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Giftskandal

Selbsthilfe soll Opfern Weg aus PCB-Not weisen

25.10.2010 | 19:50 Uhr
Selbsthilfe soll Opfern Weg aus PCB-Not weisen

Dortmund.Leben mit dem Gift im Körper – für viele Ex-Envio-Mitarbeiter, deren Angehörige und Beschäftigte umliegender Firmen eine zu große Aufgabe. Eine PCB-Selbsthilfegruppe soll ihnen Wege aus der Krise aufzeigen.

Es ist nicht nur das Krebsgift, das sie belastet. Es ist auch die Einsamkeit. „Viele sind auf sich allein gestellt“, weiß Dr. Annette Düsterhaus, Leiterin des Gesundheitsamtes. Physische und psychische, familiäre und berufliche Probleme häufen sich. Düsterhaus kennt „sehr schwierige, sehr ergreifende Situationen“.

In der Gruppe Mut schöpfen und lernen, „selbst das Heft des Lebens wieder in die Hand zu nehmen“ – Verena Meier von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Dortmund will dabei assistieren. Sie hat große Erfahrung mit Selbsthilfegruppen. Doch mit der PCB-Mission betritt sie Neuland. „Viele Opfer sind der Resignation nah. Das Alltagsleben ist wie ein Kartenhaus zusammengefallen. Man steht vor dem Nichts“, beschreibt sie die Probleme der Betroffenen. Das Gift austreiben könne auch eine Selbsthilfegruppe nicht. „Die Menschen könne nur lernen, damit zu leben.“ In diesem Sinne biete die Gruppe „ein Ventil für das Unerträgliche“.

Der Eigenansatz jedes Gesprächsteilnehmers könne vital sein. „Was ich selber bewege, trägt durch ganz schwierige Lebenssituationen“, sagt Verena Meier. Sie bereitet die Gründung der Gruppe mit vor, will auch zu einzelnen Treffen kommen, dort aber im Hintergrund bleiben. Die Informationsveranstaltung zum Aufbau der Gruppe findet am Donnerstag, 4. November, 18 Uhr, im ehemaligen Landesoberbergamt, Goebenstraße 25, Raum 106, statt.

Geschätzte 30 000 Menschen sind stadtweit in Selbsthilfeprojekten engagiert. Kleine Gesprächszirkel zählen ein Dutzend Teilnehmer, die Dortmunder Rheumaliga bringt 1000 Mitglieder ein. 130 verschiedene Themen werden durch Selbsthilfegruppen abgedeckt. Rund 40 davon stellt allein der Kreuzbund.

Klaus Brandt

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