Sierau will aufräumen, Drabig feiert Dortmunds OB
10.05.2010 | 18:05 Uhr 2010-05-10T18:05:00+0200
Dortmund. Der Tag danach: Nach dem Wahlsieg von Oberbürgermeister Ullrich Sierau und den starken Ergebnissen bei der Landtagswahl zog Dortmunds SPD zufrieden Bilanz. Die "Wahlbetrugslegende" sei nun vom Tisch, sagte Parteichef Franz-Josef Drabig. Sierau selbst will in der Verwaltung aufräumen.
Noch am Wahlabend und auch am Tag danach klingt bei vielen Äußerungen seitens der Dortmunder SPD Zorn mit durch. Der neue und alte Oberbürgermeister Ullrich Sierau hatte noch am Sonntagabend angekündigt, dass er genau prüfen werde, „wer sich wie in den vergangenen Wochen arbeitsrechtlich verhalten hat.” Damit zielte er direkt auf Oliver Berten: Der Amtsleiter der Dortmunder Agentur hatte in Sieraus erster Amstzeit von Herbst 2009 bis zu seinem Rücktritt im Januar 2010 behauptet, unter dessen Führung habe "in der Stadtverwaltung ein Klima der Angst, des Misstrauens, der Kälte" geherrscht. Berten könnte, auch da er unumwunden seine Sympathie für den Sierau nun zweifach unterlegenen CDU-FDP-Kandidaten Joachim Pohlmann zum Ausdruck brachte, das erste Opfer des quasi wiedergewählten SPD-Verwaltungschefs in Dortmund sein.
Zudem fordert die SPD den Rücktritt von Friedhelm Roesner, da der grüne Bezirksbürgermeister "Wähler diffarmiert“ habe. Im Rathaus hatte Roesner Sonntagabend zur OB-Wahl gesagt: „Das Ergebnis ist furchtbar. Wenn man in Dortmund lügen und betrügen kann und dann so deutlich nicht die Wahl verliert.“ Diese Aussage des Bezirksbürgermeisters aus der Innenstadt-West trieb der SPD die Zornesröte ins Gesicht. „Wer einen solchen Satz sagt, diffamiert Ullrich Sierau und die hundertausend Wähler, die ihn gestern wieder zu ihrem Oberbürgermeister gewählt haben. Er unterstellt, dass Sierau ein Lügner und Betrüger ist und die Dortmunder so dumm sind, das nicht zu erkennen", so der SPD-Unterbezirksvorsitzende Franz-Josef Drabig. "Das ist eine Unverschämtheit gegenüber jedem einzelnen Wähler, und es ist eine Diffamierung des obersten Repräsentanten unserer Stadt."
Grüne im Visier
Einmal in Fahrt, legt Dortmunds SPD-Chef nach. „Die Grünen tragen den Vorwurf des Wahlbetrugs seit Monaten wie eine Monstranz vor sich her; aber die Wähler haben durchschaut, dass die Vorwürfe haltlos sind. Ullrich Sierau ist von mehr Dortmunder als am 30. August gewählt und in seinem Amt bestätigt worden. Sie alle haben der bösartigen Kampagne von CDU, FDP und Grünen gegen Sierau und die SPD eine klare Absage erteilt.“
Dortmunds SPD-Fraktionsvorsitzender Ernst Prüsse wollte daran erinnern, dass Roesner damit bereits zum zweiten Mal die Menschen in Dortmund beschimpfe. Erst Anfang März habe er mit kirchenkritischen Polemiken auf seiner Facebook-Seite für Unmut gesorgt, weil er dort unter anderem geschrieben hatte: „Schützt eure Kinder, tretet aus der Kirche aus“. Damals habe er sich bei den 175.000 Katholiken in Dortmund entschuldigen müssen.
Rücktritt gefordert
„Herr Roesner hat mit seinen Aussagen bewiesen, dass er das Amt eines Bezirksbürgermeisters nicht angemessen ausüben kann. Herr Roesner darf nicht länger Bezirksbürgermeister bleiben. Wir fordern seinen Rücktritt“, so Ernst Prüsse abschließend.
