Spielbank Hohensyburg büßt Umsatz und Besucher ein
19.08.2008 | 18:22 Uhr 2008-08-19T18:22:00+0200Der Sterne über der Hohensyburg glänzen nicht mehr so hell: Weniger Besucher, weniger Umsatz im Casino, weniger Geld, das in die Spielbankabgabe fließt und auch die Stadtkämmerin in Dortmund erfreut.
Die Besucher sind nicht mehr so spendabel: Der Tronc - die Schatztruhe für Trinkgelder - wird nicht mehr so stark gefüttert. Jetzt will die Casino-Mutter Westspiel ihre Mitarbeiter zu „Verlierern” machen, so die Gewerkschaft Verdi.
Im September 2007 lief der Tarifvertrag aus. Gehaltverhandlungen scheiterten. Als man sich am Montag zu einer neuen Gesprächsrunde traf, habe man eigentlich ein Angebot erwartet, so Andreas Elbracht von Verdi. Stattdessen regten die Westspiel-Verantwortlichen, wegen der „ dramatischen wirtschaftlichen Entwicklung ein Aussetzen der Gespräche bis Anfang 2009” an. Dramatisch seien die Umsatzrückgänge: 20 Prozent. Beim Tronc gingen die Einnahmen sogar um 25 Prozent zurück, so Westspiel-Sprecherin Katrin Koch. Anfang der 90er-Jahre gingen Croupiers mit 10 000 Mark im Monat nach Hause - weil viel Trinkgelder in den Tronc flossen. Die Festgehälter waren und sind bescheiden - und seit 1996 auf gleichem Niveau. Mit 1272 Euro/Monat fest startet ein junger Croupier, sollte er 33 Jahre durchhalten, dann kann er 3909 Euro brutto fest verdienen. Nach der Eröffnung des Casinos in Duisburg im Februar 2007 gingen die Einnahmen nicht nur in Dortmund drastisch zurück. Das Westspiel-Casino Aachen leide noch mehr als die Hohensyburg, so wird berichtet. In Aachen kursieren Gerüchte, dass betriebsbedingte Kündigungen anstehen. Das Casino im CityPalais Duisburg wurde im Startjahr von 585 000 Gästen besucht, mehr als 2007 nach Dortmund kamen. Sascha Tiefenbacher, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender für die noch knapp 340 Mitarbeiter auf der Hohensyburg: „Der Tronc in Duisburg wird separat verwaltet, er fließt nicht mehr in den gemeinsamen Topf der Westspiel-Casinos”, um an alle Mitarbeiter verteilt zu werden. Man hätte das Personal für Duisburg aus den anderen Westspiel-Casinos rekrutieren können, ärgert sich Tiefenbacher. Aber das habe man weitestgehend vermieden. „Die Probleme waren absehbar”, so Tiefenbacher: es kämen zwar leicht mehr Besucher insgesamt, aber verteilt auf mehr Standorte. Die Belegschaft werde im aktuellen Tarifstreit nicht klein beigeben. Das könne sich keiner der Angestellten bei sinkenden Einkommen mehr leisten. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Besucherzahl auf der Hohensyburg halbiert. 2002 kamen 1,05 Mio Besucher, 2007 waren es nur noch 522 000 Gäste. „Die Lage macht uns zu schaffen. Sie ist aber nicht dramatisch”, macht Westspiel-Sprecherin Koch gute Miene zum bösen Spiel. Dabei dauert die Pechsträhne in Dortmund verstärkt an: Bisher kamen 2008 rund 20 Prozent weniger Gäste als im Vorjahreszeitraum. 80 Prozent der Spielbank-Einsätze fließen als Spielbankenabgabe in die öffentliche Hand. Die Stadt Dortmund kassiert einen Anteil an der Spielbankenabgabe - und der schrumpft. 2007 wurde mit 9,6 Mio Euro gerechnet. 2006 waren es noch 14,5 Mio Euro.
Überraschend löst Westspiel den langjährigen Direktor der Spielbank ab. Franz Hirthammer übernehme ab 1. September andere Aufgaben in der Duisburger Unternehmenszentrale.
