 25. September 2010 im Kongresszentrum der Westfalenhallen Dortmund wird in diesem Jahr erstmalig der Preis „Gute Sprache“ verliehen. Ausgezeichnet werden Personen, die in der Öffentlichkeit stehen und durch innovative Projekte vorbildhafte, kindgerechte Sprache in den Vordergrund stellen. Den Blick auf gute Sprache zu richten, sei in Zeiten sich wandelnder Kommunikationsstrukturen mehr denn je von immenser Notwendigkeit, meint der Verein dgs. „Sprache ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe, ist sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Form zentrales Kommunikationsmedium und zugleich wichtigste Determinante jeden Lernens.“ Wer hätte das gedacht.
Der Preis „Gute Sprache“ von den Sprachheilpädagogen geht nun an den (wohl gemerkt) deutschen Fernsehjournalisten und Moderator der ARD-Tagesthemen Tom Buhrow für sein innovatives Radioprojekt „SWR3 Tim fragt Tom“: Hier versucht der Nachrichtenmann „Tom“, dem kleinen „Tim“ aktuelle Begriffe und Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft (z.B. Ratingagentur, Demoskopie, Integration, UNO) möglichst einfach, anschaulich und vor allem kindgerecht in vorbildhafter Sprache zu erklären. Quasi Dingsda für Fortgeschrittene. Dafür erhält Buhrow die Auszeichnung am Donnerstag, 23. September, um 12.30 Uhr im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung des Kongresses, zu dem etwa 1000 Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet werden. Vielleicht nehmen Österreicher, Schweizer und Bayern wichtige Erkenntnisse mit von Themen wie dem Impulsreferat von Prof. Dr. Ute Ritterfe4ld (TU Dortmund), die sich - Zitat - „den Problemen rund um die Sicherstellung und die Qualität von spezifischen Sprachfördermaßnahmen aus den Blickwinkeln der verschiedenen Professionen“ widmen will.
Der 51-jährige Buhrow moderiert seit 2006 die „Tagesthemen“ in der ARD. Zuvor war er Leiter des ARD-Studios Washington. Der gebürtige Rheinländer wurde bisher unter anderem mit dem 1. Preis der „RIAS-Kommission“ und dem Preis der Herbert-Quandt-Stiftung ausgezeichnet. Und wenn er sich nicht verhaspelt, dann folgen bestimmt noch weitere Ehrungen.
Kulturhauptstadt mit „volunteers“ und in „denglisch“
Des einen Freud, des anderen Leid: Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Ruhr.2010 GmbH, Fritz Pleitgen, ist vom Verein Deutsche Sprache zum „Sprachpanscher des Jahres“ gewählt worden. Wie der allzeit kritische Verein am Freitag in Dortmund mitteilte, habe Pleitgen nicht verhindert, dass die Kulturhauptstadt Essen für das Ruhrgebiet mit zahlreichen „denglischen Imponiervokabeln“ arbeite. So würden freiwillige Helfer der Kulturhauptstadt beispielsweise als „volunteers“ bezeichnet. Ein ziemliches no-go, wie der Verfasser dieser Zeilen meint.
Marc-Oliver Hänig, Sprecher der Ruhr.2010, verteidigt den „denglischen“ Duktus in einer Stellungnahme: „Die Kulturhauptstadt Europas ist, wie es der Name ausdrückt, eine europäische Angelegenheit. Unser Programm ist überdies betont auf Europa ausgerichtet. Nicht nur viele Städte, sondern auch hunderte Künstlerinnen und Künstler, die unser Programm mitgestalten, kommen aus Mitgliedsländern der Europäischen Union. Für diese Partner haben wir einige der Titel seriös in der Hauptverkehrssprache der EU ausgedrückt. Anbiederung oder Wichtigtuerei stecken nicht dahinter. Denglisch ist dabei gemieden worden.“
Pleitgen unschuldig und gegen Anglizismen
Von Fritz Pleitgen, so Hänig, stamme kein einziger Titel. Pleitgen hätte immer wieder gemahnt, es mit Anglizismen nicht zu übertreiben. Andererseits hätten einige Autorenteams darauf bestanden, dass ihre mit Bedacht und Blick auf die Internationalität des Programms und der Besucher gewählten Titel nicht verändert würden. Hänig: „Da Fritz Pleitgen nicht den Zensor herauskehren wollte, hat er nach einigen Diskussionen zugestimmt, womit er – wie er selbst sagt – als Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhr.2010 die Letztverantwortung für alle Titel trägt.“
Der Verein Deutsche Sprache hat rund 30.000 Mitglieder und wählt seit 1997 einen „Sprachpanscher des Jahres“. Dabei werden Personen oder Institutionen mit dem Negativpreis gewürdigt, die aus Sicht des Vereins unnötigerweise englische Begriffe verwenden. Zu den bisherigen Preisträgern zählen Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel oder der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger von der CDU. (mit ddp)
20:31
Ich möchte mich R.B. anschließen: Wo liegt Ihr Problem, Herr Gerber?
Zunächst einmal ist Ihre Darstellung inhaltlich falsch die dgs macht eben nicht, wie von Ihnen dargestellt, irgendwas Gutes zur Rettung der deutschen Sprache (das würde eher der VDS von sich behaupten), sondern beschäftigt sich konkret mit Sprachbehinderungen. Haben Sie daran etwas zu kritisieren?
Außerdem ist der Beitrag in einem Stil verfasst, der eigentlich nicht durch Veröffentlichung gewürdigt werden sollte: Die Einleitung Schon der Name und die Zielrichtung:. Der Kommentar Wer hätte das gedacht. Was soll der Hinweis auf den (wohl gemerkt) deutschen Moderator und warum ist der Hinweis auf den Fachvortrag so ätzend formuliert verstehen Sie den Titel nicht? Oder soll das ironisch sein? Ist es nicht, es ist ziemlich plump.
Übrigens: Des einen Freud, des anderen Leid passt auch nicht in den Artikel, da jeweils ganz unterschiedliche Themen behandelt werden. Wie schreiben Sie doch (ausnahmsweise richtig): Den Blick auf gute Sprache zu richten, sei in Zeiten sich wandelnder Kommunikationsstrukturen mehr denn je von immenser Notwendigkeit hätten Sie sich mal ein Beispiel daran genommen.
22:49
Tja Pleitgen, so kann es kommen.
Aber ich bin mir sicher, selbst dieser Watschen wird Pleitgen nicht stören. Dieser Mann ist für Kritik, gleich welcher Art, nicht erreichbar. Und so panscht der nicht nur die Sprache; er wird auch munter weiter die Millionen verplempern. Und sich natürlich mit einem fürstlich Gehalt selber seine Taschen vollmachen.
Wann endlich wird dieser Geldverschwender, an dem zudem das Blut von 21 Menschen klebt, endlich seines Postens enthoben ?
20:36
Wer für diese Zeitung in dieser Zeitung schreibt, muss gegen eine Organisation, die sich dem Schutz der deutschen Sprache verschrieben habt, Stellung beziehen.
Alleine diesen Artikel nicht als Kommentar zu kennzeichnen verstößt gegen die guten Sitten des Journalismus.
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18:54
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18:42
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18:35
Zitat aus dem Artikel:
Den BlicJajajak auf gute Sprache zu richten...
In Zusammenhang mit dem Artikel ein echtes Armutszeugnis
17:42
Ich versteh garnicht was dieser gehässige Artikel soll. Wo liegt Ihr Problem, Herr Gerber?