In eine ähnliche Richtung argumentierte Dortmunds SPD-Vorsitzender. Mit einem herzlichen Dank an die Wähler verbindet Franz-Josef Drabig seine Feststellung, dass die Dortmunder der Schmutzkampagne von CDU und FDP nicht auf den Leim gegangen sind. „Ulli Sierau ist eindrucksvoll im Amt bestätigt worden und hat sogar noch rund 10.000 Stimmen dazu gewonnen", so Drabig ion einer Stellungnahme am Montag. "Die Menschen haben die Tatsache honoriert, dass er den Weg zur Wahlwiederholung frei gemacht hat. Und sie haben erkannt, dass ihm nichts vorzuwerfen war. Deshalb hat die Schmutzkampagne des politischen Gegners nicht gegriffen.“
Stolz auf Brackel-Ergebnis
Mit besonderer Genugtuung betrachtet er das Ergebnis der Wiederholungswahlen im Stadtbezirk Brackel: Hier konnten die Sozialdemokraten im Vergleich mit 2009 sogar noch fast vier Prozent zulegen. „Die Wahlbetrugslegende ist vom Tisch“, erklärt der hiesige SPD-Vorsitzende und verweist darauf, dass „die Wähler auf die absurde Forderung nach einer Wahlwiederholung eine klare Antwort gegeben haben. Da sind die Ergebnisse eindeutig.“
Rundum zufrieden zeigt sich Drabig auch mit den Ergebnissen, die die vier SPD-Landtagskandidaten eingefahren haben. Erst- und Zweitstimmenergebnisse liegen in Dortmund deutlich vor dem Landestrend der eigenen Partei. „Eine gute Ausgangslage für die Arbeit im Landtag und eine politisches Pfund“, betont Drabig, der selbst Mitglied des NRW-Landesvorstandes seiner Partei ist.
Sachorientiert
„Wir haben eine engagierte und sachorientierte Kampagne hingelegt, der politische Gegner hat uns sogar einen fröhlichen Wahlkampf bescheinigt und in diesem Fall muss ich einmal ausdrücklich zustimmen“, zieht Drabig Resümee und bedankt sich bei den vielen Wahlkampfhelfern für ihren Einsatz.
20:38
Die Wahlbetrugslegende sei nun vom Tisch, sagte Parteichef Franz-Josef Drabig.
Weshalb wurde neu gewählt?
02:20
Ach Herr Grönke, klar, wenn ein Olli Berten mit den Schwarzen paktiert, ist das ein Künigungsgrund, Wenn aber alle roten Amtsleiter gebetsmühlenartig ihre Sozi-Propaganda runterbeten ist das natürlich loyal. Und jeder darf in einem Ausschuss sitzen, etc.
Ich wünsche mir mehr Bertens. Ich kenne ihn sogar. Selbst wenn er Pohlmann überschätzt hat, hatte er den Mut, nicht immer nach Schema F zu funktionieren.
Klar, in der Bollerriege Sierau, Prüsse, Drabig (und wer sonst noch alles Bluthochdruck hat) zählt aufräumen statt verbinden, tönen statt Hände reichen. Denn jetzt glaubt das Dortmunder Politbüro auch noch, es hätte alles richtig gemacht und dürfe andere vernichten. Rache, das ist genau, was diese Stadt noch braucht! Das ist keine Größe!!! Große Leute gehen anders mit Siegen um. Gute Nacht Dortmund, du Stadt willenloser SPD-Parteisoldaten! Olli, halte durch!
21:16
Ach herrjeh, er will aufräumen. Ganz bestimmt hat er gar nichts gewusst vom Haushaltsloch. Ob jetzt Pohlmann oder Sierau, völlig egal. Wir sind hier verraten und verkauft. Zum allerersten Mal in meinem Leben bin ich so richtig von Politikern frustriert, weil mir gerade in Dortmund jegliche Alternative fehlte. Man wusste ja vorher, dass einer von den beiden Volksparteivertretern gewinnen würde, da hatte man die Wahl zwischen Regen und Traufe. Lügt uns nur weiter einen vor, gewählt werdet ihr ja doch immer wieder.
