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Solaranlagen in der Warteschleife

15.07.2012 | 19:00 Uhr
Solaranlagen in der Warteschleife
Stefan Schlepütz plant zwei große Solaranlagen.

Dortmund.  Die Bezirksregierung muss das Projekt noch genehmigen. Vor Herbst wird es keinen Baustart für zwei große Solaranlagen in Dortmund geben.

Die Initiatoren der beiden für Grevel und Deusen geplanten Solaranlagen rechnen mit einem Baustart nicht vor Herbst. „Frühestens im Oktober“, so Stefan Schlepütz, Geschäftsführer von Solarplus, wird es losgehen.

Schlepütz, der inzwischen die umfangreichen Unterlagen für die Genehmigung bei der Arnsberger Bezirksregierung zusammen hat und den Antrag auf den Weg bringen will, ist über die Verzögerung gar nicht mal so traurig. - wegen der bundespolitischen Unsicherheiten. Erst hieß es am 11. Mai, der Bundesrat stoppt die Kürzungen der Solarstromvergütung , dann verhandelte der Vermittlungsausschuss. Der gab kürzlich bekannt, dass wesentliche Verbesserungen erzielt worden seien. Schlepütz: „Leider hat sich für unsere Großanlage aber gar nichts verbessert, denn es bleibt bei einer Einspeisevergütung von 13,5 Cent/kWh rückwirkend ab dem 1.4.2012.“

Vergütung sinkt monatlich

Zudem sinkt diese Vergütung monatlich um 1 Prozent. Sie liegt im Oktober also bei 12,71 Cent. „Diese Entscheidung wird großen Einfluss auf die Entwicklung der Modulpreise in den nächsten Monaten haben.“ Für die Dauer des Genehmigungsverfahren kann Solarplus jetzt also noch diesen Markt weiter beobachten.

Nach Auskunft von Schlepütz, schreiten die Planung der Solaranlagen auf den alten Dortmunder Deponien weiter voran. Es werden physikalisch getrennte Blöcke zu je 30 kW gebaut, die von einzelnen Bürgern erworben werden können. Diese Blöcke umfassen das Untergestell, die Solarmodule, die Verkabelung und einen Wechselrichter.

"Kaufpreis wird unter 40.000 Euro liegen"

Die Wirtschaftlichkeit dieser grünen Geldanlage, so Schlepütz, hänge nicht nur vom Anlagenpreis ab. Ebenso wichtig seien die Folgekosten für Versicherung, Flächenmanagement und die Höhe der Einspeiseerlöse. „Den Preis für einen 30 kW-Block können wir noch nicht verlässlich angeben, da die Preise für Solarmodule weiter stark in Bewegung sind und eine Abschätzung auf Monate im Voraus unmöglich ist.“ Möglicherweise gibt es auch Auflagen aus Arnsberg. Aber: Der Kaufpreis wird unter 40.000 Euro liegen. Diese Investitionssumme ließe sich über ein Solarförderdarlehen refinanzieren, so Schlepütz.

Solarstrom
Massive Solarkürzung könnte verschoben werden
Massive Solarkürzung könnte verschoben werden

Der Bund ist offenbar bereit, sich bei den geplanten Kürzungen der Solarförderung zu bewegen. Offenbar soll die Kappung der Einspeisevergütung erst zum 1. April kommen. Das soll aus einem Positionspapier von Union und FDP hervorgehen, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Erst diese Woche hatte das Kabinett die Kürzung bereits zum 9. März beschlossen.

Noch im März wollen Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ihre Ressortkollegen aus den Ländern einladen. Bei dem Treffen geht es um die Änderungen im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG).

Massiver Widerstand auch in NRW

Gegen die Kappung der Solarvergütung gibt es massiven Widerstand. NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) und Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) kündigten an, dagegen im Bundesrat vorzugehen.

Der SPD-Politiker bezeichnete eine Kürzung von 15 Prozent und mehr als „denkbar“. Doch beide Minister lehnen ein Zurückfahren von 20 bis 30 Prozent ab, wie es der Bund vorsieht. Machnig sieht dadurch 30.000 der 130.000 Jobs in der Solarbranche in Gefahr. Seit längerem sind die heimischen Firmen maßgeblich wegen der Billigkonkurrenz aus China in der Krise. Jüngstes Beispiel ist der Gelsenkirchener Solarmodul-Hersteller Scheuten Solar, der nun Insolvenz angemeldet hat.

Bundestag soll Mitspracherecht behalten

Da die Änderungen beim EEG auch in den Koalitionsfraktionen für Unmut gesorgt haben, stehen nun zwei Nachbesserungen zur Debatte. Zum einen könnten die neuen Fördersätze am 1. April statt dem 9. März gelten. Das will etwa Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Zum anderen darf der Bundestag wohl auch künftig mitreden, wenn es um weitere Degressionsschritte bei der Solarvergütung geht. Zunächst hatte das Kabinett eine Ermächtigung im EEG anvisiert, wonach die Regierung die Gelder im Alleingang stutzen könnte.

Ob NRW und Thüringen eine geringere Absenkung der Fördersätze durchsetzen können, ist aber fraglich. Rückendeckung erhofft sich Machnig aus allen neuen Ländern erhalten, wo es viele Solarparks gibt. Rainer Haseloff (CDU), Regierungschef in Sachsen-Anhalt, etwa möchte dass alle schon geplante Großprojekten noch die bisherige Vergütung erhalten. Hier kann er auf Zuspruch von Saarlands Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hoffen. Sie hält die geringere Förderung für Freiflächen-Anlagen für das „falsche Signal“. (mit rtr)

 

Von Frank Bußmann



Kommentare
15.07.2012
19:48
Solaranlagen in der Warteschleife
von Kohlensteiger | #1

Absolut und total ÜBERFLÜSSIG die Anlagen in Grevel! Endlich hat man ein wenig Natur vor der Tür und schwupps wirds zugeballert mit Solar Panels!

Und mal ehrlich es ist doch alles nur ein Subventionsgrab!

Glückauf!

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