SPD und CDU segnen Dortmunder Haushalt ab
06.07.2010 | 18:30 Uhr 2010-07-06T18:30:00+0200
Dortmund. Sorgen, die Politik könnte das Gesamtkunstwerk „Haushalt 2010“ am Donnerstag im Rat aufschnüren und in Einzelteile filetieren, muss sich Kämmerer Jörg Stüdemann nicht mehr machen: Nach Wochen hektischer Beratungen sind die beiden großen Ratsfraktionen SPD und CDU entschlossen, dem Zahlenwerk ihren Segen zu geben.
In Dortmund herrscht Einigkeit zwischen SPD und CDU - zumindest in Bezug auf den Haushalt. Die Rats-Fraktionen von SPD und CDU haben beschlossen, den Haushalt mit seinen Begleitbeschlüssen zu verabschieden und Arnsberg zur Prüfung vorzulegen. Mit anderen Worten: Die „große Koalition“ für den Haushalt steht. Die Grünen klinken sich aus und wollen gegen das das Zahlenwerk stimmen.
Mit Ach und Krach
CDU-Fraktionschef Ulrich Monegel spricht zwar von einem „Haushalt, den wir mit Ach und Krach auf die Schiene setzen.“ Dennoch erkenne die CDU an, dass Kämmerer Stüdemann bereit sei, Strukturen aufzubrechen und „ein Stück Aufgabenkritik zu machen.“ Es sei richtig, Hallenbäder und Jugendfreizeitstätten in andere Trägerschaften zu übergeben, die Zahl der Stadtbezirke und Bezirksverwaltungsstellen zu prüfen. „Gehört es denn es zur Kernaufgabe einer Stadt, Immobilien zu verwalten?“, pflichtet Monegel der Idee des Kämmerers bei, Gebäude auszulagern und von der Stadtwerke-Tochter Dogewo managen zu lassen. „Wir wollen diesen Prozess, den wir immer gefordert haben, nicht bremsen“, sagt Monegel. „Wir sind bereit, dem Kämmerer Kredit zu geben.“
Dass die Arnsberger Kommunalaufsicht abwinkt, dem Paket den Stempel „nicht genehmigungsfähig“ aufdrückt und Dortmund am Ende zwingt, die Spar-Axt an noch ganz anderen Stellen anzulegen, glaubt Monegel nicht. „Dann möchte ich einen interkommunalen Vergleich sehen“, sagt der CDU-Rathauschef. „Während andere Städte wie die Lottokönige gewirtschaftet haben, hat Dortmund immerhin Vermögen vorzuweisen.“
SPD und CDU haben ihre diversen Änderungsanträge abgeglichen (insgesamt legen alle Ratsfraktionen 19 Seiten vor). Weitere Ausgabewünsche sind nicht draufgesattelt worden. „Das Zahlenwerk gerät nicht aus der Balance“, atmet der Kämmerer durch. Selbst dann nicht, wenn der Rat (wie es sich andeutet) gegen die Erhöhung der Hundesteuer sowie gegen höhere Kita-Gebühren fürs erste und Kita-Gebühren fürs zweite und dritte Kind stimmt.
Rechnung geht auf dem Papier auf
Zur Erinnerung: Als der Haushalt eingebracht wurde, klaffte zwischen Aufwendungen und Erträgen ein Loch von 138 Mio. Euro, das durch diverse Beschlüsse zu sparen, Einnahmen zu steigern und durch Transfusionen der städtischen Unternehmen auf 98,5 Mio. Euro gedrückt werden muss, damit Arnsberg den Haushalt genehmigt. Aktuell liegt das Defizit bei 96 Mio. Euro - der Papierform nach geht die Rechnung auf.
Grünen-Fraktionschef Mario Krüger sieht das anders. Einnahmeposten wie 76 Mio. Euro aus dem Verkauf von Finanzanlagen seien Luftbuchungen, ebenso wie geplante Erträge aus dem Verkauf von Grundstücken. „Wir reden über einen Gesamtbetrag von 110 Millionen Euro, die noch lange nicht in der Kasse sind.“ Er könne nicht erkennen, dass Arnsberg diesen Haushalt genehmige. „Es wäre sinnvoller, dem Grünen-Vorstoß zu folgen und Grund- und Gewerbesteuer Anfang 2011 anzuheben.“ Was SPD und CDU aber ablehnen. „Es kann nicht sein, dass sich die Grünen in den Schmollwinkel zurückziehen, weil der Rat ihre Anträge nicht übernimmt“, sagt SPD-Fraktionschef Prüsse. „Trotzdem werden wir den Haushalt mit breiter Mehrheit beschließen. Dann eben ohne die Grünen.“
08:34
Es wächst zusammen,
was (längst) in Dortmund zusammen gehört!
