So entschlüsseln Dortmunder Informatiker 5000 Jahre alte Schriften

Informatiker der TU Dortmund lösen derzeit ein 5000 Jahre altes Puzzle. Die Forscher haben ein Computerprogramm geschrieben, das bei der Entschlüsselung antiker Keilschrifttafeln aus dem Vorderen Orient hilft - indem es hochauflösende 3D-Modelle der Artefakte erstellt. Im Video erklären wir, wie es funktioniert.

Dortmund.. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Würzburg und Mainz arbeiten die Informatiker der TU im interdisziplinären Projekt "3D-Joins und Schriftmetrologie" an der Rekonstruktion uralter Tontafeln und der Entzifferung von Inschriften. Diese Tafeln sind häufig in viele Stücke zerbrochen und müssen aufwändig wieder zusammengesetzt werden.

Mehr als 500.000 solcher Tafeln wurden bereits entdeckt. Die meisten der bearbeiteten Fundstücke stammen aus der Türkei. In den drei Jahrtausenden vor Christi Geburt gab es im Vorderen Orient eine Hochkultur, die eine Fülle von Schriftstücken hinterlassen hat.

Mit traditionellen Mitteln unmöglich zu erfassen

Die gelernten Schreiber drückten keilförmige Holzgriffel in feuchten Ton - in kleine keksförmige Stücke oder größere flache Tafeln. Die Anordnung und Form der Abdrücke ergaben die jeweilige Bedeutung, die Buchstaben oder Worte."Die Eindrücke traditionell zu vermessen, ist fast unmöglich, weil sie sehr klein sind", erklärt Denis Fisseler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Graphische Systeme der Fakultät.Mit digitalen Methoden dagegen ist das kein Problem.

Die Projektpartner haben sie mit mobilen Scannern in den Museumskellern im Vorderorient erfasst. Einige hundert sind bereits ausgewertet. Dabei kamen faszinierende Details alter Kulturen zum Vorschein - etwa bei hethitischen Tafeln mit den Ritualen zur Besänftigung von Sonnen- und Wettergott, für die man unter anderem den kleinen Hund "zerschneiden" und eine Maus opfern musste.

So funktioniert die Technik: