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"Sperrt sie ein in Schulen..."

02.09.2007 | 12:02 Uhr

Die von vielen befürchteten Krawalle am Rande der erneuten Neonazi-Demo am Antikriegstag blieben aus. Gewaltsame Ausschreitungen wie noch am 1. Mai gab es am Samstag nicht. Dennoch war die Innenstadt streckenweise lahmgelegt.

Die Polizei begleitete sowohl die Neonazis als auch die Demonstration des linken "Bündnisses 28.03." mit einem Großaufgebot. Diesmal nicht unter der Maxime, es könnte zu Ausschreitungen kommen, sondern unter der Überschrift "Es hat am 1. Mai gewalttätige Ausschreitungen" gegeben. Die Polizei war vorgewarnt. Und so verlief das ganze Demogeschehen zwischen 10 und 19.30 Uhr - von kleineren Scharmützeln abgesehen - friedlich.

Kurzfristig hatte DGB-Chef Eberhard Weber am Samstagmorgen überlegt, eine der zentralen Veranstaltungen am Antikriegstag an der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache abzusagen. Denn es goss aus Kübeln, und als Weber kurz nach 11 Uhr selbst ans Rednerpult trat, übertönte zudem das Knattern des Polizeihubschrauber in der Luft über der Steinwache jedes Wort.

Für Ernst Söder vom Förderverein Gedenkstätte Steinwache e.V. war "der Aufzug der Neonazis unerträglich". Er forderte die Juristen auf, "einmal politisch zu entscheiden" und rechtsradikale Aufmärsche grundsätzlich zu verbieten. Peter Sowa von der Auslandsgesellschaft NRW unterstrich: "Es ist gut, dass wir hier sind und dass wir weitermachen."

Als dann der katholische Theologe Eugen Drewermann redete, klarte der Himmel auf. "Der Krieg selbst befreit von gar nichts", betonte Drewermann in seiner bemerkenswerten Rede zum Antikriegstag. Die westliche Welt habe 1989 die Chance vertan, Gorbatschows Angebot zur Abrüstung anzunehmen.

Rund 150 Bürger nahmen an der Veranstaltung an der Steinwache teil; bis zu 1000 kamen zum Theatervorplatz, wo das Bündnis Dortmund gegen Rechts und das Friedensforum ebenfalls namhafte Redner zu Gast hatten. Darunter Esther Bejarano, die Vorsitzende des Internationalen Auschwitz-Komitees.

Die SPD-nahe Jugendorganisation "Die Falken" ent-hüllte ein Transparent. In bunten Lettern steht da: "Sperrt sie ein in Schulen... Mehr Bildung für Antifaschisten". Das interessiert die schwarzvermummten jungen Leute der linken Autonomen nicht besonders. Sie machen sich lieber auf den Weg - in Richtung Bahnhof oder zum benachbarten Friedensplatz.

Als die Teile der Autonomen dort ankommen, beschleicht einige der Besucher ein mulmiges Gefühl. "Man steht da und rechts und links kommen die Schwarzangezogenen und die sehen so militant aus", berichtet ein Passant. Für ihn ist es nicht zu erkennen, dass die Jugendlichen nicht zur rechten Szene gehören.

Der Mondo Mio Familientag - von der Stadt auf den Friedensplatz gelegt, damit die Rechten dort nicht demonstrieren können - leidet unter der Nachbarveranstaltung. Zwar regnet es, aber dass so wenig Kinder da sind, hat wohl noch einen anderen Grund. "Die Familien haben das Feedback gegeben, dass sie Angst haben", sagt eine Mitarbeiterin. Zudem gebe es zu wenig Unterstellmöglichkeiten. Auf der Bühne wird HipHop getanzt. Im Publikum sind fast nur Freunde und Familien der Teilnehmer. (kat/alex/AWi/eFeF) Berichte und Kommentar:

Seite 2 und Stadtteil-Zeitung

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