Das aktuelle Wetter Dortmund 11°C
Sierau contra Tolan

Skurriler Streit zwischen TU-Spitze und OB

12.08.2010 | 20:30 Uhr
Skurriler Streit zwischen TU-Spitze und OB

Dortmund.Zwischen der Stadtspitze und dem Rektorat der TU Dortmund ist ein offener Konflikt entbrannt. Die Vorwürfe der Uni gipfeln in der Behauptung: „Der Oberbürgerbürgermeister interessiert sich nicht für Wissenschaft.“

Mit kritischen Untertönen sparte Prof. Metin Tolan bei der Eröffnung der Ausstellung in der „MS Wissenschaft“ nun wirklich nicht. Leider, so Tolan, messe der OB der Hochschule nicht die Bedeutung zu, die sie mit 25 000 Studenten und als einer der größten Arbeitgeber der Stadt habe. Symptomatisch sei doch, dass Herr Sierau erst ein geschlagenes Vierteljahr nach seiner Wahl Zeit für die Rektorin Prof. Ursula Gather habe, die ihm unverzüglich zur Wahl gratuliert und um ein Gespräch zu Weiterentwicklung des Forschungsstandortes Dortmund gebeten habe. „Das war im Mai“, erinnert Tolan. „Das Gespräch findet nun Ende August endlich statt.

„An Peinlichkeit kaum zu überbieten"

„Ich denke mir mein Teil, wie wichtig die TU für den Oberbürgermeister ist,“ so Tolan. Sieraus Vorgänger Dr. Langemeyer habe Gather unverzüglich zur Wahl gratuliert und sofort ein Gespräch angeboten. Das müsse man „kritisch mal anmerken dürfen“.

Kritik vertrage OB Sierau aber nicht, bemängelt Tolan und erinnert an eine Begebenheit, die an „Peinlichkeit“ kaum zu überbieten sei. Bei einem Empfang der Elektrotechniker habe er, Tolan, den OB gefragt, wie er durch die Baustelle am Gardenkamp gekommen sei. „Herr Sierau hat mich sofort angebrüllt, ich müsse ganz vorsichtig sein“, erinnert Tolan. Vor versammelter Mannschaft. Bei der anschließenden formellen Begrüßung durch Sierau sei er als Prorektor nicht genannt worden. Daraufhin habe Tolan zu verstehen gegeben, dass er sich eine solche Behandlung nicht gefallen lasse und künftig auf keinem Pressefoto mehr neben Sierau stehen werde.

„Stattdessen wurde ich gemaßregelt"

Der Konflikt gärte weiter. Tolan erhielt Post von Sierau – nach Hause, beschwert sich der Prorektor und mit seinem Doppelnamen adressiert, der nur dem Einwohnermeldeamt zugänglich sei. „Ich dachte, es kommt eine Entschuldigung“, berichtet der Dozent. „Stattdessen wurde ich gemaßregelt, ich hätte keinen Sachverstand, was die Verkehrsführung auf dem Campus  angehe.“ Es fließe dort gar nicht so viel Verkehr, wie behauptet. Und er, Tolan, solle sich nicht einmischen. Ein weiterer Affront in den Augen des Prorektors, der findet, dass die Stadt rechtzeitig mit der TU in einen Dialog hätte eintreten müssen, wie die Verkehrsströme auf dem Campus zu bewältigen seien, so der Prorektor.

Tolan tat erneut seinen Unmut bei der Sprecherin für Wissenschaft der Stadt kund: „Meine Kritik bezieht sich ausdrücklich nicht auf seine  Stellvertreter Herrn Sauer und Frau Jörder, die hier wirklich sehr  zugewandt sind und sich auch immer persönlich für die Uni  eingesetzt haben.“

„Mich beunruhigt, wie er in dieser Sache versagt"

Bereinigt ist bis heute nichts. Tolan abschließend: „Ein OB hat doch Wichtiges zu tun. Mich beunruhigt, wie er schon in dieser Sache versagt.“

Aus Sicht der Stadt Dortmund ist „das Verhältnis zur TU intakt, die Zusammenarbeit konstruktiv und erfolgreich“, so eine Stellungnahme.  „Dass der Stadt und ihrem  OB daran viel liegt, belegt unter anderem die Tatsache, dass sich im Amt des Oberbürgermeisters eine Hochschul-Referentin seit Jahren speziell und ausschließlich um Fragen von Wissenschaft und Forschung kümmert, die auch in regelmäßigem Kontakt zur Spitze der TU steht.“

„Atmospärische Fragen werden eine Rolle spielen"

Stadtsprecher Udo Bullerdieck: „Die atmosphärischen Störungen, die Herr Prof. Tolan offensichtlich empfindet und öffentlich anspricht, gehen unseres Erachtens ausschließlich auf die verkehrlichen Belastungen zurück, denen die TU derzeit tatsächlich durch verschiedene Baumaßnahmen in ihrem Umfeld ausgesetzt ist. Dass die Universität hier das eine oder andere anders bewertet als die Stadt Dortmund, liegt auf der Hand. 

