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Signal Iduna-Chef Schulte für Schließung des Dortmunder Flughafens

03.02.2010 | 12:14 Uhr
Signal Iduna-Chef Schulte für Schließung des Dortmunder Flughafens

Dortmund. Erstmals hat mit Signal Iduna-Chef Reinhold Schulte ein führender Vertreter der Dortmunder Wirtschaft die Schließung des Flughafens ins Gespräch gebracht. Dieser sei eine "Investitionsruine". Angesichts der Dauersubventionierung müsse man "die Notbremse ziehen".

Offen und deutlich greift ein ökonomisches Schwergewicht in die wirtschaftspolitische Debatte in Dortmund ein. Reinhold Schulte, Vorsitzender der Vorstände der Signal Iduna (über 2000 Beschäftigte in Dortmund), übt erneut heftige Kritik an der Gewerbesteuererhöhung, die seinem Unternehmen knapp eine Mio Euro zusätzlich koste. Auch zum Dauer-Subventionsloch Flughafen hat er eine klare Meinung: „Man muss die Notbremse ziehen,” wenn man als Unternehmer erkenne, dass eine falsche Entscheidung gefällt wurde, um „nicht noch mehr Geld zu verbrennen”.

Reinhold Schulte, Vorstandsvorsitzender der Signal Iduna Gruppe.

Schulte räumt ein, dass er mit seiner „rein betriebswirtschaftlich” fundierten Analyse zum Flughafen auch als Mitglied in der Spitze der IHK in Dortmund zu einer Minderheit zähle. Was aber mehr für ihn zähle, sei die ökonomische Vernunft. Jedes Jahr weit über 20 Mio Euro Verlust am Flughafen, das sei angesichts der Haushaltslage wenig überzeugend. Stattdessen könnten die Stadtwerke als Flughafen-Eigner Gas- und Strompreise bei ihrer Tochter EDG senken, um im Wettbewerb Erfolge feiern zu können.

Gewerbesteuer so hoch wie in Hamburg

Mit Blick auf die Gewerbesteuererhöhung in Dortmund - „das kostet jetzt genau so viel wie in Hamburg” - berichtet Schulte von mehreren Angeboten von Bürgermeistern aus verschiedenen Bundesländern. Die hätten verkehrstechnisch günstige Standorte teils mit garantiert deutlich niedrigeren Gewerbesteuersätzen über Jahre als Dortmund angeboten. Es sei so, dass vergleichbare Konkurrenten der Branche an ihrem Standort 8,5 Mio Euro weniger Gewerbesteuer zahlten: „Das ist ein Wettbewerbshindernis für uns. Die Kommunen müssen höllisch aufpassen, wenn sie große Unternehmen ansiedeln und halten wollen.” Im Sommer 2010 soll der Anbau an der Signal Iduna-Zentrale mit Platz für 350 Mitarbeiter fertig sein. Er kostet 60 Mio Euro, 14 mehr als geplant. Schulte: „Wenn ich das mit der Gewerbesteuer vorher gewusst hätte,....”. Es falle immer schwerer, Lokalpatriot angesichts dieser Rahmenbedinungen zu bleiben.

Insgesamt spürt Schulte - „bis auf Wirtschaftsförderungs-Chef Udo Mager” - die Schwierigkeit, mit Dortmunder Politikern ein Wirtschaftsgespräch führen zu können.

Klaus Buske

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Kommentare
15.05.2010
13:21
Signal Iduna-Chef Schulte für Schließung des Dortmunder Flughafens
von Frank Kruger | #1

Ich stimme Herrn Schulte 100% zu.
Ich bin nicht gegen einen Flugplatz in Dortmund, aber entweder rechnet er sind oder nicht. Die Flughafen GmbH ist mit Ihren Preisen für die Gesellschaften immer weiter ruter gegangen, in der Gewissheit die Steuerzahler und Verbraucher der Stadtwerke zahlen die Zeche. Übrigens sind die Gehälter der Geschäftsführung der Flughafen GmbH angehoben worden.

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