Sozialticket läuft bald aus und wird teurer
09.12.2008 | 10:50 Uhr 2008-12-09T10:50:00+0100
Der Streit um die Kostenübernahme fürs Sozialticket ist vorerst beigelegt: Die Stadt zahlt. Offen bleibt, wie lange Bedürftigte in Dortmund noch auf die Super-Billigfahrkarte zurückgreifen dürfen.
Zur Erinnerung: Seit die Fahrkarte für Bus und Stadtbahnen im Februar 2008 eingeführt wurde, greifen immer mehr Dortmunder auf das Angebot zurück: Inzwischen sind rund 23 000 ÖPNV-Nutzer mit dem 15 Euro billigen Ticket unterwegs. Zum Vergleich: Vor dessen Einführung hatte man die Zahl der Nutzer auf lediglich 6000 bis 10 000 geschätzt. Ob sie am Ende des zweijährigen Modellversuchs weiter so preiswert in Busse und Bahnen einsteigen können, ist offen. Am 31. Januar 2010 ist nach jetzigem Stand der Dinge erst einmal Schluss. Darauf läuft der Vorschlag von Seiten der Stadtverwaltung hinaus, der den Stadtwerke-Aufsichtsräten in ihrer Sitzung am Samstag vorlag.
Kernpunkt: Wer sein Sozialticket auch im zweiten Jahr über die vollen zwölf Monate nutzen möchte, solte seine Neu-Bestellung möglichst bald raus geben. Da die Fahrkarte nur im Jahres-Abo gekauft werden kann und der Modellversuch am 31. Januar 2010 endet, wird jeder "überhängige Monat" teurer. Nach Ablauf der Billigfahrkarte soll der Preis nämlich auf 47,84 Euro steigen, so viel wie ein reguläres "Ticket 1000" kostet. Heißt also: Wer sein Sozialticket erst im März 2009 bestellt, darf lediglich bis Ende Januar 2010 für 15 Euro Bus und Bahn fahren - für alle weiteren Monate würden 47,84 Euro fällig. Das Sozialticket liefe also ab Ende Januar 2009 Zug um Zug aus.
Das ist bekanntlich nicht im Sinne der Grünen und der Rats-Linken. Sie wollen den Modellversuch am liebsten zum Regelfall machen. Grünen-Fraktionschef Mario Krüger will die Billigkarte denn auch zum Gegenstand von Koalitionsverhandlungen mit der SPD machen. Wobei Krüger gestern im Gespräch mit unserer Zeitung einräumte, "dass wir das noch unter den Vorbehalt der Haushaltslage stellen müssen." Wie berichtet, muss die Stadt den Stadtwerken allein 2008 Einnahmeausfälle von rund 4,9 Mio. Euro erstatten - für 2009 könnte sich die Summe sogar auf rund 7 Mio. Euro erhöhen.
Dass der marode Stadthaushalt das kaum noch stemmen kann, meldet auch Krüger Beratungsbedarf an: Da müssen wir zu neuen Lösungen kommen." Es mache keinen Sinn, Wohltaten zu verteilen, die hinterher vom Regierungspräsidenten zurücgezogen werden könnten. Ob das Sozaiticket auch über Januar 2010 in Dortmund fortgeführt wird, soll der neue Rat entscheiden.
18:34
Vmtl. werden dann viele Berechtigte ihr Abo kündigen und Bus und Bahn wirklich nur noch bei tatsächlichem Bedarf mit Einzeltickets nutzen.
Die DEW beklagt wieder Mindereinnahmen,
die alte Leier!