Signal-Iduna-Tochter soll unter Tarif bezahlen
12.03.2010 | 18:47 Uhr 2010-03-12T18:47:00+0100
Signal-Iduna hat Probleme mit einer Unternehmens-Tochter in Werl. Die Gewerkschaft Verdi wirft der Firma Schröder Assistance vor, die Arbeit des Betriebsrates massiv zu stören.
Verdi-Sekretär Uwe Spadzinski kritisiert zudem auch Signal-Iduna, weil der Konzern dulde, dass die Mitarbeiter von Schröder Assistance für die von Dortmund ausgelagerte Arbeit unter Tarif bezahlt würden.
Für Spadzinski ist das Lohndumping zum Nutzen von Signal: „Das macht die Auslagerung von Tätigkeiten betriebswirtschaftlich interessant: deutlich weniger Stundenlohn, 40-Stunden-Woche an sechs Tagen, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld und nur vier Wochen Urlaub im Jahr.”
Eine ganze Reihe von Repressalien
Ferner kritisiert der Gewerkschafter, dass die Werler Geschäftsführung die Betriebsratsarbeit behindert. „Der Gipfel waren zwei fristlose Kündigungen von Betriebsratsmitgliedern, die wegen der Teilnahme an einem Seminar erfolgten”, so Spadzinski. Kündigungen ohne Wirksamkeit, weil das Arbeitsgericht Hamm einen Riegel vorschob. Um den einbehaltenen Lohn für eine Woche Fortbildung werde allerdings immer noch gestritten. Es gehe auch um Versuche von Wahlbeeinflussungen. Insgesamt also eine ganze Reihe von Repressalien.
Den Dortmunder Betriebsräten sind die Vorfälle bekannt. Und sie haben auch eine Meinung dazu. „Wir können nicht nachvollziehen, dass man Dienstleistungen an ein Unternehmen abgibt, das seine Leute unter Druck setzt”, fasst der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Martin Borkenfels zusammen. Wie es aussehe, halte sich Schröder Assitance nicht an die Spielregeln. Und wenn die zu vergleichende Arbeit der 90 Werler Mitarbeiter unter Tarifniveau erledigt werde, müsse man wohl auch von Tarifflucht sprechen. Für Signal-Iduna sei es wichtig, dass die Reputation des Unternehmens nicht unter dieser Geschäftsbeziehung leide. Man bemühe sich daher um einen gemeinsamen Termin mit dem Vorstand und der Geschäftsführung von Schröder Assistance, um die Probleme zu erörtern.
Gespräch mit der Geschäftsführung
Das bestätigte auch Signal-Iduna-Sprecher Edzard Bennmann: „Wir werden mit der Geschäftsleitung über die aktuellen Vorwürfe sprechen. Obwohl es sich um ein selbstständiges Unternehmen handelt, erwarten wir auch hier einen vernünftigen Umgang mit den Mitarbeitern und Betriebsräten.” Das Auslagern von Dienstleistungen allerdings bestritt Bennmann. „Vielmehr werden bei Arbeitsspitzen einfache Tätigkeiten temporär dort übernommen.” Die Haupttätigkeiten der Schröder Assistance lägen in Bereichen, die die Signal-Iduna-Gruppe noch nie selbst betrieben habe. Schröder Assistance war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
10:04
@ Insider:
schlichtweg falsch mit den 90 Mitarbeitern - aber auch erst seit geraumer Zeit..ich denke schon dass man dem Artikel glauben schenken kann... vielleicht sogar mehr als man sollte...
es ist nicht mehr so spaßig wenn einige Mitarbeiter am Existenzminimum leben, weil bis heute noch keine Gehälter gezahlt wurden.
Ein Betriebsrat sollte sich nun mal für die Mitarbeiter einsetzen und ohne Schulungen kann auch der der Betriebsrat nicht auf dem neusten Stand bleiben und die Mitarbeiter ordentlich vertreten.
Trotz allem sollte die Situation vielleicht aus Sicht beider Parteien gesehen und endlich mal ein klärendes Gespräch geführt werden - aber darauf kann man wahrscheinlich ewig warten.
10:31
Leider zeig dieser Artikel einmal mehr wie, wenig man dem glauben schenken kann was einem die Mieden auftischen. Alleine die Tatsache das man von 90 MItarbeitern spricht ist schlicht weg falsch. Es sind nicht einmal 50 Mitarbeiter. Wie wenig darf man da dem rest glauben schenken? Meiner Meinung nach ist diese Betriebsrat und Gewerkschaftssystem sowieso völlig überhohlt. Und man muss sich auch nicht wundern das immer mehr Firmen ins Ausland gehen wo es keine Gewerkschaften und Betriebsräte gibt. Das einzige was ver.di und co. erreichen ist doch ein verlust von Arbeitsplätzen an das Ausland. Deutschlanbd leidet auf hohem Niveau. Ich denke Deutschland wird sich so etwas wie Tariflöhne in Zukunft nicht mehr Leisten können. Wenn Deutschland dem internationalen Druck standhalten will muss ein Umdecken statt finden.
Nur als info ich bin Arbeitnehmer.
14:18
Solange ver.di den eigenen Mitarbeitern die gleichen Lohnforderungen verweigert, die im ÖD ausgehandelt wurden und solange ver.di den eigenen Mitarbeitern und Betriebsräten - sogar mit Zwangsurlaub-Maßnahmen - Streiks verweigert, sollten sie einfach das Maul halten.
22:36
Das mit dem Flughafen war doch nur eine Werbeeinlage. So kommt Signal-Iduna ins Gespräch, sprich eine kostenlose Werbung in den Medien und ausserdem, es muß schließlich auch das Sponsering finanziert werden.
18:58
Da beschwert sich der Vorstandsvorsitzende Schulte noch vor ein paar Wochen über die Gewerbesteuererhöhung und dann das! Liebe Flughafen-Gegner: Und das ist Euer neue Held?! Ich lach mich mal wieder schlapp!