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Dortmunder Herbst

Seniorenbeirat kämpft gegen Armut im Alter

04.10.2012 | 19:14 Uhr
Elisabeth Brand stellte auf der Messe Dortmunder Herbst die Arbeit des Seniorenbeirates vor.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   „Die Arbeitszeiten in den Seniorenbüros müssen wieder erweitert werden“ – fordert Elisabeth Brand. Am großen Stand der Westfälischen Rundschau auf der Messe Dortmunder Herbst erklärte Brand, wofür sich der Seniorenbeirat einsetzt.

„Die Arbeitszeiten in den Seniorenbüros müssen wieder erweitert werden“ – mit dieser Forderung machte Elisabeth Brand, Vorsitzende des Seniorenbeirats gestern deutlich, wofür der Seniorenbeirat kämpft. Am großen Stand der Westfälischen Rundschau auf der Messe Dortmunder Herbst erklärte Brand, wofür sich der Seniorenbeirat einsetzt, wie er sich zusammensetzt und welche Themen er bearbeitet.

„Dortmund ist für Senioren eigentlich gut aufgestellt“, erfuhren die Zuschauer, die gemütlich in den schwarzen Ledersesseln Platz genommen hatten und eine Tasse Kaffee schlürften. Die Seniorenbüros, die seit sechs Jahren Anlaufstelle in allen Stadtbezirken sind, hätten guten Zulauf. Doch leider habe die Stadt vor etwas mehr als einem Jahr die Wochenarbeitszeit der Hälfte der 24 Mitarbeiter von 30 auf 20 Stunden in der Woche reduziert. Dabei sei der Beratungsbedarf gestiegen.

Das ist eines der Themen, mit denen sich der Seniorenbeirat beschäftigt. Die Messe-Besucher erfuhren zudem, dass es das Gremium seit 1990 gibt – damals beschloss der Rat, dass es einen von den Bürgern gewählten Seniorenbeirat geben soll. 26 Mitglieder habe der Beirat, acht Mal im Jahr gibt es eine öffentliche Sitzung. Zudem tagen regelmäßig der Vorstand sowie die vier Arbeitskreise, die sich mit den Themen Wohnen und Leben, Kultur, Pflege und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen. Mit einer Zeitschrift und mit öffentlichen Sprechstunden wendet sich der Seniorenbeirat an die Bürger. Auch bei Veranstaltungen wie dem Seniorentag im Westfalenpark ist der Seniorenbeirat vor Ort.

Für Senioren viel erreicht

Das politische Gremium bearbeitet alle Themen, die für ältere Menschen wichtig sind. In den vergangenen Jahren habe der Seniorenbeirat einiges auf dem Weg bringen können, erklärte Elisabeth Brand. „Wir haben zum Beispiel erreicht, dass viele Bürgersteige im Stadtgebiet abgesenkt wurden“, führte Brand aus. Auch sei in Zusammenarbeit mit DSW21 viel erreicht worden – zum Beispiel wurde der Zugang in die U-Bahnen verbessert. Auch Kultureinrichtungen hat sich der Seniorenbeirat angeschaut. „Wir haben viele Gespräche geführt, um sicher zu stellen, dass dort der Zugang für alle Menschen möglich ist.“

Zurzeit beschäftigt sich Seniorenbeirat zum Beispiel mit dem Bau des neuen Fußballmuseums . „Wir stehen in Kontakt mit dem Architekten“, erklärte Brand. Ausreichende und passende Sitzgelegenheiten, eine gut lesbare Beschilderung oder Platz für Rollatoren – auf viele verschiedene Aspekte muss geachtet werden, damit das Museum seniorengerecht ist.

Armut im Alter

„Katastrophal ist der Bahnhof“, verwies Elisabeth Brand noch einmal auf einen besonders schwer zugänglichen Ort für Senioren. Auch das Dortmunder U berge Probleme. „Der Aufzug bietet zum Beispiel nur wenig Platz“, sagte Brand.

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Ein weiteres Thema, das zurzeit auf der Tagesordnung des Seniorenbeirates steht, ist Armut im Alter . „Das ist ein Problem, das verstärkt auf uns zukommt“, meinte Brand. „Und dass es auch jetzt schon gibt. Was man an dem Andrang auf die Suppenküchen oder die Tafel sieht.“ Vor allem versteckte Armut sei ein Problem – Menschen, die keine Anträge beim Sozialamt stellten, obwohl ihnen eine Unterstützung zustehen würde. Wie man diesen Menschen helfen kann, auch darüber macht sich der Seniorenbeirat Gedanken.

Freitag gehts weiter

Auch am Freitag mischt die Westfälische Rundschau beim Dortmunder Herbst mit. Ihr großer Stand mit 80 Quadratmetern wird noch bis Sonntag, 7. Oktober, von 10 bis 18 Uhr in der Messehalle 4 (Stand 4.B32) mit vielen Angeboten aufwarten.

Auf die Besucherinnen und Besucher wartet die Leser-Lounge – eingerichtet unter dem Motto „Lernen Sie Ihre neue WR kennen!“.

Die WR ist jeden Tag von 12 bis 13 Uhr mit einem Redakteur vor Ort. Heute wartet Peter Ring (Foto) auf interessierte Leserinnen und Leser.



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