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Spielbank wird zum Thema im Landtag

25.02.2009 | 19:26 Uhr

Von Dirk Berger Der Streit um die Zukunft des Casinos Hohensyburg hat nun auch die Politik erreicht.

Glückstempel im Pech? 250 Mitarbeiter wissen nicht, welche Taktik Westspiel verfolgt. (Foto: Ralf Rottmann)

Die SPD-Landtagsabgeordneten Harald Schartau und Prof. Dr. Gerd Bollermann hatten im Dezember eine Kleine Anfrage an Innenminister Ingo Wolf gestellt und um Beantwortung gebeten. Inhalt: Ob der Landesregierung Pläne bekannt seien, dass Westspiel ein neues Casino in Köln errichten möchte. Antwort: "Konkrete Pläne...liegen der Landesregierung nicht vor."

"Unbefriedigend", so Bollermann in einer Stellungnahme. Zumal Verdi-Sekretär Andreas Elbracht und auch der Westspiel-Gesamtbetriebsratschef Albrecht Harmsen es anders wissen. "Mir ist von der Geschäftsführung gesagt worden, Köln wird geplant", so Elbracht. Harmsen vermisst Offenheit auf der Chefetage: Es gebe kein Konzept oder besser, keines, das man den Mitarbeitern vorlege. Dafür eine Menge Fragen. Wie die, warum man acht Saalchefs nach zum Teil jahrzehntelanger Arbeit rausschmeißen wollte. Und auch die, warum Ex-Casinochef Hirthammer nun in der Duisburger Verwaltung arbeitet. "Er hat das Syburger gebaut - soll er jetzt auch das Kölner bauen?"

Ein neues Casino in Köln würde das in Hohensyburg wirtschaftlich unter Druck setzen. Wie das Duisburger würde es in einer neuen Gesellschaftsform geführt, nicht in die Gemeinschaftskasse der NRW-Casinos einzahlen (aus dem die Festangestellten zusätzlich bezahlt werden) und die Mitarbeiter lediglich mit Zeitverträgen ausstatten sowie untertariflich bezahlen. Abgesehen davon locke das Duisburger Casino mit Vergünstigungen, die es für Kunden in anderen Casinos nicht gibt (wir berichteten).

"Die Zahlen müssen nachdenklich stimmen", so Bollermann. 2005 habe der Bruttospielertrag in Dortmund noch über 76 Millionen betragen. Ins Stadtsäckel seien davon 11,4 Millionen geflossen. 2008 seien es nur noch 45 Millionen gewesen (Gemeindeanteil: 5,4 Millionen). Frage sei, ob das nur konjunkturelle Gründe habe. Glaubt Gewerkschafter Elbracht nicht: "Tatsache ist, dass der Gesambruttospielertrag bei Westspiel immer gestiegen ist." Von daher gebe es schlechte Zeiten nur für einige - für Hohensyburg zum Beispiel. Und die Kommune.

Bollermann will sich mit der Antwort auf die Kleine Anfrage nicht zufrieden geben: Er möchte nun auch NRW-Finanzminister Linssen einen Brief schreiben.

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