So wirtschaftlich gesund sind Kliniken in Dortmund
08.09.2012 | 08:47 Uhr 2012-09-08T08:47:00+0200
Dortmund. Die neun Krankenhäuser in Dortmund kämpfen hart darum, Verluste zu vermeiden. Für alle Häuser war 2011 ein schwieriges Jahr. Diesmal haben Klinikum und Knappschaft die Nase vorn. Alle anderen Krankenhäuser schrieben im letzten Jahr Rot.
Die neun Krankenhäuser in Dortmund kämpfen hart darum, Verluste zu vermeiden. Für alle Häuser war 2011 ein schwieriges Jahr. Diesmal haben Klinikum und Knappschaft die Nase vorn. Alle anderen Krankenhäuser - einschließlich des Musterknaben Johannes-Hospital - schrieben im letzten Jahr Rot.
Johannes-Gesellschaft
Die Johannes-Gesellschaft hat im letzten Geschäftsjahr zum erstenmal in ihrer Geschichte rote Zahlen geschrieben. Zum ersten Mal wies die Gesellschaft mit vier Krankenhäusern in Dortmund und Hamm, drei Altenheimen und der Jugendhilfe einen Verlust von 628.000 Euro aus.
„Transparenz auch in schlechten Jahren“, versprach Geschäftsführer Günther Nierhoff, der gestern seine Hoffnung ausdrückte, dass es bei dem Verlust bei einem einmaligen Ausrutscher bleibt. Entsprechende Gegenmaßnahmen wurden eingeleitet: 10 Pflegestellen wurden abgebaut, eine nicht ausgelastete chirurgische Station ist aktuell für fünf Monate geschlossen.
Klinikum Dortmund
Verkehrte Welt: Zehn Jahre lang schrieb das Klinikum rote Zahlen - beim Höhepunkt der Krise vor vier Jahren horrende 14,8 Millionen Euro. Doch die Trendwende wurde erfolgreich vollzogen. Im letzten Jahr freute sich der Aufsichtsrat über einen Gewinn in Höhe von 1,1 Millionen Euro bei einem Umsatz von 262 Millionen Euro. Das Klinikum drücken hohe Altschulden und aktuelle Investitionen. So wurde in diesem Jahr der neue OP-Trakt für 93 Millionen Euro in Betrieb genommen. Jetzt werden eine Geriatrie (10 Millionen Euro) sowie das Westfälische Kinderzentrum (60 Millionen Euro) geplant. 173 Millionen Euro zahlt das Klinikum an Gehältern aus: plus 4,7 Mio. Euro im letzten Jahr.
Knappschaft
Das Knappschaftskrankenhaus , die Nummer 3 in Dortmund, ist das zweite Krankenhaus, das eine positive Bilanz vorweisen kann.„Wir werden eine schwarze Zahl ausweisen“, erklärte gestern Wolfgang Skorvanek. Die exakte Höhe des Gewinns sei dem Aufsichtsrat noch nicht mitgeteilt worden. „Aber er wird zufrieden sein“, verriet der Sprecher des Knappschaftskrankenhauses. Die Hausaufgaben sind in Brackel erledigt, große Investitionen und Umbauten getätigt, zuletzt die Eröffnung des „Westfaliums“, der Umbau des Schwesternwohnheims zu einer Verwaltung und dem Schlaflabor. Die Knappschaft hat vor zwei Jahren mit der Klinik am Park fusioniert. In diesem Jahr wurde auch noch das Hellmig Krankenhaus Kamen in den Klinik-Verbund integriert.
St. Lukas-Gesellschaft
Die drei Krankenhäuser der St. Lukas-Gesellschaft (St. Josefshospital in Hörde, Kath. Krankenhaus West in Kirchlinde und St. Rochus Hospital Castrop-Rauxel) weisen im Geschäftsbericht für 2011 bei einem Gesamtumsatz von 102 Mio. Euro einen Fehlbetrag von 380.000 Euro aus. Nach Auskunft von Geschäftsführer Thomas Tiemann haben Investitionen in Höhe von 25 Millionen Euro und Folgekosten zu der Belastung geführt. Der Patient profitiere in Kirchlinde und Castrop von neuen Zentral-Aufnahmen und Diagnostik. Hörde habe eine neue Intensiv-Abteilung „Intermediate Care“ erhalten.
Ev. Krankenhäuser
Einen harten Sanierungskurs müssen die Evangelischen Krankenhäuser Bethanien (Hörde) und Lütgendortmund fahren. Sie schrieben zuletzt Millionenverluste und sind in diesem Jahr von der Evangelischen Stiftung Volmarstein übernommen worden. Die will zwar zehn Millionen Euro in fünf Jahren investieren, kündigte der Belegschaft aber einen „steinigen Weg“an.
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