17:51
Hallo mein lieber Lohmann! Bin nun nach einem erfüllten Arbeitstag wieder zuhause. Hoffe, Sie haben sich über meinen Mittagsgruß gefreut. Ich hoffe, dass Sie zur Kenntnis nehmen, dass ich nicht zu den Claqeuren gehöre. Ulli ist nun mal der Beste, von den zur Wahl anstehenden, -ich hoffe hier sind wir beide nun mal einig-, hat übrigens mit Weltanschauung nichts zu tun.
15:03
@jcm
Sie brauchen also wirklich SPD-Claqueure, damit Ihr verschrobenes APO-Weltbild vom Herren-Menschen fröhliche Wiederauferstehung von den Toten feiern kann? Arm.
13:27
@angie
Wahre Größe kann Mensch auch in der Niederlage zeigen. Ich hatte ja schwer gehofft, dass Lohmann-vaikl-ing. nach der Wahl endlich sein pathologisch anmutendes Bedürfnis, hier in ennervierender Weise nahezu jeden Artiklel kommentieren zu müssen, aufgibt.
Tja, da bin ich wohl mit der Realität kollidiert.
Mal gespannt, wann dieser Herr von seiner halsstarrigen Ich esse meine Suppe nicht!-Ignoranz bzgl. der Realität wieder Abstand nimmt...
Wie auch immer: Besten Dank, dass sie mir in vorbildlicher Weise die Arbeit abgenommen haben, diesem Herren-Menschen seine Borniertheit vor Augen zu halten!
Auch wenn es - weil dieser Borniertheit geschuldet - wenig bewirken dürfte. Aber dafür wissen wir beide, wie die Geschichte vom Suppenkaspar endet...
Gruß: jcm
13:22
@28der Aufpasser
Der Feuerwehr-Nazi war zum Zeitpunkt der Wahl kein SPD-Mitglied mehr, dass weiss ich auch, die haben ihn ja sofort aus der Partei ausgeschlossen - Zurecht!, aber bis zu seinem Outing hatte er doch ein SPD-Parteibuch, oder irre ich mich da?
12:18
Mahlzeit, mein lieber Lohmann, Industrie gibt es in Dortmund noch in echt. Nicht nur bei Winkelmann. Gerade Mittagspause. Selbst Schicht-, Pausenbeginn und deren Ende werden durch Signalgeräte laut und deutlich kundgetan. Falls das für Sie nicht vorstellbar sein sollte, bestätigt sich meine Erkenntnis: nicht jeder lebt in der Realität. Aber selbst virtuell wird Pohlmann nie OB von Dortmund.
09:19
Ach Mensch, da ist Dortmund eine der Lebenswertesten Städte Nach Hamburg, Düsseldorf oder München und hier wird fleissig gemeckert.
Dortmund hat nicht wenig Schulden das ist war nur vielen CDU geführten Städten geht es nicht anders.
Aber trotzdem ist dies jammern auf höchsten Level.
90 % der Menschheit wäre selig dürften Sie so leben wie Dortmunder in der Nordstadt
Euch gehts einfach zu gut.
08:02
Tagesmutter argumentiert:
Der Feuerwehr-Nazi hatte ein SPD-Parteibuch..
Das mit Schäfer ist grausam aber SPD Mitglied war er definitiv nicht mehr !
Ich glaube, dass das weniger mit Politik zu tun hat sondern mehr mit dem Wunsch in Pension ( 6000 Euro) zu gehen.
Über die Art und Weise bin ich entsetzt !
Aber, Stadtdirektor Pogadl verkündete schon, dass es der günstigste Weg sei, da eine Entlassung dienstrechtlich schwierig wäre.
Wenn Schäfer damit durchkommt und mit dem Image leben kann......