So viel Luxus für Frauchens Liebling
16.10.2009 | 18:29 Uhr 2009-10-16T18:29:00+0200
Dortmund. Möpse, Pudel und Malteser: Es ist die wohl größte Hundeparty im gesamten Land.
Tausende Vierbeiner strömten gestern Morgen mit ihren Herrchen und Frauchen in Richtung Westfalenhallen. Herausgeputzt und fein gemacht, nur um nach plötzlicher Regendusche - pardon - doch wieder wie ein begossener Pudel auszusehen.
So geht's natürlich nicht und deshalb herrscht in Halle 8 Hochbetrieb in Sachen Schönheitspflege. Frisch gebadet, das weiße Fell glänzt seidig, bekommt Malteserdame Luna von ihrer Besitzerin den letzten Schliff verpasst- bevor sich beide anschließend in Richtung Ring aufmachen. Boxen steht nicht auf dem Programm, doch der Wettbewerb - die Bundessiegerzuchtschau - ist nicht minder hart und wird von allen Beteiligten entsprechend ernst genommen.
Pudern, Kämmen, Schleifchenbinden
Pudern, Kämmen, Schleifchenbinden - Katharina Dehne aus Welver arbeitet mit den Waffen einer Frau, um die strengen Preisrichter zu becircen. Unübersehbar ihr Beauty-Köfferchen. „Papa musste ex-tra die Werkzeugkiste leer räumen”, sagt sie und setzt einen präzisen Mittelscheitel. Am Hund wohlgemerkt.
Die Konkurrenz ist groß: 16 Malteser befinden sich in Lunnas Gruppe; eingeteilt nach Altersklassen kämpfen sie um die ersten vier Plätze. Schönheit? Eigentlich kein Kriterium: „Bewertet werden Gebiss, Fell, Pigmentierung und Lauf”, erklärt Katharina Dehne. Ein Neuling ist sie auf dem Gebiet schon lange nicht mehr. Bereits zum vierten Male reiste sie in die Westfalenmetropole und weiß daher: Auch beim Hund kann ein gepflegtes Äußeres durchaus von Vorteil sein. Koste es, was es wolle.
Luxus und Lifestyle
Luxus und Lifestyle, Schönheit und gute Ernährung: die Industrie hat längst gehandelt und bietet ein immer größer werdendes Sortiment an Produkten für den kleinen Liebling an. Markenware statt Discountartikeln gibt es bei Hundeausstatterin Katharina Voß-Ehlers. Ihr Stand - eine kleine Edel-Boutique für den Fiffi - ist ein Paradies für den Vierbeiner mit dem gewissen Hang zur Exklusivität. Halsbänder mit Gravur, hochwertige Kuschelkörbchen und Bernsteinketten gegen Parasiten bietet die bayrische Unternehmerin an und betont dabei: „Ich verkaufe nichts, was ich selber schwachsinnig finden würde.”
Doch auch eine Boutique-Betreiberin muss einräumen, dass kein Luxus der Welt etwas nützt, wenn der Hund seelisch verkümmere.
Doch egal ob arm oder reich, schön oder hässlich: Auf dem Markt der Eitelkeiten treffen sich natürlich nur so genannte Tierliebhaber, vertieft in Fachgespräche über den treusten Freund des Menschen. Und sogar Mischlinge sind bei einem eigenen Außer-Konkurrenz-Wettbewerb zugelassen. Sehr tröstlich.
0mitdiskutieren