Im übrigen wird am 24. August   ein lange vereinbartes Gespräch zwischen TU-Rektorin Prof. Gather und OB Sierau stattfinden. Darin werden neben vielen Handlungsfeldern, die zum Wohle der Stadt gemeinsam beackert werden müssen, sicher auch diese atmosphärischen Fragen eine Rolle spielen.“

Gerald Nill

Facebook
 
Kommentare
16.08.2010
17:13
Streit entzweit OB und TU-Spitze
von Mechthild | #52

Hallo ? wer weiß denn überhaupt ob das stimmt was 007 Tolan da in die Welt gestzt hat -
der Kerl erzählt genau so ein Mist wie damals Jan Ullrich oder Maradona mit der Hand Gottes.
Sierau würde sich mit Sicherheit zu diesem thema äussern - wenn was dran wäre....

16.08.2010
01:07
Streit entzweit OB und TU-Spitze
von movienrz | #51

Jermann hat das Recht Kritik zu üben in unserer Gesellschaft. Mit der feinsinnig pointierten Kritik des Herrn Prof. Tolan kann zwar ein politischer Bauerntrampel wie das blonde Eisbein offenkundig nicht umgehen, gleichwohl hat er diese Kritik aber zu ertragen. Maßregelungen in der von Sierau erfolgten Art gehören sich ganz einfach nicht.

15.08.2010
18:53
Streit entzweit OB und TU-Spitze
von Tolan go home | #50

OH GOTT seid ihr alle bekloppt - Tolan soll seine 007er Storys weiterschreiben...

15.08.2010
18:53
Blockierter Kommentar.
von Tolan go home | #49

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

15.08.2010
16:13
Skuriller Streit zwischen TU-Spitze und OB
von sebl | #48

#47

Argumentationslos wie immer :)

15.08.2010
15:55
Skuriller Streit zwischen TU-Spitze und OB
von vaikl | #47

@ #45

Ich kenne die Problematik des Uni-Umlands schon aus Zeiten, als man Sierau hier überhaupt noch nicht kannte. Deshalb habe ich es nicht nötig, mich vor seinen Karren zu spannen, wie Sie es anscheinend vor dem von Herrn Tolan machen.

Das Thema ist durch, da können CDU und Sie noch so viel verbale Schwurbelei versuchen.

15.08.2010
14:27
Blockierter Kommentar.
von sebl | #46

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

15.08.2010
14:26
Skuriller Streit zwischen TU-Spitze und OB
von sebl | #45

#44 vaikl
Das einzige was sie hier von sich geben ist: Tolan hat keine Ahnung, der soll einfach mal die Fresse halten und das in jedem ihrer Beiträge. Zumal sie von dem ganzen Ablauf nicht viel wissen, wie man an ihrem letzten Beitrag sieht.
Die Baustelle am Gardenkamp wurde vorher nicht mit der TU abgesprochen, so eine Info wäre schön und selbstverständlich gewesen. Das und das mangelnde Verkehrskonzept hat Herr Tolan in erster Linie kritisiert. Herr Sierau hat in ihrem Sinne geantwortet. Beim Empfang fragt Herr Tolan Herrn Sierau etwas spitz wie er denn zur TU gekommen wäre, etwa durch den Gardenkamp?! Da Herr Sierau wohl ein ziemlich dünnes Fell hat platzt ihm der Kragen und er macht den Prorektor vor den Etechnikern runter. Warum Herr Sierau in diesem Fall so ein dünnes Fell hat, sollte wohl jedem klar sein.