Den anbiedernden Grünen :-(( geht auch
langsam ein Licht auf, vermute ich mal...
Der Kopf muss sich vor dem Herzen verneigen!
22:51
Dieser Haushaltsentwurf enthält in etwa so viel Lüge, wie die Behauptung von Ex-OB Langemeyer, Stadtdirektor Sierau und Ex-Kämmerin Uthemann (alle SPD) vor der letzten Kommunalwahl, daß der Haushalt nicht in Gefahr sei aus dem Ruder zu laufen.
Also - alles wie gehabt, nur daß die CDU nun mitspielt. Was bleibt ihr auch anderes übrig? Will sie die Pleite verkünden? Die wird kommen - nur dann eben aus heiterem Himmel.
16:48
Zu #3 Punkt 3:
Sind Sie (ErikaW) selbst in der Dortmunder Politik tätig ?
________
Leider mußte ich gestern erfahren, das tatsächlich der Regierungspräsident Diegel in den nächsten Tagen seinen Posten räumen muß und ein SPD-Mitglied diesen Posten einnimmt.
Für Dortmund kann ich nur dazu sagen:
Schade.
Jetzt kann die Stadt Dortmund noch schlechter wirtschaften.
23:17
Nur ein Wort zu dem ganzen Vorgang: SCHMIERENTHEATER
21:57
Nicht aufregen, sondern nur noch wundern!
Hier zeigt sich mal wieder, die nicht vorhandene Kreativität.
Die politische Klasse dieser Stadt beweist einmal mehr, dass sie keine Klasse hat.
21:41
Hä???
Prüsse und etwas lernen????
Guter Witz!
Mit dem IQ eines vertrockneten Grashalmes lernste nix mehr.
Und nur noch Instinktpolitik ist auf Dauer etwas zu wenig.
21:24
Lustig, wie sich die CDU um 180 Grad dreht.
Ich glaube allerdings nicht, dass sich die SPD-Basis über die große Koalition freut.
Die Dortmunder SPD(-Fraktion) spielt Geisterfahrer. Offenbar haben Prüsse & Co. nichts aus der großen Koalition im Bund gelernt.
20:31
1. Kanitz hat noch nie ein Machtwort gesprochen und wird das in absehbarer Zeit auch nicht tun. Dazu ist er viel zu grün hinter den Ohren, hat zu wenig Rückhalt und will ja noch was werden in seiner Partei....
2. Diegel wird gar nix mehr sagen - der ist in ein paar Tagen weg vom Fenster. Und da er bei Rüttgers und dessen Leuten auch nicht so unbedingt gut angesehen war, wird er wohl nicht auf einen Versorgungsposten hoffen dürfen.
3. Der Dortmunder Haushalt ist bestimmt nicht luftbuchungshaltiger als der anderer Kommunen. Da hat Monegel sicher recht.
4. Die große Koalition gibt es seit der Hengestenbergnummer und seit dem man in der CDU erkannt hatte, das Pohlmann eine Pfeife ist.
Monegel (Bauen) und Taranczewski (Soziales) werden Dezernenten und gut ist.
20:05
Ich bin mal gespannt was der Regierungspräsident in Arnsberg dazu sagt.
Sehr geehrter Herr Diegel,
ich schlage ich vor, eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft damit zu beauftragen, die Finanzen der Stadt Dortmund zu prüfen.
Denn nur so werden wir Dortmunder Bürger erfahren, wie es wirklich um unseren Stadthaushalt steht.
19:20
Wenn die CDU diesem Haushalt zustimmt, gibt es faktisch eine große Koalition in Dortmund. Ist das der Wechsel, für den CDU-OB-Kandidat Pohlmann gekämpft hat?
Wo bleibt das Machtwort von Parteichef Kanitz?