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Sorge um knappe Blutspenden treibt Ärzte um

30.05.2012 | 18:01 Uhr
Sorge um knappe Blutspenden treibt Ärzte um
Thema Blutspende in Dortmund. Klinikum Dortmund beklagt mangelnde Spendenbereitschaft.

Dortmund. "Wenn wir weniger Blutspenden hätten, würde das unweigerlich zum Ausfall von Operationen führen." Das sagt Dr. Uwe Cassens, Direktor der Blutbank Dortmund . Der rote Lebenssaft ist begehrt, knapp und für Schwerkranke wie Verletzte unverzichtbar. Sorgenvoll blickt Cassens der spendeschwachen Sommerzeit entgegen und appelliert an die Bereitschaft, vorher noch einmal einen halben Liter abzugeben.

Weltblutspendetag

Am 14. Juni ist Weltblutspendetag. Ein Anlass darüber nachzudenken, wie unverzichtbar Blut ist - gerade für Schwerkranke und Schwerverletzte. Bei einem schweren Unfall mit einer eingeklemmten Person kommt die Feuerwehr auch schon mal direkt im Institut vorbei, um die lebensrettenden Konserven abzuholen.

"Da können schon mal schnell 20-30 Konserven zum Einsatz kommen", weiß Susanne Socha, Leitende Schwester der Blutbank. Genauso unverzichtbar ist der Nachschub aber für krebskranke Patienten, die gesunden Lebenssaft zum Überleben benötigen.

"Sorge vor einer wirklich kritischen Phase"

"Jetzt, zu Beginn des Sommers, beginnt wieder die Sorge vor einer wirklich kritischen Phase", so der Chef der Transfusionsmedizin am Klinikum. „Wir haben ca. 8000 Dauerspender in unserer Kartei“, berichtet Susanne Socha. Wenn doch nur alle regelmäßig zur Alexanderstraße kämen. Das Klinikum geht mit der Zeit, um junge Spender zu werben: „Wir haben unseren Podcast ins Internet gestellt und Spender können auch über die Facebook App ihre Spenden zählen und posten.“

Zu besonderen Anlässen bietet das Institut Eventspenden an: wie z.B. an Halloween oder zum Fußball Derby. Dann sind sowohl die Schwestern als auch die Spender mal als Vampire oder im Fußballtrikot verkleidet. Das nimmt die Angst vor dem Pieks, den manche beim zweiten Mal schon gar nicht mehr spüren. "Leider gibt es dann anschließend oftmals einen Einbruch bei den 30 bis 40-Jährigen," bedauert Susanne Socha. "Das hängt wohl mit der Lebensplanung zusammen."

Diagnose durch Blutspende

„Wir testen bei jeder Spende durch Blut übertragbare Infektionskrankheiten( HIV , Hepatitis B und C sowie Syphilis) und in regelmäßigen Abständen ein Blutbild und den Urinstatus“, erklärt Susanne Socha, das die Untersuchungen Sicherheit für beide Seiten bringen. „Dabei ist es schon häufiger vorgekommen dass ein beginnender Bluthochdruck, Nierenerkrankungen und Diabetes diagnostiziert wurden.“

Männer dürfen gemäß den Richtlinien sechs Mal, Frauen vier Mal im Jahr Blut spenden. „Es gibt Spender die dies im Laufe Ihres Lebens schon über 200 mal getan haben“, berichtet die Schwester. Das zeige, wie gut verträglich eine Spende in der Regel verkraftet werde.

35 Tage haltbar

„Die Blutkonserven und speziellen Blutprodukte wie Baby- Blutkonserven, Thrombozytenkonzentrate und Plasmen, die wir in unserem Institut herstellen, werden ausschließlich für Patienten in Dortmunder Krankenhäusern und Arztpraxen verwendet“, betont Dr. Cassens den lokalen Wert: Blut von Dortmundern für Dortmunder. Blut ist 35 Tage haltbar. Socha: „So alt wird allerdings keine Konserve in unserem Kühlraum, da sie schon Tage vorher verbraucht wird.“

  • Telefonnummer: 0231/953-19999.

Gerald Nill

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