Nun fragt sich Tolan, für wen denn gebaut wurde, wenn es dort gar nicht so viel Verkehr gebe. Zudem seien die Straßen vor den beiden OB-Wahlen immer geöffnet und direkt danach wieder geschlossen worden. Tolan: „An solche Zufälle glaube ich nicht. Das ist peinlich und lächerlich.“


Nach vaikls Meinung hatte Herr Tolan gar kein Recht irgendwas zu kritisieren, weil er keine Ahnung hat und keine Vorschläge gemacht hat.
Herr Tolan und die gesamte TU ist davon betroffen und in diesem Land darf nun mal jeder Kritik üben, ohne das einem Sierau oder vaikl den Mund verbieten können. Zumal sie gezeigt haben das sie von der ganzen Thematik nichts verstehen, keine Vorschläge gemacht haben und bestimmt nicht mit dem Auto zur TU fahren.

15.08.2010
01:14
Skuriller Streit zwischen TU-Spitze und OB
von vaikl | #44

Leute, die das sachlich oder mit einem Scherz ansprechen

Ich kenne Äußerungen von Personen, die sich trotz Kenntnis der Bauplanung und des Ratsbeschlusses neu am Gardenkamp niedergelassen haben, um dann eine CDU-unterstützte Medienkampagne zur Kommunalwahl gegen den Gardenkamp-Ausbau und damit gegen Rot/Grün zu fahren. Vergeblich und auch niemals von einer Mehrheit in der Bevölkerung getragen.

Ich kenne viele Baroper und Eichlinghofer Einwohner (inkl. vieler CDU-Wähler unter ihnen), die seit über 20 Jahren auf die Umsetzung eines Ratsbeschlusses gewartet haben, der Verkehrs-Fehlplanungen beim Bau der Uni für ihre berechtigten Belange korrigiert und den sinnlosen, weil unnützen Traum von einer Südtangente begräbt.

Herr Tolan ist mir in dieser Gemengelage weder durch Sachlichkeit noch durch Scherze aufgefallen, nur durch Lautsprecherei ohne Sachkenntnis und zum falschen Zeitpunkt.

Dass es während des Baus der neuen Trasse zu zeitweiligen Behinderungen im Bereich Vogelpothsweg kommen wird, war nun wirklich *Jedem* vorher klar und wurde auch so kommuniziert.
Wenn sich Herr Tolan trotz seiner Professur außerhalb solcher lebensnaher Erkenntnisse bewegen möchte, dann hat er als Konrektor *im Vorfeld* bezahlbare Alternativen aufzuzeigen statt rum zu meckern.

15.08.2010
00:28
Streit entzweit OB und TU-Spitze
von DoBiDo | #43

@ 35 angie

Mehrheit ist Mehrheit - Basta, das wusste schon G. Schröder. In einem haben Sie recht - wer nicht mehr wählen geht, der darf hinterher über das Ergebnis der Minderheiten nicht meckern.

Was ist aber nur mit den ca. 80 % Dormunder/innen, die Sierau nicht gewählt haben? Wie gehen Sie mit dieser Mehrheit um?

Das Verkehrskonzept des Uni-Umlandes kann man getrost als wenig durchdacht bezeichnen. Das mag dem dafür mitverantwortlichen Stadtplaner Sierau auch klar und damit peinlich sein - es bringt aber nur weitere Probleme, wenn man die Leute, die das sachlich oder mit einem Scherz ansprechen, angiftet und abkanzelt - und dazu den sehr beliebten und seriösen Prof Tolan. Genau wie die Lügerei zur Loveparade und zum Haushalt und seinen Kenntnissen dazu hätte Sierau hier auch mal lieber den Ball flach gehalten. Wenn er das nicht kann, gehört er nicht auf den Platz. (Alte Trainerweisheit)

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3546168/create

UMFRAGE

Sollen Stehplätze in Fußballstadien abgeschafft werden?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Layla Zoe in Dortmund
Bildgalerie
Piano
Hitze am Phoenix-See
Bildgalerie
Wetter
Achtung, Dortmund — hier droht Bußgeld!
Bildgalerie
Bußgeld-Katalog
Aus dem Ressort
Wohnraum für Arme: Knapp und schlecht saniert
Soziales
Auf dem Wohnungsmarkt haben Menschen mit wenig Geld das Nachsehen. Zum einen gibt es immer weniger Sozialwohnungen. Zum anderen lassen privater Finanzinvestoren günstige Wohnungen verkommen.
Aus Amerika direkt nach Hörde
Germany's next Topmodel
Model Diana hätte Germanys next Topmodel werden können, Model-Mama Heidi Klum rechnete ihr große Chancen fürs Finale aus. Diana aber entschied sich gegen die Show und schied aus familiären Gründen freiwillig aus. Mit ihrer Familie ist die 17-Jährige nach ihrem Ausstieg von Hagen nach Hörde gezogen.
Foto