So sieht Dortmund als Papp-Stadt aus

So sieht Dortmund in der Fantasie von Dominik Simon aus. Der U-Turm bildet das Herz seiner bis zu 3,60 Meter hohen Karton-Stadt. Die Skyline drumherum ist frei erfunden, aber sie erinnere ihn an Dortmund, sagt der Erbauer.
So sieht Dortmund in der Fantasie von Dominik Simon aus. Der U-Turm bildet das Herz seiner bis zu 3,60 Meter hohen Karton-Stadt. Die Skyline drumherum ist frei erfunden, aber sie erinnere ihn an Dortmund, sagt der Erbauer.
Foto: Dominik Simon
Was wir bereits wissen
Ein Exil-Dortmunder hat aus Heimweh seine Heimatstadt nachgebaut - auf 100 Quadratmetern und aus Umzugskartons. Das Herzstückmisst satte 3,60 Meter.

Dortmund.. Wenn er nicht in Dortmund leben kann, dann holt er sich Dortmund eben nach Bielefeld, dachte sich Dominik Simon. Und legte los. Der 32-jährige Exil-Dortmunder hat den U-Turm und eine Stadt, die ihn an Dortmund erinnert, nachgebaut - aus Umzugskartons, auf 100 Quadratmetern.

Vor drei Jahren musste Dominik Simon des Jobs wegen nach Bielefeld ziehen - das Heimweh war groß. Er dachte sich also, erzählt Simon, er könnte doch seine Umzugskartons, die ja aus Dortmund kommen, nutzen, um sich ein Stückchen Heimat in Ostwestfalen zu erhalten. Im Arbeitszimmer bastelte er ein wenig herum. Aber schnell nahm das Papp-Dortmund eine Größe an, die die Kapazitäten eines Neubaus überstiegen.

Sehenswürdigkeit Also mietete er sich vor Kurzem ein Studio. 250 Quadratmeter groß. Sein Arbeitgeber ermöglichte das. Wann immer Zeit war, bastelte Simon, der immer noch fast jedes Wochenende in Dortmund verbringt, mit Unterstützung seiner Freunde an seiner Karton-Stadt in Bielefeld.

3,60 Meter großer U-Turm

Nach drei Monaten waren 100 Quadratmeter verbaut, der restliche Platz im Studio mit Kabeln und Technik belegt. "Es ist kein Eins-zu-eins-Nachbau von Dortmund", gesteht Simon. "Aber im Zentrum musste das U stehen, als Erinnerung an meine Heimat." 3,60 Meter misst das Karton-U. Drumherum ist eine Skyline, die es so in Dortmund tatsächlich nicht gibt. Die sei auch eher Beiwerk, sagt Simon. Und hübsch aussehen tut's trotzdem. Zumal alles beleuchtet ist - selbst die kleinen Papp-Autos.

Dominik Simon wollte seine Stadt gerne auch nutzen. Da traf es sich gut, dass er eine Band hat. Gorilladisco heißt sie. Und noch besser traf es sich, dass er in "Elf" von seiner Freundin singt. Die hat er in Dortmund kennengelernt, durch seinen Umzug aber aus den Augen verloren. Dann sind sie doch zusammengekommen - in Dortmund, na klar. Also wurde das Video zu "Elf" in der Studio-Version von Dortmund gedreht.

In der Schlussszene sitzt er, der Gorilla, mit einer übergroßen Frau auf der Spitze des U-Turms. Sie schauen in den Sonnenuntergang. Er singt: "Auf einer Skala von eins bis zehn bist du die Elf." Eine Liebeserklärung. An die Freundin. An Dortmund. Das Video seiner Band soll im August erscheinen.

Papp-Dortmund soll erstmal in dem Studio stehen bleiben. Muss er dort ausziehen, will Dominik Simon die Kartons einklappen und einlagern. "Trennen kann ich mich davon nicht", sagt er.