So viel Dortmund steckt im neuen "Tatort" aus der Nordstadt

Der zweite Dortmund-"Tatort" mit Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) erzählte eine düstere Geschichte aus der Nordstadt. Die Quote kann sich sehen lassen: 8,88 Millionen Zuschauer waren dabei.
Der zweite Dortmund-"Tatort" mit Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) erzählte eine düstere Geschichte aus der Nordstadt. Die Quote kann sich sehen lassen: 8,88 Millionen Zuschauer waren dabei.
Was wir bereits wissen
Trotz Top-Quote mit 8,88 Millionen Zuschauern: Kommissar Peter Faber aus dem Dortmund-"Tatort" spaltet bereits nach zwei Folgen deutschlandweit die "Tatort"-Fangemeinde. In der Folge "Mein Revier" ermittelt der Psycho-Cop in der Dortmunder Nordstadt. Es geht um Prostitution, Drogenhandel und Matratzenmieten für Bulgaren. Doch wie viel davon ist echt, was ist erfunden?

Dortmund.. 8,88 Millionen Zuschauer haben am Sonntagabend den Dortmund-"Tatort" gesehen - eine klasse Quote. Die Einschaltquoten stiegen im Vergleich zur Premiere im September (8,73 Millionen).

Die Frage ist, wie viel Dortmund steckt in der aktuellen "Tatort"-Folge um einen Kommissar, der mit seiner Art die Tatort-Gemeinde sicherlich spalten wird. Der Versuch einer Antwort:

Die Stadt im Tatort

Die Folge „Mein Revier“ ist ein Nordstadt-Krimi. Gedreht wurde viel am Borsigplatz, an der Mallinckrodtstraße, die Kommissarin Bönisch allerdings Mallinckrooodtstraße ausspricht.

Andere Orte kommen im Tatort nur in kurzen Sequenzen vor (die Bibliothek, das Alte Hafenamt, die Kreuzung am U oder die unvermeidlichen rauchenden Schlote als Schnittbild).

Diese Milieustudie verträgt keine Ausflüge. Für eine Szene allerdings bietet eine Baustelle am Phoenix-See die Kulisse.

Tatort Das Milieu im Tatort

Dortmundern wird es nicht unbekannt sein, wenngleich die Geschichte und der Fall Fiktion sind.

Arbeiter-Strich, Straßenprostitution, Müllhäuser, Ravensberger Straße, Bulgaren aus Plovdiv – alles schon mal gelesen, erlebt und/oder gehört.

Es ist ein Teil von Dortmund – leider in seiner Darstellung im Tatort nicht übermäßig überzeichnet.

"Tatort" verzichtet auf Klischees

Tatort Die Sprache im Tatort

Faber spricht, wie der Dortmunder häufig spricht. Direkt und schnörkellos. „Komm zu Potte“, sagt die Tatort-Kommissarin – und es hört sich richtig heimisch an.

Das Lokalkolorit im Tatort

Das Flaschenbier heißt „Hörder Pils“, in der Kneipe liegen BVB-Bierdeckel, schwarz-gelb ist auch der Kaffee-Becher im Revier, also: dem Polizei-Revier. Ansonsten ein Kommissariat wie in jeder anderen Stadt.

Die Bilanz vom Tatort "Mein Revier"

Stadtwerber werden sich möglicherweise die Haare raufen. Aber das tun sie montags vielleicht in Leipzig oder Frankfurt auch. Ein Sonntags-Krimi ist kein Marketing-Streifen.

Also gemach: Dortmund ist nicht nur Nordstadt, so wie das München der Kommissare Batic und Leitmayer nicht nur der Englische Garten ist. Der Tatort „Mein Revier“ verzichtet im Großen und Ganzen auf ruhrgebietstypische Klischees. Davon braucht es auch nicht mehr. Etwas mehr Spannung wäre aber gut.

Tatort Dortmund