12:20
Das sind immer besonders beliebte Kommentare. Alle Gewerkschafter und Personalräte sind korrupt und gierig, alle Mitarbeiter sind faul und ebenfalls geldgierig. Nur die Chefetage arbeitet 48 Stunden am Tag und scheut keine Mühe, den Ertrag des Unternehmens zu mehren. das was sie dafür bekommen ist nur ein Schadenersatz, keine Belohnung.
Die Chefs von Westspiel und dem casino Duisburg kommen von Gauselmann, der eigentlichen Konkurrenz der staatlichen Spielcasinos, weil die an jeder Ecke ne Daddelbude errichten. Wie die ticken hat sich in der Westspiel Depandance in Berlin gezeigt. Dem Senat wurde dort ein Volumen von 1,2 Mio. € abgetrotzt, in dessen Höhe die Gehälter der Angestellten steuerfrei bleiben sollen. 600.000€ davon wurden verabredungsgemäss verwendet. Der Rest wurde dazu benutzt, von westspieleigenen Firmen Aufträge abzuwickeln und das 3 köpfige Triumphirat an der Spitze von Westspiel hat sich den Rest zu gleichen Teilen ( jeweils 160.000€) als Auslagenersatz zugeschanzt. Dafür wurden alle französischen Roulettetische abgebaut und mehr als 10 Dealer sorrry damals Croupiers betriebsbedingt gekündigt. Der Berliner Senat hat den Kopf in den Sand gesteckt und nichts gemacht.
Dem Personalratsvorsitzenden , der diesen Vorgang an die Presse gebracht hat, wurde fristlos gekündigt. Der Prozess läuft noch.
Die Spitze von Westspiel hat vor einigen Jahren das 4 Sterne Spitzenrestaurant in Hohensyburg zugemacht, weil man angeblich den Platz brauchte. Damit war ein Magnet für Hohensyburg weg.
Und was das Gehalt der Dealer betrifft, In Duisburg werden die meisten mit dem Eingangsgehalt entlohnt. Von einer 35 Stunde-Woche kann der Dealer nur träumen. Da schiebt jeder nur deshalb kaum Überstunden vor sich her, weil diese im Zeitkonto einfach gecancelt werden. Ansonsten hätte jeder von ihnen mehr als 150 Überstunden abzufeiern. Man weiss manchmal um 20 Uhr noch nicht , ob man Feierabend hat oder bis kurz vor Mitternacht weiterarbeiten muss. Es handelt sich um junge Angestellte, die kaum Zeit zur Regenaration haben, weil die Schichtplanung kaum 2 Tage Freizeit zulässt und ein Leben ausserhalb des Casinos ist kaum möglich. Schliesslich hat das Casino bis auf 6 Tage jeden Tag bis 3 bzw. 4 Uhr nachts geöffnet. Vor der Schicht finden häufig vormittags Schulungen statt. Im Anschluss daran beginnt dann üblicherweise der normale Dienst.
Ich bin davon nicht betroffen, aber kenne die Verhältnisse sehr gut. Und arbeitnehmerfreundlich ist das ganze nicht, dafür müsswen die coram publico mit freundlichen Gesicht den zum Teil mürrischen sehr oft unverschämten Gästen gegenüberstehen, die häufig die Dealer als Blitzableiter benutzen. und gehen mit jeder Menge Geld um, müssen deshalb ständig hochkonzentriert rechnen und sich einiges merken und ständig zuhören..Auch wenn das nur ein Anlernberuf ist. Übrigens diese Dealer haben alle eine Berufsausbildung oder zumindest einen höheren Schulabschluss vorzuweisen
Dann so einen Müll wie oben zu schreiben, ist schlichtweg eine Unverschämtheit.
Wer aufmuckt, oder wem es nicht passt wird damit konfrontiert, dass mehrere hundert Leute vor der Tür stehen , die den Job gerne machen würden. Hoffentlich kommen irgendwann wieder bessere Zeiten, damit dieses aoziale Verhalten nicht mehr möglich ist.
16:23
Das leben ist kein Ponyhof - nicht als Spieler und auch nicht als Croupier.
Meiner Meinung nach verdienen diese Mitarbeiter mehr als genug, wenn nicht sogar, im Verhältnis zu anderen Berufen viel zu viel.
Unterhält man sich privat mit diesen, wird das auch unumstößlich zu gegeben !! ..... aber natürlich nicht laut !
Aber das Rumgejammer nach Betriebsräten, Tarifkommissionen und Arbeitszeitgesetzen ist ja wirklich ein Witz - wer danach schreit, hat was zu verbergen oder besticht nicht durch gute Leistung.
In Mainz hat der Betriebsrat seine eigenen Kollegen verraten und betriebsbedingten Kündigungen zugestimmt .... Fazit : 31 Kündigungen und der Betriebsrat fährt jetzt komplett größere Autos (da Firmenwagen) und durfte sich komplett über Beförderungen freuen.
Außer kleinen Kundgebungen mit Plakaten kam da von VERDI auch nichts.
In anderen Berufsbereichen gibt es auch überall Kündigungen wenn der Umsatz nicht stimmt - also warum nicht auch hier.
Ich könnte mich dranhalten ..... aber es reicht.
04:44
Der Tronctopf hat immer aus allen Westspielcasinos in NRW bestanden!!! Hier heult auch niemand, nur das neue System ist zum heulen. Gutgehende Spielbanken wurden systematisch zerlegt, um das Duisburg-Modell durchzuboxen. Keine Betriebsräte, Tarifkomissionen, und keine Arbeitszeitgesetze mehr, das will man mit aller Macht!!!!!!!!
17:48
Leider erfährt man ja immer nur die halbe Wahrheit. Es steht doch jedem frei seinen Arbeitsplatz zu wählen. Die heutige Entwicklung war seid vielen Jahren abzusehen. Kein Unternehmen kann es sich leisten ohne Einnahmen Mitarbeiter zu beschäftigen.
Der Tronctopf hat noch nie aus allen Westspielcasinos bestanden. Warum jetzt heulen?
An den heutigen Zuständen sind beide Parteien beteiligt. Aber davon will eine Arbeitnehmervertretung nichts Wissen. Rumjammern ist ja auch einfacher als vernünftige Lösungen zu erarbeiten.
21:45
Der Beruf des Croupiers fällt in die Kategorie Anlernberuf . Dafür werden die Damen und Herren sicherlich in der Regel nicht schlecht entlohnt.
Das Problem liegt m.E. darin, dass man in den 90er Jahren mehr als fürstlich entlohnt wurde. Nun, in schlechteren Zeiten, rutscht man in die Regionen der garantierten Mindestgehälter. Das ist , wenn man lange horrende Gehälter eingestrichen hat, bitter , aber wohl nicht so einfach zu ändern, Verglichen mit einem normalen Arbeitnehmer wird ein Tischchef immer noch gut bis sehr gut verdienen.
17:01
Ich finde weder in Duisburg noch in Hohensyburg arrogante Mitarbeiter.Wie man in den Wald hineinruft so schallt es heraus.Wenn ich nicht verlieren kann habe ich auch in einer Spielbank nichts zu suchen.Wenn man gewinnt ist es OK wenn man verliert schreit man. Und es kann ja auch fast jeder ein Mitarbeiter des Casinos werden. Nur bewerben muss man sich.
11:52
...sorry, ich meinte natürlich 3000 Euro:-)
11:41
Diese verwöhnten Mitarbeiter delektieren sich an den ruinösen Verlusten ihrer Spieler, die Sie auf unfreundlichste, arrogante Art und Weise behandeln und erwarten noch Mitleid. 35 Stunden Woche, nur Pausen und Urlaub und das noch mit 300 Euro im Durchschnitt entlohnt. Wo leben diese Herren denn?
09:06
Ich bin nur froh, dass weniger Süchtige dort Geld ausgeben :-)
08:09
Schließe mich dem 1. Kommentar an.
Wenn die Angestellten in Dortmund meinen Sie seien etwas Besseres als ihre Kollegen in Duisburg - was immer wieder zum Ausdruck kommt - dann sagt das schon ALLES.
Außerdem hört man immer nur Gespräche untereinander, wer wann und wie lange frei hat.
Dazu kommen Pausen, die auf die Sekunde eingehalten werden und, man glaubt es kaum, es wird sogar jeden Tag warmes Essen serviert.
Verrückte Welt ..... wirklich zum Weinen !!!!